VfB mit Selbstvertrauen nach dem Befreiungsschlag

Balsam auf geschundene Auerbacher Seelen waren die Worte des Hertha-Trainers Ante Covic. „In Auerbach wird ehrlicher Fußball gelebt“, sagte er nach dem Spiel seiner Jungs am Samstag in Berlin. Und das Lob äußerte er auch trotz der 0:2-Niederlage seines Teams. Doch oft es ist mit lobenden Worten so: Sie können auch den Blick auf die Realitäten verschönern. Schöner als sie tatsächlich sind. „Du musst solche Worte in Relation setzen“, sagt VfB-Coach Sven Köhler. „Ich wusste schon immer, dass die Berliner eine anständige Truppe sind. Ante Covic hat den Eindruck bestätigt.“

Aber die Warnung gilt: Nicht zu übermütig werden. Vor allem nicht vor dem Spiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt an diesem Mittwoch, 19 Uhr, im VfB-Stadion. Mit Marcel Schlosser, Marc-Philipp Zimmermann und Philipp Müller kehren drei zentrale Spieler in die Auerbacher Startformation zurück.

Aber für einen bleibt es ein viel wichtigeres Spiel als für alle anderen: Amer Kadric. Der Mittelfeldspieler lief vor drei Jahren noch für Erfurt auf. „Natürlich wird es Highlight“, sagt er. Er will es seinem früheren Klub beweisen. Sein Coach muss ihn da schon fast bremsen. „Er muss nur das zeigen, was er am Wochenende auch schon gespielt hat“, sagt Köhler. „Mehr Motivation braucht er gar nicht. Denn andernfalls besteht die Gefahr, dass er etwas überdreht.“ Vielleicht hilft ihm die Tatsache, dass mit Marcel Schlosser ein Routinier wieder an seiner Seite spielt.

Gibt es gegen Erfurt also eine Konkurrenz im VfB-Mittelfeld? Nein, betont Sven Köhler. „Ich sehe das nicht als Konkurrenz, sondern wir sind glücklich, beide zu haben. Beide spielen gern Fußball. Es erhöht unsere Optionen.“ Beide sollen den favorisierten Gästen das Leben so schwer wie möglich machen. „Natürlich wartet eine schwierige Aufgabe auf uns“, sagt Köhler. Die Rot-Weißen hätten nach der Winterpause etwas ihren Schwung verloren. „Für uns ist es aber wichtig, dass wir genau dieselbe Leistung wie gegen Hertha abrufen“, so der VfB-Coach.