Aller schlechten Dinge sind drei

Budissa Bautzen – VfB Auerbach 1:0 (0:0)

 

Wie die Bilder sich nur gleichen: Vor einer Woche schimpften die Spieler des VfB Auerbach fassungslos auf die 90 Minuten zuvor. Sie hatten stark gespielt, aber trotzdem verloren. Ein ähnliches Bild gaben sie auch am Samstag in Bautzen ab: Gut gespielt, trotzdem verloren – und so saßen sie mit fragenden Mienen noch eine Zeit lang nach Spielschluss auf der Auswechselbank, versuchten das zu fassen, was zuvor passiert war. Wieder einmal hatten sie wichtige Punkte nicht eingefahren, weil ihnen gegen einen schwächeren Gegner das Entscheidende im Fußball nicht gelang: das Toreschießen.

Mit dem 0:1 hat der VfB Auerbach in der Fußball-Regionalliga die dritte Niederlage in Serie einstecken müssen. Dabei war das 0:1 bei Budissa Bautzen so unnötig wie ein Kropf – und damit die dritte Niederlage, die mehr als nur vermeidbar war. Ein Spiel, das mit einem Sieg hätte enden müssen. Eigentlich. Doch wieder einmal lief nicht alles nach Plan.

Dieser ging nur bis zur 41. Minute auf. Dann flog Marcin Sieber mit Gelb-Rot vom Platz. Er hatte zwei Durchbrüche der harmlosen Hausherren mit Fouls unterbunden. Zwei Verwarnungen, die beide vertretbar waren. „Vielleicht hätte ich mir etwas mehr Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter erhofft“, sagte VfB-Coach Sven Köhler. Doch letztlich musste wohl auch er eingestehen, dass der Feldverweis berechtig war. Auerbach hatte sich einfach naiv angestellt. Genauso naiv wie in der Offensive. Wobei sich dort auch noch die fehlende Konzentration im Abschluss in die gifte Gemengelage mischte.

Nach einem ersten Warnschuss nach wenigen Sekunden war von Bautzen absolut nichts mehr zu sehen. Wie die Budissen bis dahin acht Punkte gesammelt hatten, war angesichts dieses Auftritts unerklärlich. „Es war unsere schlechteste Saisonleistung“, sagte Bautzens Coach Torsten Gütschow. Bautzen war schwach, Auerbach stark. „Es lag ja nicht allein daran, dass Bautzen nicht gut gespielt hat“, erklärt Sven Köhler, „sondern auch daran, dass wir es gut gemacht haben.“ Köhler hatte den genesenen Marc-Philipp Zimmermann von Anfang an gebracht – gemeinsam mit Thomas Stock in der Offensive. Damit schlug ein zwei Fliegen mit einer Klappe: Durch die Auflösung der Doppel-Sechs konnte er eine Schwachstelle in der Rückwärtsbewegung der vergangenen Woche aufheben. Zudem konnte Köhler wieder auf Felix Lietz setzen, der spürbar mehr Stabilität ins Defensivspiel der Auerbacher brachte.

Der Plan ging auf – zu 85 Prozent. Die restlichen 15 Prozent waren das Toreschießen. Zimmermann dreht nach seinem Heber sogar schon zum Jubel ab, doch der Ball ging nur an die Latte. Der Aluminiumtreffer war Auerbachs beste Chance von drei, vier hochklassigen, die allesamt in der Führung hätten münden müssen.

Und dann kam Siebers Foul. „Mit der Gelb-Roten haben wir ein Geschenk von oben bekommen“, bemerkte Gütschow. Denn die Auerbacher Unterzahl veränderte die Ausgangslage des Spiels – wenn auch zunächst nur psychologisch. Bautzen spürte nun, dass sie an diesem Tag doch nicht chancenlos waren. Und sie nutzten ihre Chance. Auerbach kassiert unglücklich nach einem Freistoß den Rückstand – und rannte im Anschluss in Unterzahl dem Rückstand hinterher. Dass sich für die Hausherren bei diesem Schlagabtausch einige Konterchancen auftaten, war die logische Folge. Aber auch diese vertändelten die Ostsachsen zum Teil kläglich, sodass der VfB dies hätte bestrafen müssen. Doch im Abschluss hapert es derzeit bei den Gelb-Schwarzen, sodass sie erneut mit leeren Händen dastanden. Ein Stück weit unerklärlich. „Die Niederlage tut weh, weil wir bis auf die ersten Minuten eine sehr gute erste halbzeit, versucht, defensiv guiit zu stehen, aus guten Defensive heruas Angriffe zu fahren, ist gelung, aber nicht das Tor machen erste Halbzeit gespielt haben“, sagte Köhler. „In Unterzahl haben wir das gespielt, was wir als VfB Auerbach spielen können.“ Die nächste Chance zur Wiedergutmachung haben die Auerbacher am Samstag gegen Lok Leipzig. Anstoß im VfB-Stadion ist 13.30 Uhr.

 

Statistik

Tor: 1:0 Weiß (50.).

FSV Budissa Bautzen: Ebersbach – Krahl/V (76. Krautschick), Hoßmang, Patka, Mack – Weiß/V (85. Wockatz), Ciapa (46. Langr) – Merkel, Schmidt T., Treu – Bönisch.

VfB Auerbach: St. Schmidt – Seb. Schmidt (76. Mielke), Lietz, Sieber/V, Heger – Schlosser/V, P. Müller, Kadric, Wild (80 Kunert) – Stock, Zimmermann/V (85. Miertschink).

Schiedsrichter: Bärmann (Leipzig).

Zuschauer: 412.

Gelb-Rot: Sieber (Auerbach/41.).