Zwei umstrittene Elfmeter bringen den VfB um den Lohn

Wacker Nordhausen – VfB Auerbach 3:0 (1:0)

Ausgerechnet Marcin Sieber. Noch vor einer Woche musste der Auerbacher Defensivspieler bei der bitteren 2:3-Heimniederlage zuschauen, weil er zuvor seinen fünfte Gelbe Karte gesehen hatte. Beim Auswärtsspiel bei Wacker Nordhausen am Sonntag war er wieder spielberechtigt. „Bei unserer engen personellen Situation ist es immer gut, wenn ein Stammspieler zurückkehrt“, hatte sich auch VfB-Coach Sven Köhler über die Rückkehr des Abwehrspielers gefreut. Doch in Nordhausen wurde Sieber zum tragischen Spieler des VfB. Zwei seiner Aktionen führten dazu, dass der VfB die Partie mit 0:3 verlor. Dabei war er – zumindest in einer Szene – schuldlos.

Denn erneut brachten die Vogtländer zwei unglückliche Situationen um den verdienten Lohn. Bei den starken Nordhäusern wäre der Lohn durchaus drin und auch verdient gewesen. Denn Auerbach zeigte eine Reaktion nach dem Rückschlag gegen Rathenow. Sven Köhler hatte beinahe dieselbe Startelf aufs Feld geschickt – eben bis auf Sieber, für ihn blieb Sebastian Schmidt auf der Bank. Sie sollten Wiedergutmachung leisten. Und von Beginn an war dieses Vorhaben zu spüren. Auerbach setzte genau das um, was das Team zu leisten imstande ist: konzentrierte Defensivarbeit und gefährliche Gegenstöße. „Es war eine ausgeglichene erste Hälfte“, sagte Köhler. „Wir hatten vielleicht sogar mehr Abschlüsse als Nordhausen.“ Auf dem Papier standen etliche Torschüsse, aber nur eine echte Chance: Marc-Philipp Zimmermann machte bei seinem Kopfball eigentlich fast alles richtig, brachte den Ball ins Eck. Aber Heimkeeper Glinker zeigte seine Klasse und kratzte den Ball von der Linie. Es hätte die VfB-Führung sein müssen (42.). Wer weiß, wie die etwas müde wirkenden Gastgeber einen Rückstand gegen motivierte Auerbacher weggesteckt hätten.

Doch am Ende zählte nicht das Konjunktiv, sondern die Tatsachen: Dass Wacker deutlich mehr drauf hat, als das, was das Team von Trainer Heiko Scholz im ersten Abschnitt gezeigt hatte, deutete sich mit dem Pausenpfiff an. Pichinot brachte es tatsächlich fertig, den Ball in der Nachspielzeit aus fünf Metern übers Tor zu jagen. Eine tausendprozentige Chance – und Glück für Auerbach. „Uns hat in der ersten Halbzeit die Ruhe gefehlt, um unser Spiel gezielt und strukturiert aufzuziehen“, sagte Scholz.

Damit war zu Wiederbeginn klar: Nordhausen würde nochmals den Druck erhöhen, Auerbach weiter auf eine sichere Defensive bauen. Und so kam es auch. Allerdings riss auch nach der Pause Nordhausen eine Viertelstunde lang keinem von den Sitzen, Auerbach machte es clever. Bis Marcin Sieber zweimal innerhalb von neun Minuten im Brennpunkt stand: In seiner ersten Aktion soll er Mickels von den Beinen geholt haben. Ein Elfmeter, den zwar nicht jeder Schiedsrichter in jeder Situation pfeift, aber eine vertretbare Entscheidung. Becker traf – und durfte dasselbe kurz darauf wiederholen. Diesmal entzürnte die Entscheidung die Vogtländer. Aus kurzer Distanz wurde Sieber angeschossen. An den Kopf. Ein fragwürdiger Elfmeter. Bestimmt nicht strafbar? „Wir hatten etwas Glück“, sagte Heiko Scholz. „Über solche Entscheidungen kannst du dich streiten.“ Wieder hatte VfB-Keeper Stefan Schmidt keine Chance – und die Partie war gelaufen. „Die beiden Elfmeter haben uns das Genick gebrochen“, sagte Köhler. Dessen Team sah sich unnötig hoch im Rückstand – und betrieb danach nicht mehr als Schadensbegrenzung. Nordhausen spielte befreit auf. „Trotzdem haben wir uns zu keinem Zeitpunkt aufgegeben und haben bis zum Schluss gut dagegengehalten“, schützte der VfB-Coach sein Team vor Kritik angesichts der dritten Niederlage in Serie. „Das 3:0 war ein Tick zu hoch.“

Kritik bringt wohl den Vogtländer im Abstiegskampf in der Regionalliga auch nicht viel. Denn schon am Mittwoch wartet die nächste Aufgabe – und da gleich ein Hammerspiel. Die Auerbacher empfangen um 19 Uhr im VfB-Stadion den Liga-Führenden Chemnitzer FC. „Für viele ist es das Spiel des Jahres“, weiß Sven Köhler. Vielleicht auch für ihn, stand er vor zwei Jahren doch noch selbst an der Seitenlinie der Himmelblauen. Spätestens am Mittwoch sollten daher wohl die drei Rückschläge der letzten Wochen vergessen sein – und auch bei Marcin Sieber die Unglücksszenen aus dem Gedächtnis getilgt.

 

Statistik

Tore: 1:0/2:0 Becker (60./FE/68./HE), 3:0 Mickels (82.).

Wacker Nordhausen: Glinker – Heidinger, Müller/V, Esdorf, Göbel – Becker/V, Pichinot (78. Sobotta), Ucar (71. Kores),  Mickels – Beil, Kammlott (85.  Genausch).

VfB Auerbach St. Schmidt – Heger (75. Hoffmann), Müller, Sieber/V, Lietz – Tarczal, Herold (75. Ctvrtnicek) – Stock (85. Löser), Schlosser, Kadric – Zimmermann.

Schiedsrichter: Jessen (Berlin).

Zuschauer: 695.

VfB bringt einen Punkt aus Halberstadt mit

Germania Halberstadt – VfB Auerbach 1:1 (0:1)

 

Der VfB Auerbach ist erfolgreich in die Frühjahrssaison in der Fußball-Regionalliga gestartet. Mehr als den einen Punkt war für die Vogtländer am Sonntagnachmittag bei Germania Halberstadt nicht drin. In einem Spiel, das ein hohes Maß an Spannung besaß, holten sich die Auerbacher ein 1:1-Unentschieden. „Mit dem Punkt können wir zufrieden sein“, sagte VfB-Keeper Stefan Schmidt. Denn das Ergebnis spiegelte weitgehend den Spielverlauf wider – auch wenn Auerbach in den Schlussminuten noch einmal richtig um den Punkt zittern musste.

Im Harz entwickelte sich genau das Spiel, das VfB-Coach Sven Köhler prognostiziert hatte: Beide Teams setzten auf eine gut geordnete Defensive und das Umkehrspiel. Halberstadt, das in der Vorwoche in Erfurt siegte, musste gegen den VfB allerdings anders agieren als noch im Steigerwaldstadion. Auerbach ließ die Germanen kommen – und die hatten damit so ihre Probleme. Aus der Feldüberlegenheit brachten die Gastgeber so gut wie nichts Zählbares zustande. Nur ein Flachschuss von Schmitt sorgte für so etwas wie Gefahr. „Sicherlich war Halberstadt in der ersten Halbzeit spielbestimmend“, sagte auch Sven Köhler. „Aber sie haben keine großen Torchancen daraus generiert.“ Auerbach konzentrierte sich auf die defensive Ordnung und konterte einwandfrei. Eine Szene reichte zur Führung: Thomas Stock bediente mit einer langen Flanke Marc-Philipp Zimmermann, der per Kopf die Auerbacher Führung erzielte. Es war gleichzeitig die erste klare Chance des VfB. „Zuvor waren wir zu zögerlich in unseren Aktionen“, sagte Köhler. „Eben dann bis auf die eine Aktion, die zum Tor führte.“ Als Spielglück bezeichnete Halberstadts Coach Maximilian Dentz den Treffer. Sein Team habe sich für den Aufwand nicht belohnt. „Auerbach hat uns heute aber körperlich alles abverlangt“, sagte er.

Nach der Pause bahnte sich nach und nach das an, was die knapp über 400 Zuschauer in der Schlussphase zu sehen bekommen sollten: Halberstadt erhöhte den Druck, Auerbach hielt mit viel Kampfgeist dagegen. Doch auch diesmal spielte der VfB seine Konter – wie schon in der Hinrunde – nicht astrein aus. Als Amer Kadric und Marc-Philipp Zimmermann sieben Minuten nach Wiederanpfiff in Richtung Germania-Tor marschierten, fehlte die Kaltschnäuzigkeit, doch noch das zweite Tor nachzulegen. „Wenn wir unsere Konter gut ausgespielt hätte, dann hätten wir uns womöglich sogar mit einem Sieg belohnt“, sagte Köhler.

Denn es machte sich zunehmend das Gefühl breit, dass die knappe 1:0-Führung nicht ausreichen würde. Auerbach würde den Vorsprung nur mit viel Glück über die Zeit bringen. Nachdem Halberstadt bereits ein Abseitstor erzielt hatte – ein weiteres sollte später folgen – wurde der Druck übermächtig. 13 Minuten vor dem Abpfiff fehlte die Ordnung, als Blaser sich auf der linken Seiten durchsetzen sollte und Blume in der Mitte bediente. Der traf zum Ausgleich. „Beim Gegentor konnte ich leider nichts machen, denn der Ball war von Daniel Tarczal noch abgefälscht“, sagte Stefan Schmidt, der VfB-Keeper. „Aber insgesamt war ich in der zweiten Halbzeit auch nur dreimal richtig gefordert“, sagte er. Beinahe hätte er aber nur Zuschauer sein können, als kurz vor Schluss ein Halberstädter Schuss ans Lattenkreuz krachte. „Da hätte ich keine Chance gehabt, wenn er etwas tiefer gekommen wäre.“ Angesichts dieses Glücks waren die Auerbacher dann doch überaus zufrieden mit dem Punktgewinn. „Es war ein glücklicher Punktgewinn. Halberstadt wird bestimmt weniger froh über das Unentschieden sein als wir es sind“, sagte Sven Köhler.

Für ihn und sein Team geht es in der nächste Woche mit dem Derby gegen den Chemnitzer FC weiter. Am Samstag kommt der Regionalliga-Tabellenführer ins Vogtland.

 

Statistik

Tore: 0:1 Zimmermann (37.), 1:1 Blume (77.).

Halberstadt: Guderitz – Schulze (64. Messing),  Blume, Heynke,  Boltze – Hofgärtner – Twardzik (64.  Jäpel),  Ludwig (69. Blaser), Schmitt, Surek  – Rothenstein.

Auerbach: St. Schmidt – Seb. Schmidt, Sieber, Müller, Löser – Kadric, Tarczal (87.  Herold) –  Stock, Wild (81. Miertschink) –  Ctvrtnicek (81.  Luderer), Zimmermann.

Schiedsrichter: Greif (Westhausen).

Zuschauer: 420.

Guter erster Test in Zwickau

FSV Zwickau – VfB Auerbach 4:2 (1:1)

 

Erster Test, erstes ordentliches Ergebnis: Der VfB Auerbach hat am Mittwochabend das ursprünglich für Samstag geplante Testspiel beim Fußball-Drittligisten FSV Zwickau mit 2:4 verloren. Dabei hielten die Vogtländer zumindest in der ersten Halbzeit so gut mit, dass sie Gleichwertigkeit erzielten. „Es war ein gutes Testspiel“, sagte auch VfB-Trainer Sven Köhler. Überschattet wurde das Spiel nur von der unglücklichen Verletzung von Hans Christian Miertschink. Der junge Auerbacher Deutsch-Brasilianer verletzte sich an der Schulter und musste ins Krankenhaus. Erster Verdacht: Schultereckgelenkssprengung. Eine genaue Diagnose steht aber noch aus.

Dass Miertschink spielte, zeigt: Auerbachs Coach Sven Köhler probierte gegen den Drittligisten aus. Er wechselte insbesondere in der zweiten Halbzeit durch, wodurch natürlich ein Bruch ins Spiel kam. Zwickau steckte das in der zweiten Halbzeit besser weg – und drehte nach dem Seitenwechsel auf, erzielte drei Tore und gewann letztlich verdient.

Vor der Pause war von einem Klassenunterschied – nicht nur im Zwischenstand – nicht viel zu merken. Auerbach spielte gut mit – und ging durch einen Kopfball von Marc-Philipp Zimmermann in Führung. Er köpfte ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein den Ball aus acht Metern über die Linie. Das Tor brachte Auerbach im ersten Vorbereitungsspiel Sicherheit. Und so dauerte es auch, bis Zwickau erfolgreich vors VfB-Tor kam. Wieder war es ein Kopfball. Lauberbach glich nach einer halben Stunde aus.

Nach dem Seitenwechsel setzte VfB-Coach Köhler auch die drei A-Junioren ein, die seit einigen Tagen im Regionalliga-Kader stehen. Neben den drei Eigengewächsen spielte auch ein weiterer junger Spieler vor: Björn Trinks war ebenso Testspiele wie Josef Ctvrtnicek. „Die neuen Spieler haben sich gut eingefügt“, sagte Köhler. „Wir werden nächste Woche entscheiden, ob wir ihnen ein Vertragsangebot unterbreiten.“

Schon sicher im VfB-Kader steht Daniel Tarczal. Der Routinier fiel bekanntermaßen die gesamte Hinrunde aus. Ein schwerer Rückschlag für Sven Köhler, für den Tarczal ein Wunschspieler war. „Für mich ist er ein Neuzugang, da er unter mir noch nicht gespielt hat“, sagt er. Und im Testspiel überzeugte er den Trainer aufs Neue: „Es ist gut, dass wir ihn nun im Mittelfeld haben.“

Verhindern konnte er allerdings auch nicht, dass Zwickau, das auch nicht mit allen Stammspielern antrat, nach der Pause drei Tore nachlegte: Bonga mit einem Doppelpack sowie Rodas mit einem direkt verwandelten Freistoß führten zu vier Zwickauer Toren. Jan Luderer, einer der Auerbacher A-Junioren, hatte zwischenzeitlich auf 2:3 verkürzt.

Insofern macht das Spiel auch trotz der Niederlage Hoffnung auf eine gute Regionalliga-Serie. Den nächsten Härtetest bestreitet der VfB am Samstag, 13 Uhr, gegen Inter Leipzig in Groitzsch auf dem Kunstrasenplatz. Gegen den Oberligisten sollte dann der nächste Schritt gemacht werden.

 

Statistik:

Tore: 0:1 Zimmermann (12.), 1:1 Lauberbach (31.), 2:1/3:1 Bonga (54./66.), 3:2 Luderer (80.), 4:2 Rodas (87.).

Auerbach: St. Schmidt – Kadric, Wild, Seb. Schmidt, Tarzcal, Müller, Löser, Sieber, Zimmermann, Trinks, Ctvrtnicek. – Wechselspieler: Rosenkranz, Lietz, Herold, Miertschink, Hoffmann, Stock, Luderer, Sauer, Winkler.

Schiedsrichter: Sather (Grimma).

Zuschauer: 270.

Sven Köhler testet gegen Zwickau vier Spieler

Gelb-Schwarz gegen Rot-Weiß – ein Duell mit Tradition. Seit nunmehr fast zwanzig Jahren duellieren sich beide Teams: Mal war der VfB der Unterklassige, mal der FSV. Im Moment ist es der VfB, der am Mittwoch als Außenseiter ins Spiel geht, obwohl die Pflichtspiel-Bilanz für den VfB spricht (25 Spiele: neun VfB-Siege, zehn Unentschieden, sechs FSV-Siege). Um 17.30 Uhr steigt im Zwickauer Westsachsenstadion das Testspiel 3. Liga gegen Regionalliga. Ein echter Härtetest für die Vogtländer.

Dabei freut sich der VfB überhaupt darüber, dass die Partie nun doch stattfinden kann. Die Partie war ursprünglich für Samstag geplant. Der Schnee ließ aber kein Spiel zu. Nun findet der Test in Zwickau statt. „Es ist schön, dass wir nun endlich auch mal auf einem großen Platz spielen können“, sagt VfB-Coach Sven Köhler über die Möglichkeit, auf dem Kunstrasen im Westsachsenstadion auch mal die gesamte Größe des Spielfelds zu nutzen.

Denn Auerbach ist noch immer vom Schnee und Eis geprägt. Der Rasen des VfB-Stadions: auf absehbare Zeit unbespielbar, der Kunstrasen auf dem Diesterwegsportplatz ist noch nicht präpariert. Daher musste das Team auf den kleinen Kunstrasen im VfB-Stadion ausweichen oder dann auf dem freigeschobenen Teil des Diesterwegsportplatzes trainieren. „Es ist eine schwierige Situation aufgrund der Wetterbedingungen in Auerbach“, sagt Köhler. „Wir sehen aber zu, dass wir schon einige Einheiten machen können.“

Der FSV sei ein gutklassiger Gegner, der dem Auerbacher Team alles abverlangen wird. Das zum Testen der Form aufschlussreich, aber auch aus einem zweiten Grund interessant: Im VfB-Team wird nicht nur Testspieler Björn Trinks auflaufen, sondern auch drei A-Junioren, die mit dem Team mittrainieren. Jan Luderer, Niklas Winkler und Pascal Sauer.