VfB verliert in letzter Sekunde

Der VfB Auerbach bleibt in der Fußball-Regionalliga auswärts unter seinen Möglichkeiten. Auch vom Tabellenschlusslicht Bischofswerdaer FV reisten die Vogtländer am Samstag ohne Punkte wieder zurück nach Hause. Dabei hätte die Partie niemals mit einer 1:2-(0:1)-Niederlage für Auerbach enden dürfen. Denn Auerbach hatte in dieser vom Abstiegskampf geprägten Partie Chancen für zwei Spiele. Doch aus dem Spiel heraus wollten selbst klarste Torchancen nicht ins Netz. Allein Auerbachs Torjäger Marc-Philipp Zimmermann hätte vor der Pause zwei Tore erzielen können, nach der Pause nochmals mindestens zwei. Zu allem Übel der Abschlussschwäche kamen beim VfB dann auch noch Geschwindigkeitsnachteile in der Defensive hinzu. Graf nutzte einen Konter zur BFV-Führung (25.). Danach kippte das Spiel bis zur Pause zugunsten der Hausherren, allerdings auch ohne große Chancen. Nach der Pause fehlte auf beiden Seiten über weite Strecke ein strukturiertes Spiel. Auerbach drängte, hatte Halbchancen, später auch 100-prozentige. Doch erst ein Freistoß von Marcel Schlosser (86.) landete im Tor. Auerbach drängte danach auf den Siegtreffer, das Tor fiel auf der Gegenseite. In der letzten Sekunde der Nachspielzeit lief der VfB wieder in einen Konter. Keeper Stefan Schmidt foulte im Strafraum, Zille verwandelte den Elfmeter. Eine äußerst bittere, weil unnötige Niederlage der auswärtsschwachen Auerbacher. „Es fühlt sich schlecht an, so ein Spiel zu verlieren“, sagte VfB-Coach Sven Köhler.

VfB will endlich mal nachwaschen

Jubel, Ernüchterung, Jubel, Ernüchterung – der VfB Auerbach befindet sich in der Fußball-Regionalliga in einer Achterbahnfahrt. Der entscheidende Grund dafür: Den Auerbachern fehlt die Konstanz in den Ergebnissen. Beim genaueren Blick wird schnell die Ursache dafür klar: die Auerbacher Heimstärke und die Auswärtsschwäche. Während der VfB daheim schon 13 Punkte geholt hat, waren es auswärts nur vier. „So richtig kann ich mir das auch nicht erklären“, sagt VfB-Coach Sven Köhler. Am Samstag, 13.30 Uhr, haben die Vogtländer immerhin die Chance, die Auswärtsausbeute aufzubessern. Denn die Vogtländer treten beim Bischofswerdaer FV an – und die Ostsachsen sind sowohl auswärts, als auch daheim die schlechteste Regionalliga-Mannschaft. Ein klare Angelegenheit? Köhler warnt. „Von der Punktausbeute her ist das eine klare Angelegenheit, aber ganz so einfach ist es im Fußball dann doch nicht.“

Denn trotz der sportlichen Misere sieht Köhler die Bischofswerdaer als ernstzunehmenden Gegner. Dreimal hat er den BFV beobachtet. Dreimal zeigte das Schlusslicht eine gute Leistung, aber ohne Punkte damit zu sammeln. „Sie haben ordentliche Spiele gezeigt. Daher erwarte ich ein ähnlich enges Spiel wie gegen Babelsberg.“ Die Vogtländer hatten den Konkurrenten im Rennen um den Klassenerhalt am Samstag mit 2:0 geschlagen. Es war ein Arbeitssieg gegen einen Gegner, der aus seinem hohen Ballbesitz nichts machte. Wird Bischofswerda mehr auf Kampf setzen, schließlich stehen sie noch viel mehr mit dem Rücken zur Wand? „Sie werden nicht nur auf Kampf setzen“, sagt Köhler. „Wenn ich mir den Kader anschaue, dann sind viele Spieler aus dem Dynamo-Nachwuchs im Team. Die können schon guten Fußball spielen.“ Nur fehlten bislang die Ergebnisse.

Daher fordert Köhler von seinem Team eine ähnlich hohe Konzentration („Es wird auf die Kleinigkeiten ankommen.“) wie gegen Babelsberg, wie bei Heimspielen. Personell kann er auf Marcin Sieber, der zuletzt gesperrt war, zurückgreifen. Paul Horschig ist weiterhin verletzt. „Wir wollen bei ihm kein Risiko eingehen. Er steigt nächste Woche wieder voll ein.“ Das kann Köhler im Moment auch, weil mittlerweile die Verletztenliste immer kürzer wird. Mit Daniel Tarczal kehrte ein wichtiger Spieler im zentralen, defensiven Mittelfeld zurück, auch wenn ihm nur die Luft für eine Stunde reichte. „Das ist bei einer so langen Pause normal.“

Vielleicht hilft ihm der Routinier auch dabei, die emotionale Berg-und-Talfahrt zu beenden. „Natürlich wäre es cool, wenn wir mal eine Serie hinlegen würden.“ Aber dafür muss auch mal ein Auswärtssieg her.

Thomas Stocks Doppelpack bringt VfB den nächsten Heimsieg

VfB Auerbach – SV Babelsberg 2:0 (1:0)

Der VfB Auerbach hat in der Fußball-Regionalliga den vierten Liga-Heimsieg in Serie gefeiert. Beim 2:0-(1:0)-Erfolg gegen den SV Babelsberg war Thomas Stock vor 520 Zuschauern der Matchwinner. Der Auerbacher Mittelfeldspieler erzielte beide Tore. Im Duell gegen den bislang sieglosen SVB brauchte es auch eine Einzelaktion, um ein zähes Spiel zu entscheiden. „Beide haben bis zum 1:0 nicht das letzte Risiko gewagt“, sagte VfB-Coach Sven Köhler. Auerbach hatte vor dem Führungstreffer (29.) keine klare Torchance, aber auch Babelsberg fehlte der Esprit im Spiel nach vorn. Da war schon Rangelovs Halbchance (8.), die VfB-Keeper Stefan Schmidt entschärfte. Auch nach der Pause bewahrte Schmidt sein Team vor dem Ausgleich, als Babelsberg seine beste Chance im Spiel hatte (57.). Allerdings hatte Hendrik Wurr zuvor für den VfB die Latte getroffen. Auerbach belohnte sich allerdings danach für die engagierte Leistung. Wieder war es Thomas Stock, der sich kurz nach Mittellinie den Ball schnappte, zwanzig Meter mit Ball am Fuß ging und sich dann ein Herz fasste. Aus 23 Metern traf er zur Vorentscheidung (72.), denn von Babelsberg kam danach nicht mehr viel. Auerbach brachte die Zu-Null-Führung über die Zeit. „Ich freue mich für Thomas Stock und die Mannschaft für den Sieg“, sagte Sven Köhler. Nach den vielen Heimerfolgen wollen die Vogtländer nun auch auswärts in die Erfolgsspur: Am Samstag, 13.30 Uhr, tritt das Köhler-Team beim Bischofswerdaer FV an.

Statistik

Tore: 1:0/2:0 Stock (27./71.).

Auerbach: St. Schmidt – Löser, Müller, Jeck, Morosow – Tarczal (72. Herold), Wurr – Kadric, Mar. Schlosser (89. Seb. Schmidt), Stock (90. Baude) – Zimmermann. – Trainer: Köhler.

Babelsberg: Flügel – Wilton, Rode, Awassi, Yesili/V – Montcheu/V, Reimann/V (46. Wolf) – Rangelov (75. Kaya), Danko, Dombrowa – Nattermann. – Trainer: Vorbeck.

Schiedsrichter: Kluge (Zeitz).

Zuschauer: 520.

Sven Köhler erwartet ein enges Spiel

Am Samstag, 13.30 Uhr, tritt der VfB in der Regionalliga gegen den SV Babelsberg an. Dann trifft der VfB auf den Tabellenvorletzten. Eine trügerische Ausgangslage, denn die Potsdamer sind in der Regionalliga etwas Außergewöhnliches: Einerseits durch ihre Spielweise (Köhler: „Sie spielen einen ordentlichen Fußball.“), andererseits weil ihnen das Kunststück gelungen ist, in einer Liga der Hopp-oder-top-Entscheidungen Grautöne zu zeichnen. Acht Unentschieden gelangen dem SVB, so viele wie keinem anderen Team. Die meisten anderen Mannschaften gingen öfter aufs Ganze – oder standen mit leeren Händen da. Der VfB spielte bislang nur zweimal unentschieden. Aber deshalb Babelsberg zu unterschätzen, wäre der falsche Weg. „Es wird wieder ein sehr enges Spiel“, prognostiziert Köhler.

Sein Problem: Mit Philipp Müller, der nach seiner Verletzung erst wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, droht ein Innenverteidiger auszufallen. Mit Marcin Sieber ist der zweite Innenverteidiger gesperrt. „Ich werde mir aber noch einen letzten Eindruck verschaffen“, sagt Köhler, der voraussichtlich auch den verletzten Paul Horschig ersetzen muss. Daniel Tarczal steht für ihn womöglich bereit.

Einen Wunsch hat Köhler – neben mehr Geduld von den Zuschauerrängen mit seinen Spielern – aber noch: „Mal ein 1:0, das wäre doch mal was.“ Drei Punkte, kein Gegentor und Zufriedenheit an allen Ecken und Ende.

VfB spielt sich in einen Rausch

VfB Auerbach – Wacker Nordhausen 5:2 (3:1)

Der VfB Auerbach hat in der Fußball-Regionalliga einen phänomenalen Nachmittag erlebt. Die Vogtländer siegten am Samstag vor 510 Zuschauer im VfB-Stadion mit 5:2 (3:1) gegen den hochfavorisierten FSV Wacker Nordhausen. Eine Energieleistung und die hohe Effektivität in der Chancenverwertung machte die Überraschung erst möglich. Denn die Partie begann eigentlich schlecht: Nordhausen wurde zunächst seiner Favoritenrolle gerecht. Scholl nagelte einen Freistoß früh in die Maschen (9.). „Wir hätten danach die Chancen auf 2:0 und 3:0“, sagte Gäste-Coach Heiko Scholz. Tatsächlich hätte Wacker nachlegen können. Doch dann schlug der VfB eiskalt zurück: Amer Kadric (32.) mit einem Abstauber, Thomas Stock (38.) per Kopfball und Marc-Philipp Zimmermann mit einem echten Torjäger-Tor, der einen Fehler der Gäste-Abwehr ausnutzte (39.), drehten die Partie innerhalb kürzester Zeit. Entschieden war die Partie damit aber noch nicht. Im Gegenteil: Nordhausen kam wieder besser aus der Kabine, Auerbach blieb aber vom 2:3-Gegentreffer verschont – und zog sogar davon. Ein Eigentor von Puntke (59.) stellte die Weichen auf Sieg. In den Zielbahnhof war das Spiel aber noch nicht eingefahren. Denn erneut musste Auerbach zittern, als das 2:4 durch Mickels fiel (62.). Es folgte die entscheidende Phase des Spiels, in der Auerbach mit einer einwandfreien kämpferischen Leistung einen weiteren Gegentreffer vermied und das 5:2 nachlegte. Marcel Schlosser traf drei Minuten vor Schluss und machte den Auerbacher Heimdreier perfekt. „Ich bin glücklich über den Sieg“, sagte VfB-Coach Sven Köhler.

Schwere Aufgabe ohne Stabilitätsanker

So richtig konnte Philipp Müller nicht unterscheiden, was mehr weh getan hatte, als er am vergangenen Samstag nach dem Pokalspiel auf der Behandlungsliege von Sporttherapeut Jens Richter lag. Die 1:4-Niederlage gegen die Leipziger oder sein Fuß. Mittlerweile dürfte klar sein: Es ist der Fuß. Denn Müllers Verletzung stellte sich als so schwer heraus, dass er am Samstag gegen Wacker Nordhausen (13.30 Uhr) nicht spielen kann. Mit ihm fällt ausgerechnet ein Spieler aus dem Abwehrverbund aus, der ein Stabilitätsanker war. „Er war ein stabiler Faktor für uns“, sagt auch VfB-Coach Sven Köhler. „Aber ein Einsatz ist unmöglich.“ Und so muss sich Köhler gegen den namhaften Gegner aus Thüringen etwas einfallen lassen. Denn ganz klar: Es kommt im VfB-Stadion erneut zu einem Aufeinandertreffen der unterschiedlichen Welten. Auf der einen Seite der Amateurverein als Gastgeber, auf der anderen Seite der finanzstarke Gast, der seit Jahren unter Profi-Bedingungen versucht, den Sprung in die 3. Liga zu schaffen. Bislang vergeblich. Und auch diese Saison läuft es für Wacker nicht optimal. Zwei Niederlagen ließen das Team von Trainer Heiko Scholz den Kontakt zur Spitze abreißen lassen. „Die Spitze hat 25 Punkte, Nordhausen 20“, konstatiert Köhler – und meint damit: Nordhausen ist also durchaus schlagbar. „Natürlich ist Wacker Favorit. Aber auch wir müssen wieder gewinnen – und wir haben bereits gezeigt, dass wir gegen Nordhausen nicht chancenlos sind.“

Hoffnung schöpft er aus der Vergangenheit: Vergangene Saison erzielte der VfB im Heimspiel eine 1:1. „Auch im Rückspiel waren wir trotz der Niederlage nicht so weit entfernt“, so Köhler. Beispielgebend soll der Sieg gegen den Berliner AK vor drei Wochen sein, als der VfB ebenfalls im VfB-Stadion einem Spitzenteam ein Bein stellte. „Aber das geht natürlich nur, wenn bei uns alles passt“, so der Coach. „Wir müssen die Fehlerquote geringer als zuletzt halten, aber auch mit Mut und Leidenschaft spielen.“

Gerade die Leidenschaft fehlte Auerbach gegen Lok Leipzig – allerdings auch aufgrund eines Faktors, der diesmal wohl keine Rolle spielen wird: der Schiedsrichter. Köhlers harsche Kritik an der Schiedsrichter-Leistung hallte unter der Woche nach. „Ich habe mir aber nochmals das Spiel angeschaut: Wir sind genauso aggressiv wie Lok ins Spiel gegangen, nur haben die Schiedsrichter-Entscheidungen uns aus dem Spiel gebracht.“

Ein Tag zum Vergessen

VfB Auerbach – 1.FC Lokomotive Leipzig 1:4 (0:1)

Die Ansage war klar: VfB-Manager Volkhardt Kramer hatte vor dem Spiel der dritten Runde des Sachsenpokals in Richtung des VfB-Teams seine Erwartung ausgedrückt. Nur mit einer außerordentlich guten Leistung habe der VfB gegen den Regionalliga-Konkurrenten 1.FC Lokomotive Leipzig eine Chance. Die Worte verhallten ungehört. Denn die Auerbacher Spieler riefen bei der 1:4-Heimniederlage am Samstag nichts davon ab. Statt eines Auftritts an der Leistungsgrenze blieb das Team – individuelle und auch in der Gesamtheit – unter den Möglichkeiten. Angesichts der 90-Prozent-Leistung statt eines 120-Prozent-Auftritts fiel die Niederlage völlig verdient aus. „Leipzig hat verdient gewonnen“, gestand auch VfB-Coach Sven Köhler.

Wie kam es nur zu diesem enttäuschenden Auftritt des VfB? Die Anzahl der Faktoren ist groß. Nummer 1 war das Auftreten. Lok war es von Beginn an anzumerken, dass sie die Derby-Schmach aus der Vorwoche so schnell wie möglich aus den Köpfen bekommen wollten. Leipzig nahm den Kampf an – auch über die Grenzen des Erlaubten hinaus. „Wir haben uns von der Aggressivität beeindrucken lassen“, sagte Auerbachs Philipp Müller. Und das, obwohl Auerbach genau das erwartet hatte. „Eine Überraschung war es nicht“, sagt Müller. „Aber irgendwie haben wir den Kampf trotzdem nicht angenommen.“ Auch Auerbach hätte nach dem 0:2 beim BFC Dynamo allen Grund dazu gehabt, ein anderes Gesicht den VfB-Fans zu zeigen.

Doch Auerbach kam nicht in die Zweikämpfe, die entscheidenden Duelle gingen meist zugunsten der Gäste aus. Und so gewann Leipzig nicht nur Zentimeter um Zentimeter auf dem Spielfeld, sondern auch das Selbstbewusstsein einer zuvor recht erfolgreichen Saison zurück. Hingegen verlor die Auerbacher Elf spürbar das Selbstvertrauen – oder ließ sich zusätzlich auch noch aus der Konzentration bringen. Der Mann, der daran einen entscheidenden Anteil hatte, war der Unparteiische, der einen noch schlechteren Tag erwischte als die Auerbacher Elf. „Ich tue mich mit solchen Worten schwer“, sagte VfB-Coach Köhler. „Aber der Schiedsrichter war dem Spiel heute nicht gewachsen.“ Jens Klemm bewertete von Anfang an Foulsituationen ungleich, hatte keine Linie – und noch viel schlimmer: Er lag bei seinen persönlichen Strafen völlig daneben. Leipzigs Pfeffer hätte schon in der ersten Halbzeit nach einer Tätlichkeit mit Rot vom Feld gemusst, eine ähnliche Aktion gab es auch noch nach der Pause. Köhler: „Leipzig hätte das Spiel wahrscheinlich auch so gewonnen und es soll auch keine Entschuldigung sein, aber dennoch bleibt ein fader Beigeschmack bei diesem Spielverlauf.“

Als sich Auerbach schon mit den ungewöhnlichen Schiedsrichter-Entscheidungen befasst, fiel das 0:1. Mal wieder ein Sonntagsschuss. Nach den Gegentoren aus der zweiten Reihe in Meuselwitz und in Berlin sind Fernschüsse mittlerweile der Erfolgsgarant gegen den VfB. „Irgendwann ist das kein Zufall mehr“, sagt Müller. In diesem Fall fiel Salewskis Schuss aus 23 Metern genau in den Winkel. Maximilian Schlosser war chancenlos. Selbst das 0:1 hätte den VfB noch nicht aus dem Wettbewerb werfen müssen. „Knackpunkt waren die beiden schnellen Gegentore nach der Pause“, analysiert Köhler. Lok machte kurzen Prozess: Immer, wenn Auerbach zu einer Offensive ansetzte, konterte Leipzig die Gastgeber aus. „Sicherlich hat Lok die Qualität für diese Tore“, merkt Köhler an, „aber mir fallen die Gegentore auch zu einfach. Die müssen wir besser verteidigen.“ Bestes Beispiel: Gerade als Paul Horschig den 1:3-Anschlusstreffer erzielt hatte, war Auerbach nach dem Anpfiff unsortiert genug, um sofort das 1:4 zu kassieren. „Wir stellen uns zu naiv an“, sagt Abwehrspieler Müller. „Wir unterschätzen die Gefahr der Situationen.“ Ein Problem, dass das VfB-Team schon zu Saisonbeginn hatte. „Es hilft nichts, wir müssen nun weitermachen und weiter an uns glauben.“ Und vielleicht auch aufmerksamer auf die Worte des Managers hören.

Statistik

Tore: 0:1 Salewski (28.), 0:2 Ziane (54.), 0:3 Pfeffer (61.), 1:3 Wurr (69.), 1:4 Ziane (70.).

Auerbach: Max. Schlosser – Seb. Schmidt, Müller, M. Sieber/V, Morosow/V (61. T. Sieber) – Horschig – Kadric, Wurr/V (61. Baude), Mar. Schlosser/V, Stock – Zimmermann.

1.FC Lok Leipzig: Wenzel – Berger (74. Pannier), Zickert, Urban, Heynke – Salewski, Wolf (72. Hajrulla) – Schinke, Pfeffer/V (81. Senic) – Steinborn/V, Ziane.

Zuschauer: 1.075.

Schiedsrichter: Klemm (Gröditz).

Große Spannung vor Pokalkracher im VfB-Stadion

Lange Zeit liegt es nicht zurück: In der Regionalliga hatte der VfB Auerbach erst vor wenigen Wochen bereits den 1.FC Lokomotive Leipzig zu Gast. Damals lieferten sich beide Teams einen heißen Kampf. Mit 1:1-Unentschieden endete die Partie. Dass die beiden Regionalligisten so schnell wieder aufeinandertreffen würden, erwartete damals keiner. Doch die Auslosung im Wernesgrüner-Pokal Sachsen ergab das Los: Auerbach gegen Lok Leipzig, schon so zeitig im Wettbewerb. „Natürlich konnten wir es uns nicht aussuchen“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Und hätten sich die Vogtländer es sich aussuchen können, dann hätten sie sicherlich nicht Lok als Heimspiel gewählt. Zumindest nicht zu einem so frühen Zeitpunkt im Pokal.

„Wir hätten gern länger Anlauf genommen, um auf einen großen Gegner zu treffen“, sagt Kramer. Doch nun ist es Lok geworden. Und am Samstag, 14 Uhr (live im MDR-Stream), steigt die Partie. „Wir können es nicht ändern, also müssen wir, wenn wir weit kommen wollen, jetzt schon einen Großen schlagen“, so Kramer weiter.

Erfolgsfaktoren am Samstag sind: Wie verdaut der VfB die Niederlage beim BFC Dynamo (0:2)? Kramer: „Die Niederlage ist abgehakt. Wir haben uns zu lange am Ball aufgehalten. Wenn wir gegen Lok eine Chance haben wollen, dann müssen wir zügiger spielen.“ Und auch einen außergewöhnlichen Tag erwischen. Denn ein weiterer Faktor wird, wie Lok die Derby-Niederlage bei der BSG Chemie Leipzig verdaut hat. „Wir haben gehört, dass die Lok-Enttäuschung riesig ist“, sagt Kramer. „Sie werden um Wiedergutmachung bemüht sein.“ Also auch kämpferisch dem VfB ein erneut heißes Duell liefern. Die Folge für den VfB: „Nur mit Kampf werden wir es nicht schaffen. Wir müssen auch fußballerisch Akzente setzen. Dazu ist das Team in der Lage“, sagt Kramer.

 

VfB-Personalien

Verletzt: St. Schmidt, Rosenkranz, Tarczal, M. Schmidt, Träger.

Gesperrt: Jeck.

Maximilian Schmidt übersteht Operation gut

Die Personalsituation im Regionalliga-Team des VfB bleibt weiter angespannt. Vor dem Heimspiel gegen den Berliner AK am Sonntag, 13.30 Uhr, stellt sich erneut das Auerbacher Team beinahe von selbst auf. Denn mit Niklas Jeck fällt ein weiterer Spieler aus. Immerhin nur eine Woche, denn der junge Defensivspieler ist gelb-rot-gesperrt.

Eine kleine erfreuliche Nachricht ereilte den VfB am Donnerstag aus dem Krankenhaus. Maximilian Schmidt hat seine Operation gut überstanden. „Natürlich habe ich noch Schmerzen“, sagt er. „Aber alles ist gut verlaufen.“ Schmidt musste am Kreuzband operiert werden, steht dem Team daher noch einige Monate nicht zur Verfügung.

Wieder zurück im Training ist Hendrik Wurr. Er kam in Meuselwitz auch schon zu einem Kurzeinsatz. Alle weiteren Spieler fallen weiterhin aus, was es für VfB-Coach Sven Köhler nicht einfacher macht. Dennoch gibt sich der VfB vor dem Spiel gegen die spielstarken Berliner kämpferisch: „Wir wollen natürlich unser Bestes geben, um die drei Punkte zu holen“, sagt Marcin Sieber. „Wir haben vor Berlin keine Angst.“

Gesperrt: Jeck (Gelb-Rot).

Verletzt: S. Schmidt, Rosenkranz, Tarczal, M. Schmidt, Träger.

Mit viel Selbstvertrauen nach Meuselwitz

Gern wird im Fußball von Traditionsduellen gesprochen. Doch wann beginnt Tradition? Worin unterscheiden sich Traditionsteams von angeblich Nicht-Traditionsteams? Die Antwort auf diese Fragen wird es auch am Sonntag in der Regionalliga nicht geben. Dafür aber eine Interpretation der anderen Art: Denn Meuselwitz gegen Auerbach – das steht mittlerweile schon für Tradition. Gegen keinen Gegner lieferten sich die Vogtländer im vergangenen Jahrzehnt so enge Duelle wie mit den Thüringern. Aus der Ferne wurde mittlerweile eine Nähe: Beide kämpfen mit ähnlichen Bedingungen um dieselben Ziele – und zuletzt meist mit ähnlichem Ausgang.

Denn für den ZFC und den VfB zählt nur der Klassenerhalt. Dass dieser in der laufenden Saison noch schwerer zu erreichen ist als in den Vorjahren, dürfte allen klar sein: Kein direkter Aufsteiger aus der Regionalliga, einige Drittliga-Klubs aus dem Nordosten mit großen Abstiegssorgen und eine ausgeglichene Liga – das Ende der Saison ist ungewisser denn je. Umso wichtiger sind daher Punkte gegen direkte Konkurrenten – und wer, wenn nicht Dauerkonkurrent Meuselwitz gehört dazu. „Wir spielen unter ähnlichen Bedingungen, auch wenn Meuselwitz uns finanziell natürlich voraus ist“, sagt Marc-Philipp Zimmermann. Sportlich aber nicht: Beide Teams haben acht Punkte, stehen mit ähnlichen Bilanzen im hinteren Tabellendrittel. „Wir wollen unbedingt nachlegen“, gibt daher Zimmermann vor. Nach vier Spielen ohne Niederlage verfügt der VfB über viel Selbstvertrauen.

Und das ist – und damit zurück zur Tradition – auch nötig. Denn in den letzten Jahren standen sich beide Teams 24 gegenüber. Elf Mal siegte der ZFC, nur sieben Mal der VfB. Allerdings: Die letzten beiden Spiele gingen an den VfB. Damit ist Auerbach unter Trainer Sven Köhler noch ohne Punktverlust gegen Meuselwitz. Das soll möglichst auch am Sonntag, 13.30 Uhr, Bestand haben – sozusagen ganz aus Tradition.