Sven Köhler gibt weiter beim VfB die Richtung vor

Da der Handschlag aktuell gerade nicht zeitgemäß ist, haben VfB-Vereinspräsident, Knut Beyse, und der Trainer des Regionalligateams, Sven Köhler, die Fortführung der Zusammenarbeit inzwischen schriftlich fixiert.

Beide Seiten sehen die Vertragsverlängerung als logische Konsequenz der bisher sehr erfolgreich und harmonisch verlaufenen Zusammenarbeit. „Wir freuen uns alle sehr über die Vertragsverlängerung“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. „Sven ist ein toller Trainer und ein toller Mensch.“ Zu dieser Einschätzung kommen sowohl die Regionalliga-Mannschaft, als auch alle im Umfeld des Vereins. Kramer: „Sven passt zu 100 Prozent zum VfB.“

Derzeit arbeiten Sven Köhler und Volkhardt Kramer intensiv an der Zusammenstellung des Regionalliga-Teams für die Saison 2020/21. „Der Verlauf der Gespräche empfinden wir als sehr angenehm und auf die aktuelle Situation angepasst weitergehen“, sagte Kramer.

Das VfB-Team plant in den nächsten Tagen auch einen Wiederbeginn des Trainingsbetriebs – ebenfalls angepasst auf die Corona-Situation. In Kleingruppen – und unter Beachtung aller Hygiene-Vorschriften – sollen die VfB-Spieler in den nächsten zwei Wochen bis zum womöglich endgültigen Abbruch der Saison trainieren und danach in die Sommerferien gehen.

Der VfB in der Corona-Krise – die wichtigsten Fragen

1. Trainieren die Regionalliga-Spieler des VfB derzeit?

Nein und ja. Zusammen dürfen sie nicht trainieren. Es gelten die Beschränkungen – und der VfB hält sich daran. Aber die Spieler sind nicht auf null gesetzt. „Wir haben individuelle Trainingspläne verteilt“, sagt VfB-Coach Sven Köhler. „Jeder trainiert für sich zuhause.“ Da die Sportplätze gesperrt sind, ist dies auf den Plätze nicht möglich.

2. Was machen die Regionalliga-Spieler des VfB derzeit?

Das, was sie eigentlich auch zu normalen Zeiten tun: Sie gehen arbeiten, in die Schule oder an die Uni. Oftmals nicht physisch in die Arbeitsstätten oder Universitäten, aber trotzdem gehen sie ihren Haupttätigkeiten nach. Das, was sie nicht tun, ist ihre Nebentätigkeit als Fußballer.

3. Die Spieler sind also nicht in Kurzarbeit?

Genau! Also zumindest nicht durch den VfB. „Wir haben bei uns keinen Spieler, der sozialversicherungspflichtig beim Verein angestellt ist“, erklärt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Wäre das so, wären sie Profis und könnten in Kurzarbeit geschickt werden – wie dies die meisten Regionalliga-Klubs auch tun. „Reine Fußballer werden von ihren Klubs in Kurzarbeit gesetzt. Diese Option haben wir nicht. Die Spieler haben aber Anspruch auf ihr vertraglich zugesichertes Geld – bis zum Ablauf des Vertrags.“

4. Möchte der VfB den Trainingsbetrieb mit dem Regionalliga-Team wieder aufnehmen – ähnlich wie Liga-Konkurrent Energie Cottbus?

Nein. Das hängt auch mit der Struktur zusammen. Wie erwähnt: Der VfB ist ein Amateurteam. Eine Genehmigung, in Kleingruppen zu trainieren, erteilen die Kommunen nur Profi-Teams. „Die Regelung zur Öffnung von Sportstätten ist an den Profisport gebunden. Wir fallen nicht darunter“, sagt Volkhardt Kramer. Und auch bei den Profis entscheidet jede Kommune für sich. Cottbus hat dies getan – und damit sei es auch in Ordnung. „Wir wollen in der derzeitigen Situation nicht mit dem Finger auf andere zeigen.“ Natürlich würde der VfB sich über eine Öffnung der Sportstätten für Sport- oder Trainingsbetrieb freuen. „Dabei geht es mir nicht einmal vordergründig um die Regionalliga. Ich mache mir hingegen Sorgen um unsere Kinder und Jugendlichen, die unter der aktuellen Situation stark leiden. Viele Eltern können vielleicht derzeit erst so richtig einschätzen, wie groß unsere soziale Funktion als Sportverein ist“, sagt Kramer. Und genau dieser Verantwortung will der VfB – wenn es nach Einschätzung der Experten wieder möglich ist – auch wieder nachgehen.

5. Zur Regionalliga: Ist der VfB für eine Fortsetzung der Saison?

Der VfB Auerbach würde natürlich gern die laufenden Saison weiterspielen. „Natürlich wäre eine Fortsetzung besser als eine Entscheidung am grünen Tisch“, sagt Volkhardt Kramer. „Aber nicht unter allen Bedingungen.“

6. Sind Geisterspiele für den denkbar?

Im Klartext: Geisterspiele sind für den VfB nicht darstellbar. „Das wäre für uns ohne schwere Verluste nicht umsetzbar.“ Denn bei Spielen ohne Zuschauer hätte der VfB dieselben Kosten wie bei Spielen mit Zuschauern, dafür aber keine Einnahmen.

7. Welche Alternativen gibt es?

Der Wunsch – also die optimale Lösung aus subjektiver VfB-Sicht – wäre eine Fortsetzung der Saison unter einem Teilausschluss der Öffentlichkeit. Zum Beispiel nur mit einem Zehntel der offiziellen Stadionkapazität.

8. Was hält der VfB von Livestreams der (Geister-)Spiele?

„Das ist alles noch sehr vage“, sagt Volkhardt Kramer. Vor allem die rechtliche Frage steht im Fokus. Ob der VfB die Spieler überhaupt vermarkten könnte, ist ebenso ungewiss. Daher hat sich der VfB noch keine abschließende Meinung gebildet.

9. Was ist im Fall der Fälle die besserer Alternative: Soll die Saison abgebrochen oder ausgesetzt werden?

Das ist eine schwierige Frage. Einen Vorteil hätte die Aussetzen: „Wenn die Corona-Krise zur Folge hätte, dass wir das Spieljahr ans Kalenderjahr angleichen, dann wäre das etwas Gutes“, sagt Volkhardt Kramer. Denn schon länger spricht sich der VfB für diese Regelung aus: Saisonstart zu Jahresbeginn, Saisonende am Jahresende. „Wenn bei Corona alles auf dem Prüfstand steht, dann doch auch das. Gerade jetzt haben wir doch Zeit, über alle Möglichkeiten nachzudenken.“

10. Die 3. Liga scheint wohl weiterzuspielen. Was sagt der VfB dazu?

Genau wie die 3. Liga sind auch die Regionalligen DFB-Spielklassen. „Wir spielen alle unter dem Dach des DFB, die Spielorganisation der Regionalligen wurden nur an die Regional-Verbände abgetreten.“ Daher ist auch klar, dass eine Gleichbehandlung der Spielklassen wichtig ist. „Der Solidaritätsgedanke darf nicht aus den Augen verloren werden“, sagt Volkhardt Kramer. Es darf also nicht passieren, dass die 3. Liga weiterspielt, die Regionalliga nicht – und dann die sportlichen Absteiger aus der 3. Liga in die Regionalligen eingegliedert werden. „Wenn das dann dazu führen würde, dass wir in der nachfolgenden Saison fünf oder sechs feste Absteiger hätten, kann das keine Lösung sein“, so Kramer weiter. „Natürlich gibt es kein Patentrezept, aber wir verlangen, dass man von oben bis nach unten eine gleichwertige Behandlung findet und wir nicht unter den Entscheidungen der höheren Ligen leiden müssen.“

11. Wie groß ist bislang schon der Schaden für den VfB durch die Corona-Krise?

Grob kalkuliert belaufen sich die Verluste durch die bislang abgesagten Spielen bereits auf 20.000 Euro. „Das ist allerdings erst eine Hochrechnung. Es sind wahrscheinlich sogar ein paar Tausend Euro mehr“, sagt Kramer.

12. Was sagt der VfB-Trainer Sven Köhler?

Auch für ihn ist die Situation neu und außergewöhnlich. „Das Schlimme ist für alle die Ungewissheit“, sagt er. „Und die bleibt.“ Für einen möglichen Rückstart der Spieler fordert er: „Wir sollten 14 Tage Vorlaufzeit haben.“ Eine kurze „Saison-Vorbereitung“ also. „Denn das Einzeltraining ist mit einem normalen Training nicht vergleichbar. Die Jungs müssten erst wieder das Gefühl als Team bekommen.“ Insgesamt appelliert er, einen Konsens zu finden. „Es gibt bei allen Varianten immer einen, der benachteiligt wird. Jede Regelung hat eine gewisse Ungerechtigkeit.“ Es bedarf also noch einiger Gespräche, um einen Weg zu finden, mit dem sich möglichst viele abfinden können.

VfB fordert Gleichbehandlung

Viel wird derzeit über die Situation in der Regionalliga diskutiert. Geht es weiter oder doch nicht? Eine Entscheidung steht noch aus und fällt vermutlich erst Anfang Mai. Ein Auerbacher Vorschlag wird dann ebenfalls wieder auf dem Tisch liegen: der Wunsch nach Gleichbehandlung. „Der Verband hat derzeit die Möglichkeit, die Statuten anzugleichen. Wenn in der Bundesliga die Altersgrenze auf 16 Jahre abgesenkt wird, dann soll dies auch für alle Regionalligisten gelten – zumindest die Spielberechtigung für 17-Jährige. Das ist derzeit noch nicht der Fall: Während alle Klubs mit Nachwuchsleistungszentren ihre 17-Jährigen einsetzen dürfen und auch im unteren Amateurbereich dies möglich ist, darf der VfB dies nicht. Das führte in der noch laufenden Saison zu einer kuriosen Situation: Niklas Jeck – Auerbacher Ausleihspieler vom FC Erzgebirge Aue – durfte als 17-Jähriger im VfB-Trikot Viertliga-Spiele bestreiten, hingegen die in Auerbach ausgebildeten Moritz Seidel und Yannic Voigt nicht. „Da werden wir unkorrekt behandelt. Wenn jetzt die Möglichkeit besteht, die Statuten unbürokratisch anzugleichen, dann verlangen wir jetzt auch diese Angleichung.“

Die schwere Suche nach einem Kompromiss

Während in der Bundesliga eine Fortsetzung der Saison im Mai möglich erscheint, befindet sich die Regionalliga Nordost weiter in einem Schwebezustand. Das konnte auch nicht die gemeinsame Videokonferenz aller Regionalliga-Klubs beenden. „Es war viel Kaffeesatzleserei dabei“, sagt Volkhardt Kramer, der für den VfB Auerbach an der Videoschalte teilgenommen hat. Bei der großen Runden wurden alle denkbaren Varianten durchgesprochen: Saisonabbruch, Geisterspiele, Verschiebung des Saisonendes oder Teilausschluss der Öffentlichkeit. Das Resultat: keins – oder anders ausgedrückt: Uneinigkeit. Je nach der Interesse unterscheiden sich die Positionen der Klubs erheblich.

„Aus der Diskussion habe ich herausgelesen, dass eine Mehrheit der Klubs spielen will“, sagt Kramer. Eine Mehrheit, aber nur eine dünne. Und: „Es sollen aber keine Geisterspiele werden.“ Wie das mit der Beschränkung, dass Großveranstaltungen bis Ende August untersagt sind, zu vereinbaren ist, bleibt weiter offen. Es scheint nur ein Teilausschluss der Öffentlichkeit denkbar. Ein Vorschlag, den auch der VfB mittragen würde. „Wenn die Zuschauerzahlen auf ein Zehntel der Stadionkapazität und unterhalb der Grenze von Großveranstaltungen gedeckelt bleibt, könnten wir damit leben“, sagt Kramer. Für Auerbach würde das bedeutet, dass bei einer Zuschauerkapazität von 5000 Plätzen nur 500 Zuschauer ins Stadion dürften – und dann auch nur mit dem erforderlichen Mindestabstand zueinander. „Die Sitzplätze könnte man entsprechend sperren.“

Ein weiterer Teil der Diskussion war die Übertragung der Regionalliga-Spiele durch den MDR und den RBB als Streams. Dann könnten die Klubs die Spiele in anderer Form vermarkten. Ob als Bezahl-Stream, mit freiwilligen Spende oder mit Sponsoren. „Damit wären aber vermutlich nicht die Unkosten zu decken“, wirft Kramer ein. Schon gar nicht für den VfB Auerbach, der im Vergleich zu den Großvereinen der Regionalliga ein deutlich geringeres Fanpotenzial hat. Im Gegensatz zu den Profiklubs hat der VfB derzeit auch nicht die Möglichkeit, Spieler in Kurzarbeit zu schicken – und damit Personalkosten einzusparen. Die VfB-Spieler sind Amateure, arbeiten also noch in ihrem Hauptberuf weiter.

Klar bleibt auch nach der Telefonkonferenz: Sicher ist noch nichts. Auch nicht, was im Falle eines Abbruchs passieren würde. „Es könnten Regressforderungen auf den Verband zukommen“, sagt Kramer. Daher wollen sich alle nochmals im Mai zusammentelefonieren – und dann entscheiden.

Regionalliga-Spieler in neuer Rolle

Der VfB Auerbach hat aufs Neue gezeigt, dass auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie der Zusammenhalt wichtig ist. Denn drei Spieler des Regionalliga-Kaders schlüpften in eine ganz neue Rolle. Doch ganz so neu war zumindest der Name nicht: Denn die Vogtlandweide war es schon einmal. Doch nicht in der Arena zur Vogtlandweide waren drei Regionalliga-Spieler des VfB aktiv, sondern beim VfB-Partner Vogtlandmilch, der für seiner Produktlinie Vogtlandweide bekannt ist.

Das Unternehmen, das seit Jahren den Fußball beim VfB fördert, hatte kurzfristig einen Engpass zu beklagen: Im Lager war ein Lkw zu beladen, aber nicht genügend Helfer zur Stelle. Und so kam Vogtlandmilch auf das Angebot des VfB zurück, ihren Partnern zur Seite zu stehen, wenn es zu eben solchen Engpässen kommt. Marcin Sieber, Pascal Sauer und Niklas Jeck – drei Studenten aus dem VfB-Team – tauschten ihr (Trainings-)Trikot mit Wärmejacken und beluden zusammen mit Vogtlandmilch-Angestellten den Lkw.

Der VfB hatte zu Beginn der Corona-Krise damit begonnen, seine Partner zu vernetzen und bei kurzfristigen Engpässen nach Lösungen gesucht. Zuvor halfen bereits Auerbacher Spieler zum Beispiel bei Edeka Kadelke auf ehrenamtlicher Basis aus. Die Aktion wird auch in den nächsten Wochen fortgeführt – solange der Ball in der Regionalliga noch nicht wieder rollt.

VfB-Spiel gegen Meuselwitz findet statt – Stand Donnerstag

Die Champions League und die Bundesliga ohne Zuschauer, ganze Drittliga-Spieltage werden verschoben. Und in der Regionalliga? Auch beim VfB Auerbach drehen sich in den vergangenen Tagen die Diskussionen um die Folgen der Corona-Virus-Epedimie. Der VfB hat am Mittwoch den Erlass der sächsischen Staatsregierung zum Umgang mit Großveranstaltungen erhalten. Außerdem hat der NOFV noch ein Schreiben an den VfB geschickt.

Klar ist: Das Spiel gegen den ZFC Meuselwitz am Samstag, 13.30 Uhr, fällt nicht in die Kategorie über 1000 Zuschauer. So viele Fans sind nicht einmal unter normalen Umständen zu erwarten. Und in Zeiten von Corona? Der VfB Auerbach hat – Stand Donnerstagmittag – folgende Maßnahmen getroffen:

1. Das Spiel gegen Meuselwitz findet statt. Allerdings beschränkt der Verein die Zuschauerzahl auf 700. „Mehr Karten geben wir nicht aus“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Aber ohnehin rechnet er nicht mit so vielen Zuschauern: „Eher mit 400 bis 500.“ Da die Arena an der Vogtlandweide über eine Zuschauerkapazität von 5000 Zuschauern verfügt, hätten die Zuschauer genügend Möglichkeiten, sich so aufzuhalten, dass sie sich anderen fernhalten können. „Wir haben 1200 überdachte Sitzplätze. Bei erwarteten 300 Zuschauern auf den Sitzplätzen ist es schon etwas anderes als in einer ausverkauften Halle.“

2. Der VfB Auerbach steht in Austausch mit dem NOFV und den zuständigen Ämtern. „Sollte das Gesundheitsamt zu einer neuen Einschätzung kommen, setzen wir diese auch um“, sagt Kramer.

3. Der VfB Auerbach wird zusätzliche Maßnahmen zur Desinfektion im Stadion ergreifen. „Wir orientieren uns an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts“, sagt Kramer. Gleichzeitig bitte der Verein die Zuschauer darum, dieser Etiquette zu folgen.

4. Die Spieler verzichten auf dem Feld auf das obligatorische Handshake vor dem Spiel – und werden auch nach dem Spiel Distanz zu den Fans halten. „Der Sieger wird den Fans aus der Ferne zuwinken. Wir werden uns nicht die Arme fallen – und das kann sicherlich jeder verstehen“, sagt Kramer.

5. Der MDR bietet im Internet einen Livestream des Spiels an. Alle Zuschauer, die nicht ins Stadion kommen wollen, haben die Möglichkeit, das Spiel dort zu verfolgen. „Jeder muss für sich eine eigene Risiko-Einschätzung durchführen“, sagt Kramer.

6. Wie es in den nächsten Wochen weitergeht, kann der VfB Auerbach auch nicht abschätzen. „Die Situation kann sich von heute auf morgen ändern“, sagt Kramer. „Wir sind nicht in der Lage, die aktuellen Entscheidungen in anderen Spielklasse zu bewerten. Wir bitten aber insgesamt darum, von Schwarz-Weiß-Betrachtungen Abstand zu nehmen. Wir verstehen die Aussagen der Landesregierung so, dass wir ein Mittelmaß zwischen Hysterie auf der einen Seite und Unterschätzen auf der anderen Seite zu finden.“

7. Der VfB Auerbach hält alle auf seinen Vereinskanälen (Webseite, Social Media) auf dem Laufenden.

Sven Köhler erwartet schweres Spiel in Rathenow

Sein Einstand ließ schon damals aufblitzen, was sich in den Monaten danach bestätigen sollte: Als Paul Horschig im Spätsommer vom FC Erzgebirge Aue nach Auerbach ausgeliehen wurde, erzielte er in seinem ersten Punktspiel – nach starker Leistung – gleich ein Tor. Danach wurde er Stammspieler. Und das mit 19 Jahren. Seit dieser Woche steht bei ihm auch eine Zwei vor der Altersangabe. Er feierte nun seinen 20. Geburtstag. „Zusammen mit Niklas Jeck hat uns damals seine Ausleihe zu uns sehr gut getan“, lobt VfB-Trainer Sven Köhler den Jubilar. „Sie haben auch einen großen Anteil daran, dass wir dort stehen, wo wir stehen.“

Und was gibt es besseres als Geburtstagsgeschenk für einen Fußballer als drei Punkte? Insofern hofft Horschig auf eine Wiederholung des Ergebnisses seines ersten Heimspiels in Gelb-Schwarz. Denn mit dem VfB holte er seinen ersten Sieg im Vogtland gegen Optik Rathenow, dem Auerbacher Gegner am Samstag, 13.30 Uhr.

Allerdings hat sich in den letzten Wochen leicht der Wind für den Aufsteiger der Hinrunde gedreht. Oder besser gesagt: Horschig erfährt derzeit kräftigen Gegenwind. „Mit der Verpflichtung von Oliver Genausch und Michael Schlicht hat er natürlich Konkurrenz erhalten“, sagt Köhler. Die Folge: Gegen Cottbus saß Horschig, der für seine jungen Jahre in der Hinserie relativ schwankungsfrei gespielt hat, nur auf der Bank. Und das als eine „Art Stammspieler“ – wie Köhler ihn bezeichnet. Aus den Worten ist aber zu entnehmen: Es handelt sich um eine Momentaufnahme. Horschig könnte schon in Rathenow wieder in die Startelf rücken, auch wenn er sich nun dem Konkurrenzkampf noch stärker als zuvor stellen muss. Aber nicht nur Horschig war zuletzt nur Zuschauer bei Köhlers Mittelfeld-Poker um die wenigen Plätze in der Startelf, sondern auch Thomas Stock. „Er saß auch auf der Bank – und war ein wichtiger Mann, als er ins Spiel kam“, sagt der Coach. Dasselbe erwartet er auch von den anderen, die in die Reservistenrolle zurückfallen.

Gerade in Rathenow kommt es auf den Charakter der Spieler an. Optik ist nicht Energie – so lautet die Kurzform der Ausgangslage. „Gegen Cottbus kannst du nur gewinnen, gegen Rathenow ist für viele in Auerbach alles andere als ein Sieg eine Enttäuschung“, sagt Köhler. Zählt er auch dazu? Zumindest erwartet er ein unangenehmes Spiel. „Im Hinspiel haben sie einen guten Fußball gespielt, aber mehr Fehler gemacht.“ Auch im Rückspiel werde die Fehlerquote entscheiden.

Psychologisch hat Auerbach einen Vorteil: Der Sechs-Punkte-Februar hat das Polster auf die Abstiegsränge anwachsen lassen. „Wir müssen nicht nach jedem Spiel Angst haben, hintenreinzurutschen“, sagt Köhler. Im Gegensatz zu Rathenow, die nur knapp vor den Abstiegsrängen stehen. Aber Köhler warnt: Noch ist Auerbach nicht sicher. „Im Fußball geht es schnell.“ Paradebeispiel dafür, wie schnell es gehen kann, sei der Hallesche FC in der 3. Liga.

Daher soll der VfB fleißig weiter punkten. Auch mit Paul Horschig – und womöglich über die Saison hinaus. „Natürlich wäre es gut, wenn er noch eine Saison bei uns bleibt“, sagt der VfB-Coach. „Wir werden uns mit Aue und dem Spieler zusammensetzen.“

Regionalliga-Spiel muss abgesagt werden

Das für Sonntag geplante Regionalliga-Spiel des VfB Auerbach gegen den FC Viktoria Berlin musste am Freitagabend abgesagt werden. Nach einer Begutachtung des Platzes durch ein Team der technischen Leitung des Vereins stand fest, dass bis Sonntag der Rasen in der Arena zur Vogtlandweide nicht mehr spielfähig zu bringen ist. “Der Platz ist kaum bis Sonntag zu räumen und selbst dann würden keine regulären Bedingungen für ein Fußballspiel herrschen”, erklärte VfB-Manager Volkhardt Kramer.

Der VfB teilte die Entscheidung dem Nordostdeutschen Fußball-Verband (NOFV) und auch den Gästen aus Berlin mit. “Wir standen bereits vorher ständig in Kontakt mit den Berlinern”, sagte Kramer. “Wir waren uns aber einig, kein Spiel erzwingen zu wollen.”

Die Schneefälle der letzten Tagen hatten dazu geführt, dass auf dem Rasen in der Auerbacher Arena eine geschlossene Schneedecke liegt. Die tagsüber höheren Temperaturen und der Temperatursturz über Nacht sorgt dafür, dass der Schnee verharscht. “Die Wettervorhersagen für die nächsten Tag und die Tatsache, dass es sich um schweren Schnee handelt, haben zu der Entscheidung beigetragen”, ergänzte Kramer. Und selbst wenn der Schnee bis Sonntag tauen würde, würde der Platz unter Wasser stehen – und damit genauso wenig bespielbar.

Für den VfB ist es die erste Spielabsage des Jahres. Angesichts des vergleichsweise kalten vogtländischen Winters ist das überraschend. “Bislang hatten wir Glück”, sagt Kramer. “Aber wir sind eben im Februar – und zu dieser Jahreszeit sind solche Bedingungen wie derzeit normal.”

Wann das Spiel nachgeholt wird, steht noch nicht fest. Bislang ist auch noch kein Testspiel der Regionalliga-Mannschaft geplant.

Erstes Spiel, erster Sieg – VfB holt ersten Heimsieg des Jahres

VfB Auerbach – FC Energie Cottbus 3:2 (1:1)

VfB Auerbach hat am Samstagnachmittag die große Sensation geschafft. Die Vogtländer besiegten vor 1180 Zuschauern in der Arena zur Vogtlandweide den früheren Bundesligisten FC Energie Cottbus. Damit hat der VfB beide Spiele in dieser Saison gegen den Favoriten gewonnen. Auch in Auerbach war wieder der ehemalige Cottbuser Marc-Philipp Zimmermann der entscheidende Mann. In einer rasanten Regionalliga-Begegnung kam der VfB optimal ins Spiel: Zimmermann traf nach 40 Sekunden zur Heimführung. Ein optimaler Start. „Natürlich hilft dir so ein Start“, sagte VfB-Coach Sven Köhler. „Das ist gut fürs Selbstvertrauen.“ Auerbach hielt die Gäste weitgehend vom Tor fern, konterte gefährlich, aber zu unpräzise. Der Ausgleich fiel dennoch: Fe. Brüggemann traf mit einer Direktabnahme zum 1:1 (39.). Cottbus erwischte nach der Pause den besseren Start. Rangelov traf mit einem abgefälschten Schuss zur Gäste-Führung (58.). Die Partie drohte zu kippen, doch Auerbach kam sofort zurück. Amer Kadric glich im direkten Gegenzug aus. Und es kam sogar noch besser: Nachdem der VfB schon zuvor einige gute Konterchancen ausgelassen hatte, wurde Zimmermann im Strafraum gefoult. Marcel Schlosser behielt die Nerven und erzielte den entscheidenden Treffer zum 3:2-Sieg. „Natürlich fühlt sich so ein Sieg immer gut an“, sagte Köhler.

Statistik

Tore: 1:0 Zimmermann (1.), 1:1 Fe. Brügmann (39.), 1:2 Rangelov (59.), 2:2 Kadric (60.), 3:2 Schlosser (86./Foulelfmeter).

VfB Auerbach: St. Schmidt – Löser, M. Sieber, Jeck, Morosow – Wurr – Kadric (90. Träger), Schlicht (59. Stock), Schlosser – Genausch (81. Horschig), Zimmermann. – Trainer: Köhler.

FC Energie Cottbus: Stahl – Fl. Brügmann (88. Yildirim), Müller, Koch/V, Borgmann – Eisenhuth (72. Pelivan), Erlbeck/V – Broschinski, Rangelov, Taz (66. Gladrow) – Fe. Brügmann. – Trainer: Abt.

Schiedsrichter: Bartnitzki (Erfurt).

Zuschauer 1.180.

VfB kommt zu spät besser ins Spiel

1.FC Lokomotive Leipzig – VfB Auerbach 3:1 (2:0)

Der VfB Auerbach hat in seinem zweiten Regionalliga-Spiel im Jahr 2020 die erste Niederlage einstecken müssen. Nach dem 2:1-Erfolg bei Hertha BSC II war für die Vogtländer beim 1.FC Lokomotive Leipzig nichts zu holen. In Leipzig verschlief das Team von Trainer Sven Köhler die erste Hälfte komplett. Vor 2580 Zuschauern sorgten Schinke (19.) und Pfeffer (22.) mit einem Doppelschlag schnell für klare Verhältnisse zugunsten der Gastgeber. Von Auerbach war bis dahin nicht viel zu sehen. Das änderte sich erst nach der Pause. Der eingewechselte Stock (53.) brachte den VfB wieder zurück ins Spiel. Doch bis auf das 1:2 gelang den Vogtländern nicht mehr genug, um dem Favoriten doch noch ein Bein zu stellen. Als dann Auerbach alles auf eine Karte setzte, nutzte Ziane (86.) eine Unaufmerksamkeit in der VfB-Defensive zum 3:1-Endstand. Ein gerechtes Ergebnis.