Letzter Test vor dem Start

Eine Woche vor dem Start in die Regionalliga testet der VfB Auerbach noch einmal. Am Samstag, 14.30 Uhr, empfangen die Vogtländer den FC Rot-Weiß Erfurt in der Auerbacher Arena zur Vogtlandweide zu einem besonderen Testspiel. Denn die Partie gegen den Oberligisten ist sozusagen das Rückspiel aus der vergangenen Saison: Noch vor Ausbruch der Coronavirus-Pandemie in Deutschland und dem Abbruch der Saison hatten die Thüringer den Spielbetrieb einstellen müssen, wodurch das Rückspiel in Auerbach ausfiel. Den entstandenen finanziellen Schaden, den Auerbach bis heute zu tragen hat, soll nun das Spiel gegen das neue Erfurter Team abmildern. „Es ist eine nette Geste der Erfurter zu uns zum Testspiel zu kommen“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer.

Zudem ist das Spiel auch sportlich attraktiv: Eine Woche vor dem Start beim Bischofswerdaer FV (in Bautzen) stellt die Begegnung für die Vogtländer einen letzten Härtetest dar. „Erfurt baut derzeit eine starke Mannschaft wieder auf, sodass wir uns sportlich einen starken Gegner erhoffen, mit dem wir Wettkampf-Bedingungen simulieren können“, sagt Kramer.

 

VfB feiert Saisoneröffnung – mal anders

Am 15. August startet der VfB mit einem Auswärtsspiel in Bautzen gegen den Bischofswerdaer FV in die ganz bestimmt interessante Saison in der Fußball-Regionalliga 2020/21. Die wird in diesem Jahr natürlich, genauso wie die dazugehörige Saisoneröffnung, unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und der umzusetzenden Hygienekonzepte stehen. So musste der VfB seine Planungen zur Saisoneröffnung inzwischen auch noch einmal umstellen. Ein Auftritt der befreundeten Cheerleader, der Besuch von Tieren des Ellefelder Streichelzoos und auch die enge Begegnung der Fans mit den Spielern müssen leider entfallen. Auch das Nachholen des Höhenfeuers im Anschluss an das Spiel am Freitag, 31. Juli, gegen die Vogtlandauswahl muss corona-, aber auch witterungsbedingt ausfallen. Es bleibt aber das für Spieler und Fans Bedeutendste: das Spiel.

Es wird um 18 Uhr in der „Arena zur Vogtlandweide“ angepfiffen. Dabei soll auch ein zweiter Test des Hygienekonzeptes erfolgen. Besser und schneller wird dabei ganz bestimmt schon die Datenerfassung der Besucher an den Eingangstoren erfolgen. Das kann übrigens auch über das Mitbringen eines ausgefüllten Datenblattes mit den eigenen Angaben geschehen. Benötigt werden Vorname, Name, Telefonnummer und Wohnort. Verwendet werden kann auch der Link der Stadtverwaltung Auerbach: https://bit.ly/daten-corona

Vor und während des Spiels wird am Freitag auch das Zusammenspiel der Stadionmoderation mit der LED-Wand geprobt. Natürlich kommen vor dem Spiel auch der Trainer und die Neuzugänge in einem Interview mit dem Stadionsprecher Bernd Schädlich zu Wort. Vor Anpfiff der Partie wird sich der VfB noch einmal öffentlich bei all denjenigen bedanken, die dazu beigetragen haben, dass im Auerbacher Stadion nun über eine moderne LED Wand verfügt werden kann.

Die neue Regionalliga-Saison – das Personal und der Etat

Sommerpause, Transferzeit. Das gilt in aller Regel – auch in diesem Sommer, der geprägt ist von der Corona-Pandemie und der zuvor abgebrochenen Regionalliga-Saison. In der neuen Serie starten 20 Teams und damit zwei mehr als in der Vorsaison. Somit bekommen die VfB-Fans mit den vier zusätzlichen Spielen gewissermaßen eine Entschädigung für die ausgefallenen Partien. Andererseits steigt die Belastung für die Spieler, sodass eigentlich ein größerer Kader – gerade bei einem reinen Amateurverein wie dem VfB Auerbach – nötig wäre. Wie schauen deshalb die Personalplanung des VfB aus? Ein Überblick:

Die Neuen

Der VfB Auerbach hält sich aus verschiedenen Gründen auf dem Transfermarkt zurück. Einerseits verfügt der VfB über ein eingespieltes Team, das bereits bewiesen hat, dass es die Regionalliga halten kann. Zudem kam mit Michael Schlicht ein wichtiger neuer Spieler bereits zur Winterpause. Ein vorgezogener Transfer. Im Sommer zog der VfB zudem Moritz Seidel und Yannic Voigt aus der eigenen A-Jugend ins Regionalliga-Team. „Beide können den Sprung schaffen“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Der VfB möchte damit von der aufwändigen Nachwuchsarbeit der letzten Jahre profitieren. Die sportlichen Verantwortlichen trauen den beiden zu, den Sprung zu schaffen, weshalb die beiden Eigengewächse vollwertige Mitglieder im Regionalliga-Kader sind. Zudem hat Aleksandr Guzlajevs einen Vertrag beim VfB unterschrieben und ist damit der erste externe Neuzugang. Zuvor spielte er beim VFC Plauen, war aber zuletzt ohne Verein. Mit Marius Kuhl wechselt zudem ein talentierter junger Torhüter aus der U19 des FC Erzgebirge Aue ins Göltzschtal.

Indirekt als Neuzugänge könnten auch noch Paul Horschig und Niklas Jeck ins Vogtland gelten, sollten sie weiterhin vom FC Erzgebirge Aue nach Auerbach ausgeliehen werden. Eine Entscheidung fällt in den nächsten Tagen. „Sollte beide nicht kommen, werden wir sicherlich noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv“, prognostiziert Kramer. Diesmal hat der VfB auch länger Zeit, denn das Transferfenster schließt erst im Oktober, sodass der Klub auch die nächsten Wochen und den Regionalliga-Start abwarten wird.

Die Abgänge

Der VfB-Kader wird auf jeden Fall schlanker. Mit Amer Kadric (ZFC Meuselwitz), Oliver Genausch (Bischofswerdaer FV), Daniel Tarczal (Trainer in Pribram), Albert Löser (zweite Mannschaft), Albijan Kamaraj (unbekannt), Marcel Baude (unbekannt), Jan Max Denschel (VfB Schöneck) sowie dem vorläufigen Ende der Leihe von Niklas Jeck und Paul Horschig verlassen gleich neun Spieler den Verein. „Hätten wir dieselbe Kadergröße wie in der Rückrunde behalten, wären wir zu breit für unsere Verhältnisse aufgestellt gewesen“, sagt Kramer.

Dabei schmerzen vor allem die Abgänge von Kadric und Genausch sowie der beiden Leihspieler, sollte es so kommen. Kadrics Wechsel nach Meuselwitz hatte rein sportliche Gründe, weil der Mittelfeldspieler beim ZFC unter Vollprofi-Bedingungen spielen kann. Etwas, das der VfB nicht bieten kann. Bei Genausch waren Arbeit und Fußball nicht unter einen Hut zu bekommen, sodass er näher an seinen Arbeitsplatz wechselte. „Er hatte von Anfang mit offenen Karten gespielt“, sagt VfB-Trainer Sven Köhler. Von daher kam die Entscheidung letztlich nicht mehr überraschend, ist dennoch schade. Tarczal und Löser treten in die zweite Reihe. Bei Kamaraj gaben ebenfalls familiäre Gründe den Ausschlag zu der Entscheidung, Baude konnte die Erwartungen nicht erfüllen und tritt auch aus familiären Gründen kürzer. Weitere Wechsel aus dem VfB-Kader sind allerdings nicht mehr zu erwarten.

Der Etat

Die Folgen der Corona-Krise sind im Budget des VfB spürbar. Einige Unternehmen leiden unter den Folgen der Pandemie – und kürzten ihre Sponsoring-Leistungen. Andererseits fehlen dem VfB natürlich die Einnahmen aus den ausgefallenen Heimspielen. Schon das aufgrund der Insolvenz des FC Rot-Weiß Erfurt ausgefallenen Topspiels in der Arena zur Vogtlandweide hatte dem VfB einen finanziellen Schaden zugefügt, danach folgten die Corona-Ausfälle trotz weiter laufender Kosten. Denn der VfB zahlte seinen Spielern auch trotz der Zwangspause weiterhin die Pauschalen. Von der Möglichkeit Kurzarbeit konnte der VfB – im Gegensatz zu vielen anderen Liga-Konkurrenten – keinen Gebrauch machen, weil in Auerbach kein Profifußball gespielt wird. Damit blieben ausgerechnet solide wirtschaftende Fußballklubs wie der VfB auf den vollen Kosten sitzen, während andere staatliche Hilfen in Anspruch nehmen konnten.

Aber der VfB bleibt dennoch bei seiner Philosophie, in Eigeninitiative das „Financial Fairplay“ in der Regionalliga umzusetzen und weiterhin auf solide Finanzen zu setzen. Damit bleibt es weiterhin beinahe ein Wunder, dass der VfB mit der so finanzstarken Konkurrenz der Regionalliga Nordost konkurrieren kann. Ein Wunder, das allerdings in den nächsten Monaten noch mehr Arbeit benötigt. Denn ganz klar: „Der Etat wird sinken“, sagt Volkhardt Kramer. Um wie viel steht noch nicht fest.

Erste Entwarnung, aber noch kein Aufatmen

Das erste Test-Heimspiel gegen International Leipzig hinterließ einen etwas verärgerten VfB-Trainerstab – und gleich drei Verletzte. Am schlimmsten traf es Hendrik Wurr, dem im VfB-Team eigentlich eine zentrale Rolle zugedacht wird. Die erste Diagnose macht jedoch Hoffnung, dass es doch nicht so schlimm ist wie zunächst befürchtet. Die Kreuzbänder sind nicht gerissen, ergab eine erste Untersuchung. „Ich habe aber am Dienstag noch eine weitere MRT-Untersuchung“, sagt Wurr. Dann soll sich herausstellen, ob der Meniskus einen Schaden abbekommen hat oder ob die Innenbänder beschädigt sind. Ihm droht damit dennoch ein längerer Ausfall. Ebenfalls vorerst nicht mehr trainieren kann Alexander Morosow nach einem Schlag auf den Fuß. „Zum Glück ist erst mal nichts gebrochen“, sagt er. Allerdings konnte er einen Tag nach dem Spiel nicht mehr auftreten, sodass noch ein längerer Ausfall droht. Auch er hat am Dienstag die nächste Untersuchung. Dann wird es Neuigkeiten geben. Thomas Stock fällt auch vorerst nach einem Pferdekuss aus. Wie lange ist ebenso noch unklar.

Ordentlicher Test mit drei Wermutstropfen

VfB Auerbach – International Leipzig 0:1 (0:0)

Der VfB Auerbach hat es geschafft: Nach exakt 151 Tagen fand in der Arena zur Vogtlandweide in Auerbach wieder einmal ein Fußballspiel statt. 149 Tage mussten die VfB-Fans warten, bis sie das Gefühl wieder erleben durften, im Stadion ihre Schwarz-Gelben zu sehen. Der Andrang an den Kassen mit einigen Wartezeiten sah deshalb ganz danach aus, als ob die Auerbacher Fußballfans ungeduldig auf das Spiel gewartet hätten. Doch lag die längere Wartezeit allein daran, weil aufgrund der Hygiene-Bestimmungen die persönlichen Daten aller Zuschauer erfasst werden mussten. Doch alles halb so schlimm, denn endlich rollte wieder der Ball.

Allerdings merkte man beim Testspiel des Regionalligisten deutlich an, dass die lange Pause Spuren hinterlassen hat. Auf Fußballfeinkost müssen die Fans wohl noch einige Zeit warten. Dafür kehrte gegen International Leipzig schon wieder das Auerbacher Stadiongefühl zurück – mit markigen Sprüchen und hart-herzlicher Atmosphäre. Dazu trugen auch die Gäste mit ihrer überharten Spielweise bei. „Für ein Testspiel war mir das phasenweise zu unfair“, beschwerte sich VfB-Trainer Sven Köhler. Zurecht, denn beim Blick auf seine Verletztenliste war das Spiel keinesfalls hilfreich: Thomas Stock musste früh nach einem Pferdekuss der übleren Sorte raus, noch schlimmer erwischte es Hendrik Wurr, der sich das Knie in einem Zweikampf verdrehte und ins Krankenhaus musste. Eine genaue Diagnose gibt es wohl erst Ende der Woche. Gut sah es allerdings nicht aus. Eine lange Pause droht. Hingegen dürfte Alexander Morosow nach einem Foul in der Schlussphase nach einigen Tagen Pause wieder trainieren können.

So blieb ein fader Beigeschmack, der noch unappetitlicher beim Blick aufs Ergebnis wurde. Der VfB verlor mit 0:1 (0:0), wobei die Niederlage allein der Tatsache geschuldet war, dass die Vogtländer ihre Chancen nicht verwerteten. „Wir hatten genug Chancen – vor allem in der zweiten Halbzeit“, sagte Köhler. Doch entweder rettete das Aluminium wie bei Marcel Schlossers Schuss aus der zweiten Reihe (80.) oder die Auerbacher hatten noch nicht genug Zielwasser getrunken – wie bei den Chancen von Marc-Philipp Zimmermann oder weiteren Halbchancen, die eigentlich allesamt zu Toren hätten führen können. Bitter war, dass Leipzigs von Doorne eine Unaufmerksamkeit im Auerbacher Umkehrspiel eiskalt ausnutzte (70.). „Insgesamt war es ein ordentlicher Test“, sagte Köhler trotzdem, auf dessen Team am nächsten Donnerstag ein Testspiel in Flöha und einen Tag später – also am Freitag, 31. Juli – das nächste Heimspiel gegen die Vogtlandauswahl wartet. Die fußballfreie Zeit ist also hoffentlich endgültig beendet.

VfB empfängt Inter Leipzig – mit Zuschauern

Das lange Warten scheint ein Ende zu haben. Stand Dienstagnachmittag erhält der VfB Auerbach grünes Licht für ein Testspiel (Mittwoch, 18 Uhr) in der Auerbacher Arena zur Vogtlandweide gegen den FC International Leipzig – mit Zuschauern. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick:

1. Dürfen Zuschauer ins Stadion? Wenn ja: Wie viele?

Grundsätzlich sind laut den Vorgaben der sächsischen Staatsregierung Zuschauer zugelassen – so interpretiert es jedenfalls die Stadt Auerbach. Aber: Ohne Hygiene-Konzept dürfen nur 50 Fans ins Stadion – so wie es beim ersten Auerbacher Testspiel nach der Corona-Zwangspause in Vielau der Fall war. In Auerbach sollen es dann doch ein paar Zuschauer mehr sein. „Wir erwarten 300 bis 400 Zuschauer“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Das bedeutet: Der VfB musste in den vergangenen Tagen ein Hygiene-Konzept erarbeiten und genehmigen lassen. Und es sieht gut aus, sodass auch Spiele in den nächsten Wochen mit einer höheren Zuschauerzahl denkbar sind. Beispielsweise dann, wenn die Regionalliga wieder beginnt und auf den VfB die Knaller-Heimspiele gegen den Chemnitzer FC und Energie Cottbus warten. Am Mittwoch, 18 Uhr, gegen den Oberligisten sind es ein paar Zuschauer weniger. Trotzdem gelten die scharfen Regeln des Hygiene-Konzept.

2. Was müssen Zuschauer beachten?

Grundsätzlich gilt: „Jeder sollte nach dem gesunden Menschenverstand handeln“, sagt Kramer. „Alle sollten sich also auch an die Hygiene-Regeln halten, die sie im Alltag anwenden.“ Also zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt. Im Stadion bittet der VfB darum, bis vom Einlass des Stadions bis zum Platz einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Plätze im Stadion stehen nur in beschränkter Zahl zur Verfügung, weil zwischen den Zuschauern ein Sicherheitsabstand zu halten ist. So soll nur jeder dritte Platz besetzt werden. Alle gesperrten Plätze sind gekennzeichnet bzw. abgesperrt. Der VfB wird das Einhalten der Abstände kontrollieren. Außerdem ist es strikt untersagt, sich im Stadion-Innenraum (Spielfeld) aufzuhalten. Dort haben nur Spieler und Teamoffizielle Zutritt. Dasselbe gilt für alle sanitären Innenbereiche, wie das Tribünengebäude. Zuschauertoiletten sind nur mit Mund-Nasen-Schutz zu nutzen. Desinfektionsspende sind überall aufgestellt. Der VfB bittet um die ausgiebige Nutzung. Außerdem unterstützt der VfB ausdrücklich die Nutzung der Contact-Tracing-App auf dem Smartphone. „Alle diese Maßnahmen dienen dazu, zum Fußball zurückzukehren“, bittet Kramer um tatkräftige Unterstützung der Fans, die das Stadionerlebnis nur weiterhin beibehalten können, wenn sie sich auch gegenseitig auf die Verhaltensregeln aufmerksam machen und damit einen Teil dazu beitragen, dass auch weiterhin Spiele stattfinden können.

3. Werden die persönlichen Daten der Besucher erfasst?

Am Mittwoch voraussichtlich nicht. Da es sich nicht um ein Spiel mit höherer Zuschauerzahl handelt, geht der VfB bislang davon aus, darauf verzichten zu können. Bei 200 bis 300 Zuschauern ist das im Moment noch nicht nötig, was aber nicht heißt, dass es nicht doch noch kommen könnte. „Wir sind auf alles vorbereitet“, sagt Kramer. Der VfB garantiert dabei auch, alle Datenschutzbestimmungen einzuhalten. Gleichzeitig geht der VfB davon aus, dass es bei Spielen mit höherer Zuschauerzahl eine Erfassung der persönlichen Daten geben wird.

4. Gibt es Verpflegung im Stadion?

Ja. Der VfB Auerbach hat zusammen mit dem Stadion-Caterer ein eigenes Hygiene-Konzept. So wird es Speisen und Getränke geben – zudem aus Einwegpackungen. Der Verkauf findet ausschließlich nur an der Holzbude unterhalb des Eingangsbereichs Bienenweg statt. Und das nur in einem Einbahnstraßensystem. Es kann mit Bargeld bezahlt werden. Da der Verkauf hinter einer Plexiglas-Scheibe stattfindet, ist ein Mundschutz nicht zwingend erforderlich. Der VfB rät aber – wie bereits erwähnt – grundsätzlich zum Tragen außerhalb des Sitzplatzes.

5. Was gibt es sonst noch zu beachten?

Alle Vorschriften werden im Stadion nochmals auf Zetteln erläutert. Der VfB fordert eindringlich dazu auf, alle Regeln strikt zu befolgen – zu unser aller Wohl und Gesundheit. Der Eintritt zum Spiel beträgt fünf Euro. „Wir hoffen damit unsere Unkosten zumindest zu decken“, sagt Kramer – auch in Hinblick auf die höheren Kosten aufgrund der Hygiene-Regelungen. Alte Jahreskarten besitzen weiterhin Gültigkeit.

VfB wird Neunter – und holt einen Titel

Die achte Regionalliga-Saison ist für den VfB beendet. Das Präsidium des NOFV hat am Freitag entschieden, die Saison abzubrechen und mit der Quotientenregel zu werden. Was bedeutet das? Ein Überblick.

 

Wie fällt das Saisonfazit für den VfB aus?

Der VfB ist damit zum dritten Mal in seiner Vereinsgeschichte Tabellenneunter der Regionalliga. Nur in der Saison 2013/14 schnitt das Team besser ab. Damals wurde der VfB Siebter. Mit Platz 9 wiederholte der VfB das Ergebnis der Vorsaison – für Trainer Sven Köhler ist es damit der zweite neunte Platz mit dem VfB. Beachtlich! Damit wurde der VfB für seine guten Leistungen in den bisherigen Spielen belohnt. „Wir hatten in diesen Wochen der Ungewissheit deshalb den Vorteil, nicht von den Entscheidungen anderer abhängig zu sein“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Der VfB musste keine Angst vor einem vorzeitigen Saisonabbruch mit Absteigern haben. „Wären wir auf einem Abstiegsplatz gestanden, dann hätten wir garantiert auch für einen Abbruch ohne Absteiger geworben“, sagt Kramer. Dass es nun dazu kommt, hat allerdings weitreichende Folgen.

Wie geht es in der Regionalliga für den VfB weiter?

In diesem Punkt herrscht zum Teil noch Ungewissheit. Völlig offen ist, wie groß die Staffel in der neuen Saison wird, was davon abhängig ist, wie viele Teams aus der 3. Liga in die Nordost-Staffel absteigen und ob der Quotienten-Meister Lok Leipzig das Relegationsspiel gegen den SC Verl gewinnt. Zwei Konsequenzen drohen: eine Mammut-Liga und eine Mega-Abstiegsregelung. Die Regionalliga droht auf bis zu 23 Teams anzuwachsen. Denkbar sind zwar nur 22, realistisch 20 bis 21. Mehr Teams hätten einen riesigen Spielplan zur Folge – mit womöglich 40 Spieltagen statt 34 (bei 21 Teams). Der Termindruck wäre riesig. „Es war schon ein Spieltag zu Weihnachten im Gespräch“, sagt Kramer. „Das wäre für uns undenkbar.“ Klimatisch, aber auch moralisch wäre diese Regelung völlig daneben. Deshalb fordert der VfB den Verband nun auf, schnellstmöglich einen Rahmenterminplan zu veröffentlichen, der alle Szenarien einbezieht.

Wie wirkt sich die Liga-Größe auf den Abstieg in der nächsten Saison aus?

Das ist noch unklar, weil die Mannschaftszahl noch nicht feststeht. Klar ist für den VfB: „Das Argument, dass wir dieses Jahr Mannschaften aufgrund der Corona-Pandemie verschonen, stimmt nicht. Wir verschonen niemanden, sondern bestrafen in der nächsten Saison andere“, sagt Kramer. Dann nämlich, wenn eine mögliche 22er-Liga auf 18 reduziert würde. Sechs bis acht Absteiger hätte das zur Folge. „Das geht nicht“, sagt Kramer im Namen des VfB. „Die Reduzierung der Staffel ist nur stufenweise zu realisieren.“ Über zwei oder drei Jahre hinweg. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang ebenfalls, die Zugangskriterien zur Regionalliga strenger als bislang anzuwenden. Während Vereine wie der VfB oder Rathenow die Zulassungs-Voraussetzungen erfüllen und in Steine statt in Beine investieren, ist das nicht bei jedem Klub in der Liga der Fall. Die Vorgabe, eine Heimstätte mit Flutlicht vorzuweisen, muss strenger als bislang beachtet werden.

Welche Position hat der VfB überhaupt zum Saisonabbruch vertreten?

Der VfB war für einen Abbruch – und der Anwendung der Quotientenregel. „Natürlich ist es menschlich verständlich, dass sich Altglienicke oder Cottbus darüber beschweren“, sagt Kramer. Allerdings sei es die fairste Lösung. Damit steht der 1.FC Lokomotive Leipzig als Meister fest, der in die Relegation muss. „Es enttäuscht mich komplett, dass die 3. Liga nicht in dieser Situation eine Ausnahme macht und alle Regionalliga-Meister aufsteigen lässt“, sagt Kramer. „Sie hätten sich damit mit den Regionalligen solidarisieren können.“ So müssen Lok und Verl einen Aufsteiger ausspielen – anstatt beide aufsteigen zu lassen. „In der Folge fangen wir als Regionalliga alles auf: die Saisonfortsetzung der 3. Liga und die Relegationsregelung.“ Mit eben der größeren Liga und dem womöglich verschärften Abstieg. Wichtig ist aus VfB-Sicht auch, dass noch vor Beginn der Relegation feststeht, ob Lok Leipzig überhaupt die Drittliga-Lizenz erhält. „Andernfalls würden wir uns als Liga womöglich benachteiligen“, sagt Kramer. Dann, wenn Lok zwar die Relegation gewinnt, aber keine Lizenz erhält. Daher hofft der VfB schnell auf Klarheit.

Haben die NOFV-Entscheidungen weitere Folgen?

Ja, und zwar zwei. Der VfB kann einen Titel feiern! Marc-Philipp Zimmermann hat gemeinsam mit Herthas Muhammed Kiprit die Torjägerkrone geholt (16 Treffer). Glückwunsch, Zimbo! Ebenfalls hat die U17 sportlich den Klassenerhalt in der Regionalliga geschafft – als Tabellenvorletzter. Allerdings hatte der VfB bereits vorher entschieden, kein weiteres Jahr in der Regionalliga zu spielen. „Es ist sportlich eine sehr hohe Herausforderung. Wir hätten es nicht geschafft, einen regionalliga-tauglichen Kader für die neue Saison zu stellen“, sagt Kramer über die B-Junioren. Auch nicht, weil die zweithöchste B-Junioren-Spielklasse finanziell nicht zu stemmen sei. Entscheidender Faktor sei eine Entscheidung des DFB gewesen, kleinen Vereinen wie dem VfB die Förderung für den Nachwuchs zu streichen. 7000 Euro würden dadurch im Etat fehlen. „Der DFB setzt andere Prioritäten als kleinen Vereinen, die sportliche Erfolg haben, zu helfen“, sagt Kramer. „Wir sind dazu angehalten, unsere Nachwuchsarbeit selbst zu finanzieren.“ Ganz im Gegensatz zu den gut alimentierten Nachwuchsleistungszentren.

Sven Köhler gibt weiter beim VfB die Richtung vor

Da der Handschlag aktuell gerade nicht zeitgemäß ist, haben VfB-Vereinspräsident, Knut Beyse, und der Trainer des Regionalligateams, Sven Köhler, die Fortführung der Zusammenarbeit inzwischen schriftlich fixiert.

Beide Seiten sehen die Vertragsverlängerung als logische Konsequenz der bisher sehr erfolgreich und harmonisch verlaufenen Zusammenarbeit. „Wir freuen uns alle sehr über die Vertragsverlängerung“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. „Sven ist ein toller Trainer und ein toller Mensch.“ Zu dieser Einschätzung kommen sowohl die Regionalliga-Mannschaft, als auch alle im Umfeld des Vereins. Kramer: „Sven passt zu 100 Prozent zum VfB.“

Derzeit arbeiten Sven Köhler und Volkhardt Kramer intensiv an der Zusammenstellung des Regionalliga-Teams für die Saison 2020/21. „Der Verlauf der Gespräche empfinden wir als sehr angenehm und auf die aktuelle Situation angepasst weitergehen“, sagte Kramer.

Das VfB-Team plant in den nächsten Tagen auch einen Wiederbeginn des Trainingsbetriebs – ebenfalls angepasst auf die Corona-Situation. In Kleingruppen – und unter Beachtung aller Hygiene-Vorschriften – sollen die VfB-Spieler in den nächsten zwei Wochen bis zum womöglich endgültigen Abbruch der Saison trainieren und danach in die Sommerferien gehen.

Der VfB in der Corona-Krise – die wichtigsten Fragen

1. Trainieren die Regionalliga-Spieler des VfB derzeit?

Nein und ja. Zusammen dürfen sie nicht trainieren. Es gelten die Beschränkungen – und der VfB hält sich daran. Aber die Spieler sind nicht auf null gesetzt. „Wir haben individuelle Trainingspläne verteilt“, sagt VfB-Coach Sven Köhler. „Jeder trainiert für sich zuhause.“ Da die Sportplätze gesperrt sind, ist dies auf den Plätze nicht möglich.

2. Was machen die Regionalliga-Spieler des VfB derzeit?

Das, was sie eigentlich auch zu normalen Zeiten tun: Sie gehen arbeiten, in die Schule oder an die Uni. Oftmals nicht physisch in die Arbeitsstätten oder Universitäten, aber trotzdem gehen sie ihren Haupttätigkeiten nach. Das, was sie nicht tun, ist ihre Nebentätigkeit als Fußballer.

3. Die Spieler sind also nicht in Kurzarbeit?

Genau! Also zumindest nicht durch den VfB. „Wir haben bei uns keinen Spieler, der sozialversicherungspflichtig beim Verein angestellt ist“, erklärt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Wäre das so, wären sie Profis und könnten in Kurzarbeit geschickt werden – wie dies die meisten Regionalliga-Klubs auch tun. „Reine Fußballer werden von ihren Klubs in Kurzarbeit gesetzt. Diese Option haben wir nicht. Die Spieler haben aber Anspruch auf ihr vertraglich zugesichertes Geld – bis zum Ablauf des Vertrags.“

4. Möchte der VfB den Trainingsbetrieb mit dem Regionalliga-Team wieder aufnehmen – ähnlich wie Liga-Konkurrent Energie Cottbus?

Nein. Das hängt auch mit der Struktur zusammen. Wie erwähnt: Der VfB ist ein Amateurteam. Eine Genehmigung, in Kleingruppen zu trainieren, erteilen die Kommunen nur Profi-Teams. „Die Regelung zur Öffnung von Sportstätten ist an den Profisport gebunden. Wir fallen nicht darunter“, sagt Volkhardt Kramer. Und auch bei den Profis entscheidet jede Kommune für sich. Cottbus hat dies getan – und damit sei es auch in Ordnung. „Wir wollen in der derzeitigen Situation nicht mit dem Finger auf andere zeigen.“ Natürlich würde der VfB sich über eine Öffnung der Sportstätten für Sport- oder Trainingsbetrieb freuen. „Dabei geht es mir nicht einmal vordergründig um die Regionalliga. Ich mache mir hingegen Sorgen um unsere Kinder und Jugendlichen, die unter der aktuellen Situation stark leiden. Viele Eltern können vielleicht derzeit erst so richtig einschätzen, wie groß unsere soziale Funktion als Sportverein ist“, sagt Kramer. Und genau dieser Verantwortung will der VfB – wenn es nach Einschätzung der Experten wieder möglich ist – auch wieder nachgehen.

5. Zur Regionalliga: Ist der VfB für eine Fortsetzung der Saison?

Der VfB Auerbach würde natürlich gern die laufenden Saison weiterspielen. „Natürlich wäre eine Fortsetzung besser als eine Entscheidung am grünen Tisch“, sagt Volkhardt Kramer. „Aber nicht unter allen Bedingungen.“

6. Sind Geisterspiele für den denkbar?

Im Klartext: Geisterspiele sind für den VfB nicht darstellbar. „Das wäre für uns ohne schwere Verluste nicht umsetzbar.“ Denn bei Spielen ohne Zuschauer hätte der VfB dieselben Kosten wie bei Spielen mit Zuschauern, dafür aber keine Einnahmen.

7. Welche Alternativen gibt es?

Der Wunsch – also die optimale Lösung aus subjektiver VfB-Sicht – wäre eine Fortsetzung der Saison unter einem Teilausschluss der Öffentlichkeit. Zum Beispiel nur mit einem Zehntel der offiziellen Stadionkapazität.

8. Was hält der VfB von Livestreams der (Geister-)Spiele?

„Das ist alles noch sehr vage“, sagt Volkhardt Kramer. Vor allem die rechtliche Frage steht im Fokus. Ob der VfB die Spieler überhaupt vermarkten könnte, ist ebenso ungewiss. Daher hat sich der VfB noch keine abschließende Meinung gebildet.

9. Was ist im Fall der Fälle die besserer Alternative: Soll die Saison abgebrochen oder ausgesetzt werden?

Das ist eine schwierige Frage. Einen Vorteil hätte die Aussetzen: „Wenn die Corona-Krise zur Folge hätte, dass wir das Spieljahr ans Kalenderjahr angleichen, dann wäre das etwas Gutes“, sagt Volkhardt Kramer. Denn schon länger spricht sich der VfB für diese Regelung aus: Saisonstart zu Jahresbeginn, Saisonende am Jahresende. „Wenn bei Corona alles auf dem Prüfstand steht, dann doch auch das. Gerade jetzt haben wir doch Zeit, über alle Möglichkeiten nachzudenken.“

10. Die 3. Liga scheint wohl weiterzuspielen. Was sagt der VfB dazu?

Genau wie die 3. Liga sind auch die Regionalligen DFB-Spielklassen. „Wir spielen alle unter dem Dach des DFB, die Spielorganisation der Regionalligen wurden nur an die Regional-Verbände abgetreten.“ Daher ist auch klar, dass eine Gleichbehandlung der Spielklassen wichtig ist. „Der Solidaritätsgedanke darf nicht aus den Augen verloren werden“, sagt Volkhardt Kramer. Es darf also nicht passieren, dass die 3. Liga weiterspielt, die Regionalliga nicht – und dann die sportlichen Absteiger aus der 3. Liga in die Regionalligen eingegliedert werden. „Wenn das dann dazu führen würde, dass wir in der nachfolgenden Saison fünf oder sechs feste Absteiger hätten, kann das keine Lösung sein“, so Kramer weiter. „Natürlich gibt es kein Patentrezept, aber wir verlangen, dass man von oben bis nach unten eine gleichwertige Behandlung findet und wir nicht unter den Entscheidungen der höheren Ligen leiden müssen.“

11. Wie groß ist bislang schon der Schaden für den VfB durch die Corona-Krise?

Grob kalkuliert belaufen sich die Verluste durch die bislang abgesagten Spielen bereits auf 20.000 Euro. „Das ist allerdings erst eine Hochrechnung. Es sind wahrscheinlich sogar ein paar Tausend Euro mehr“, sagt Kramer.

12. Was sagt der VfB-Trainer Sven Köhler?

Auch für ihn ist die Situation neu und außergewöhnlich. „Das Schlimme ist für alle die Ungewissheit“, sagt er. „Und die bleibt.“ Für einen möglichen Rückstart der Spieler fordert er: „Wir sollten 14 Tage Vorlaufzeit haben.“ Eine kurze „Saison-Vorbereitung“ also. „Denn das Einzeltraining ist mit einem normalen Training nicht vergleichbar. Die Jungs müssten erst wieder das Gefühl als Team bekommen.“ Insgesamt appelliert er, einen Konsens zu finden. „Es gibt bei allen Varianten immer einen, der benachteiligt wird. Jede Regelung hat eine gewisse Ungerechtigkeit.“ Es bedarf also noch einiger Gespräche, um einen Weg zu finden, mit dem sich möglichst viele abfinden können.

VfB fordert Gleichbehandlung

Viel wird derzeit über die Situation in der Regionalliga diskutiert. Geht es weiter oder doch nicht? Eine Entscheidung steht noch aus und fällt vermutlich erst Anfang Mai. Ein Auerbacher Vorschlag wird dann ebenfalls wieder auf dem Tisch liegen: der Wunsch nach Gleichbehandlung. „Der Verband hat derzeit die Möglichkeit, die Statuten anzugleichen. Wenn in der Bundesliga die Altersgrenze auf 16 Jahre abgesenkt wird, dann soll dies auch für alle Regionalligisten gelten – zumindest die Spielberechtigung für 17-Jährige. Das ist derzeit noch nicht der Fall: Während alle Klubs mit Nachwuchsleistungszentren ihre 17-Jährigen einsetzen dürfen und auch im unteren Amateurbereich dies möglich ist, darf der VfB dies nicht. Das führte in der noch laufenden Saison zu einer kuriosen Situation: Niklas Jeck – Auerbacher Ausleihspieler vom FC Erzgebirge Aue – durfte als 17-Jähriger im VfB-Trikot Viertliga-Spiele bestreiten, hingegen die in Auerbach ausgebildeten Moritz Seidel und Yannic Voigt nicht. „Da werden wir unkorrekt behandelt. Wenn jetzt die Möglichkeit besteht, die Statuten unbürokratisch anzugleichen, dann verlangen wir jetzt auch diese Angleichung.“