VfB fehlt der Esprit – und die Ruhe für wenigstens einen Punkt

VfB Auerbach – Optik Rathenow 2:3 (0:1)

Als Ingo Kahlisch bei der Pressekonferenz nach dem Regionalliga-Spiel das Wort ergriff, sagte er einen wichtigen Satz: „Wenn es bei uns nicht läuft, dann fliegt nicht der Trainer, sondern wir setzen uns zusammen und diskutieren, was wir besser machen können.“ Seine Aussage hatte er zwar auf Optik Rathenow gemünzt. Doch er trifft auch auf den VfB zu: Auch wenn es mal nicht so läuft, wenn mal Rückschläge unterlaufen, verliert keiner die Nerven. Es wird weitergearbeitet. Und so wird es auch beim VfB Auerbach nach der 2:3-Heimniederlage laufen.

Sicher, die Niederlage gegen das Schlusslicht der Regionalliga ist bitter. Extrem bitter – zumal der VfB ein bereits verloren geglaubtes Spiel zumindest noch in einen Punktgewinn gedreht hatte. „Es war heute unsere Dummheit, dass wir nicht den einen Punkt mitgenommen haben“, sagte auch VfB-Coach Sven Köhler sehr deutlich. Ihm wäre das 2:2, das der VfB nach 86 Minuten auf der Anzeigetafel hatte, an diesem Abend genug gewesen.

Er hatte recht damit, denn ein Zähler hätte nicht nur Rathenow in der Tabelle auf Distanz gehalten, sondern auch die Partie mit einem positiven Gefühl fürs Auerbacher beendet. Denn ein Punkt war zu diesem Zeitpunkt der optimale Ausgang eines Spiels, das der VfB nach dem 0:2-Rückstand bereits gefühlt verloren hatte und zudem auch über weite Strecken alles andere als überzeugend bestritt. Auerbach fehlten viel: der Esprit, die spielerischen Mittel. Zu oft operierte der VfB mit hohen, langen Bällen, zu wenige Ideen kamen aus dem Mittelfeld. Aber fehlten auch die Auerbacher Tugenden? „Den Kampf kann ich der Mannschaft nicht absprechen“, sagte Sven Köhler.

Er stellte sich damit der Kritik, das Team habe zu wenig Einsatz gezeigt. Das Engagement war der Mannschaft auch gar nicht abzusprechen. „Keiner hat die Fehler absichtlich gemacht“, sagte Sebastian Schmidt. „Wir haben doch nicht mit Absicht verloren.“ Allerdings waren die Fehler vor allem eins: zu unnötig und zu einfach. Sowohl beim 0:1, als auch beim 0:2 lief der VfB in einen Konter und verlor jegliche Übersicht in der Verteidigung. Dass es nicht schon vor der Pause 0:2 stand, war fast schon schmeichelhaft. Doch nach der Pause bemühten sich die Auerbacher.

An diesem Abend lief aber rein gar nichts zugunsten des VfB: Das hatte zuvor schon mit der vergebenen Großchance von Thomas Stock (2.) begonnen, setzte sich mit dem zweiten Gegentreffer in der VfB-Drangphase fort und endete schließlich im 2:3 nach dem 2:2-Ausgleich. „Das war zu billig“, ärgerte sich Sven Köhler über die Art und Weise des 2:3-Gegentores. Aus einem Einwurf heraus verlor der VfB die Übersicht.

Allerdings darf im Moment der Niederlage eins nicht vergessen werden: Es hilft wohl nichts, nun wutentbrannt alles auf den Kopf zu stellen. Insofern sind die Wort von Ingo Kahlisch in der Pressekonferenz vielleicht auch für den VfB ganz hilfreich. Und vielleicht zahlt sich die Ruhe dann auch aus. Zum Beispiel beim Auswärtsspiel in Nordhausen am nächsten Sonntag, 13.30 Uhr.

Statistik

Tore 0:1 Kapan (28.), 0:2 Top (57.), 1:2  Stock (62.), 2:2 Zimmermann (86.), 2:3 Adewumi (87.).

VfB Auerbach St. Schmidt – Heger, Müller, Lietz,  Seb. Schmidt – Tarczal, Herold (61. Ctvrtnicek/V) – Stock, Schlosser,  Kadric – Zimmermann.

FSV Optik Rathenow: Zwick – R. Techie-Menson, Turan,  Langner, Wilcke – Hellwig, Leroy  (78. Ortiz) – Adewumi, Kapan, Top (86. Weber) – Aydogdu/V (90.+1 Bilbija).

Schiedsrichter: Schipke (Halle).

Zuschauer: 450.

Sympathie für Rathenow, aber die drei Punkte sollen in Auerbach bleiben

Als VfB-Manager Volkhardt Kramer vor eineinhalb Wochen im VfB-Stadion Auerbach das Unentschieden gegen die VSG Altglienicke feierte, war ihm bewusst, dass die vier Punkte aus den beiden Spielen gegen Bautzen und Altglienicke nur ein Zwischenschritt waren. „Ein Punkt ein Leipzig wäre ganz nett, und dann noch ein Sieg gegen Rathenow ist Pflicht“, sagte er. Aus dem Vorhaben, bei Lok Leipzig etwas Zählbares mitzunehmen, wurde bekanntermaßen nichts. Damit ist klar: Gegen Optik Rathenow muss am Freitag, 19 Uhr, ein Sieg unbedingt her, um die Bilanz der letzten Wochen aufrechtzuerhalten.

Aber auch rein sportlich wären drei Zähler wichtig: Der Kampf um den Klassenerhalt in der Regionalliga entwickelt sich zu einem echten Krimi. Da aus der 3. Liga womöglich mit Energie Cottbus und dem FC Carl Zeiss Jena in die fünfte Liga zurückkehren, erhöht sich die Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga um zwei. Damit erwischt es diese Saison gleich drei Teams. Als ersten Kandidaten nannten wohl die meisten bis zur Vorwoche Optik Rathenow. Der Aufsteiger liegt ganz hinten. Doch mit dem Heimsieg gegen Rot-Weiß Erfurt haben die Brandenburger wieder neuen Mut geschöpft.

Dabei wünscht sich so mancher in Auerbach den Klassenerhalt der Optiker, sehen sich doch beide Vereine auf Augenhöhe, wenn es darum geht, in einer Profi-Liga zu bestehen. „Wir stehen im regen Austausch mit Ingo Kahlisch“, sagt Kramer. Kahlisch ist ähnlich wie Kramer der Macher in Rathenow. Beide setzen auf Amateurfußball in Liga vier, sehen die Konkurrenz aber durchaus kritisch: Einerseits weil gleich drei Klubs in der Regionalliga in einem schwebenden Insolvenzverfahren stecken, andererseits weil sie in der Durchsetzung der Zulassungskriterien für die Regionalliga eine Ungerechtigkeit sehen. Ein eigenes Stadion oder Flutlicht – das hat nicht jeder Regionalligist, während Auerbach und Rathenow diese Voraussetzungen erfüllen mussten, um in Liga vier zu spielen.
Aber all das dürfte auf dem Feld keine Rolle spielen. Denn dort trifft der VfB auf einen schlagbaren Gegner. „Wir wollen natürlich die drei Punkte“, sagt Kapitän Marcel Schlosser. „Aber Rathenow ist gefährlich. Das haben wir schon im Hinspiel gemerkt.“ Damals siegte der VfB mit 2:1, lag aber früh mit 0:1 zurück.

Ausfallen werden Marcin Sieber und Danny Wild. Für Wild dürfte Björn Trinks seine Premiere in der VfB-Startformation feiern oder Josef Ctvrtnicek wieder in die Startelf rücken, Sieber ist schwerer zu ersetzen. Für ihn könnte Vaclav Heger wieder in die Innenverteidigung rücken – und Rückkehrer Felix Lietz in die Startelf.

Große Ungewissheit nach dem Leipzig-Spiel

Der Sonntag in Leipzig war nicht nur aufgrund des Ergebnisses, also der 1:3-Niederlage, ernüchternd für den VfB Auerbach. Auch die Tatsache, dass die Vogtländer gleich zwei Spieler während des Spiels verlor. Marcin Sieber und Danny Wild mussten frühzeitig vom Platz.

Die schlechte Nachricht vorneweg: Beide können am Freitag zum Regionalliga-Krimi gegen Optik Rathenow nicht spielen – allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Bei Sieber ist es unabhängig von seiner Verletzung: Er sah in Leipzig seine fünfte Gelbe, später musste er mit einer Knieverletzung vom Feld. „Wenn ich nicht gesperrt wäre, hätte ich am Freitag schon wieder spielen können“, sagt der Defensivspieler. Dass er nach seiner Verletzung nun eine Woche länger Zeit hat zum Auskurieren, gefällt ihm aber nicht. „Als Spieler willst du natürlich so viele Spiele wie möglich bestreiten, ohne gesperrt zu sein.“ Sieber hatte seit Ende der Hinrunde vier Gelbe auf seinem persönlichen Sündenkonto. Nun folgte die fünfte – und damit die Sperre.

Anders verhält es sich bei Danny Wild. „Wir müssen nun gegen Rathenow die drei Punkte holen“, hatte er noch nach der 1:3-Niederlage bei Lok gesagt. Doch schon zu diesem Zeitpunkt hatte er sich seinen linken Knöchel behandeln lassen. Schon in der ersten Halbzeit musste der Außenbahnspieler aus dem Spiel. „Bis zum 2:1 waren wir gleichwertig. Wir haben aber nach vorne zu wenig gemacht. Aber natürlich hat Leipzig von der Qualität her sehr gut Einzelspieler, die auch nicht viel zulassen“, sagte er zum Spiel.

Über seine Verletzung ärgerte er sich, noch steht aber nicht fest, wie lange er ausfällt. Am Donnerstag unterzieht er sich einer MRT-Untersuchung, am Freitag folgt dann die Diagnose. „Ich hoffe, es ist nur stark überdehnt und nichts am Knöchel kaputt.“ Noch will er aber keine Prognose abgeben. „Wir müssen abwarten.“ Sollten die Bänder nicht betroffen sein, dürfte sich die Länge seines Ausfalls in Grenzen halten. Andernfalls droht ihm ein längerer Ausfall.

Lok überrollt den VfB in der zweiten Hälfte

Lok Leipzig – VfB Auerbach 3:1 (1:1)

 

Auswärts und daheim – die Spielorte bleiben für den VfB Auerbach in der Fußball-Regionalliga zwei völlig unterschiedliche Dinge. Nicht nur rein geografisch, sondern vielmehr sportlich. Auf die guten Auftritte gegen Bautzen und Altglienicke folgte nun ein Rückschlag. Beim 1.FC Lokomotive Leipzig war für die Vogtländer letztlich nichts zu holen. Noch schlimmer: Die Auerbacher Defensive erwischte vor allem im zweiten Abschnitt einen fürchterlichen Tag. „Wir können froh sein, dass die Leipziger so fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen sind“, sagte VfB-Coach Sven Köhler. Denn wenn die Lok alle Großchancen genutzt hätte, dann hätte der VfB wohl ein Debakel erlebt.

Angesichts der Deutlichkeit der der Niederlage steht die Frage nach dem Warum? Einerseits lag es wohl am Gegner. Lok – vor der Saison noch groß als Kandidat für den Drittliga-Aufstieg gehandelt – ist nach der Winterpause in einer bestechenden Form. Die Formkurve zeigte auch gegen Auerbach weiter nach oben. Zumindest im zweiten Abschnitt, wenn man Björn Hoppe, dem Trainer der Lok, glauben schenkt. „Erst in der zweiten Halbzeit sind wir besser ins Spiel gekommen und haben versucht, Fußball zu spielen.“ Das sah über weite Strecken auch ganz ansehnlich aus.

Allerdings war es auch dadurch begünstigt, dass der VfB nicht unbedingt einen Sahnetag erwischte. Immerhin gelang den Auerbachern im erste Abschnitt noch, defensiv sicher zu stehen. „Das war solide“, sagte Köhler. Nicht mehr, weil ein Ball durchrutschte und Steinborn allein vor VfB-Keeper Stefan Schmidt zur Führung traf. „Praktisch aus dem Nichts“, sagte Hoppe zum Lok Treffer. Gleiches fiel auch Sven Köhler zum 1:1 ein. Denn im Anschluss an die Leipziger Führung sei es ein Spiel auf ein Tor gewesen – auf das Auerbacher, sagte der VfB-Coach. „Der Ausgleich fiel für uns aus heiterem Himmel.“ Immerhin ist das insofern stimmig, da Auerbach konterte. Ein einziges Mal klappte es eben: Thomas Stock bediente Marc-Philipp Zimmermann, der zentral seine Cleverness und Kaltschnäuzigkeit zeigte.

Der Ausgleich hätte nun dem VfB Aufwind verleihen können. Denn es war offensichtlich, dass auch die Gastgeber so ihre Schwierigkeiten hatten. Doch nach der Pause änderte sich das Bild total: Auerbach kam nur noch selten nach vorn, Leipzig spielte mutiger nach vorn. Es war den Gastgebern anzumerken, dass sie den Sieg unbedingt wollten. Beim VfB war es hingegen keine Frage des Willens, sondern vielmehr eine Frage der hohen Belastung. „Vielleicht hat heute doch Wirkung gezeigt, dass wir zwei Spiele auf schweren Plätzen hinter uns haben“, sagte Köhler. Gegen Bautzen und Altglienicke gewann sein Team zwar vier Punkte, verlor aber Kraft. Das war in Leipzig im zweiten Abschnitt zu spüren.

Allerdings hätte auch dieser Tag eine völlig andere Wendung nehmen können. Eine Minute entschied das gesamte Spiel. In der 60. Minute entschied sich das Wohl und Wehe des VfB auf knallharte Weise: Bei einem der wenigen Gegenstöße köpfte Marc-Philipp Zimmermann um Millimeter an der Führung vorbei. Sein Kopfball landete an der Latte, Kirsten hätte den Ball nicht halten können. Chance zur Führung vertan – und letztlich auch die Chance auf einen Punktgewinn. Denn im direkten Gegenzug hatte Lok gleich eine Doppelchance: Erst scheiterte Steinborn, doch dann machte es Schulze besser. Das 2:1 war eine gefühlte Vorentscheidung. Was danach allerdings kritisch aus Auerbacher Sicht anzumerken ist, ist die Vielzahl an Torchancen, die die Vogtländer zuließen. Lok hätte die Führung deutlicher als nur auf 3:1 ausbauen können. Zum Teil kläglich vergaben die Leipziger ihre Topchancen. Auerbach hatte viel Glück. „Nach den zwei Gegentreffern in der zweiten Hälfte war das Spiel erledigt“, sagte VfB-Coach Köhler.
Sein Team muss sich nun schleunigst aufraffen, denn am Freitag, 19 Uhr, wartet ein wichtiges Spiel im Kampf um den Klassenerhalt. Zu Gast ist dann der FSV Optik Rathenow. Immerhin handelt es sich um ein Heimspiel. Dort fühlt sich der VfB auch um Längen wohler als in der Fremde.

Statistik

Tore: 1:0 Steinborn (26.), 1:1 Zimmermann  (39.), 2:1 Schulze (60.), 3:1 Steinborn (68.).

1. FC Lok Leipzig: Kirsten – Berger, Urban/V, Zickert – Schinke, Pannier, Pommer, Sindik (67. Pfeffer), Gottschick (77.  Ziane) – Schulze (83. Adler), Steinborn.

VfB Auerbach: St. Schmidt – Heger, Müller/V, Sieber/V (56. Lietz), Seb. Schmidt – Kadric  (75. Ctvrtnicek), Tarczal – Wild  (25. Trinks), Stock, Schlosser –  Zimmermann.

Zuschauer: 2.425.

Schiedsrichter: Greif (Westhausen).

Philipp Müller: „So ein Spiel vergisst du nicht“

Philipp, mal Hand aufs Herz: Was war das denn für ein Spiel am Mittwoch? 3:3 gegen Altglienicke?!

Es war ein absolut verrücktes Spiel, was man wahrscheinlich so nicht oft erlebt. Ich glaube an so ein Spiel erinnert sich jeder noch ein Stück.

Warum sah es zwar nicht schlecht aus, mehr aber über lange Strecken auch nicht? 

Es war das erwartet enge Spiel auf einem sehr schwierigen Platz. Das Spiel war geprägt durch viele Zweikämpfe, worunter natürlich der Spielfluss leidet. Und man darf auch nicht vergessen, dass wir gegen ein Vollprofi-Team gespielt haben. Wir können mit dem Punkt nach dem Spielverlauf zufrieden sein.

Wie weh tun drei Gegentore? 

Drei Gegentore sind auf alle Fälle zu viel, vor allem wenn man sieht wie wir die Tore bekommen haben. Wir sind manchmal zu sorglos und unterschätzen bestimmte Situationen.

Habt ihr noch an einen Punktgewinn geglaubt – beim 0:2 und 2:3? 

Es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass wir nach dem 0:2 nicht auseinandergefallen sind und weiter an uns geglaubt haben. Wir mussten uns zwar kurz schütteln, aber haben zum Glück relativ schnell das 1:2 gemacht. Dass wir nach dem 2:3 nochmal zurückgekommen sind, ist natürlich Wahnsinn.

Am Sonntag geht es zu Lok Leipzig (13.30 Uhr). Wie erreicht ihr dann mehr Stabilität in der Defensive?

Wir müssen uns bewusst sein, dass jeder noch so kleine Fehler bestraft werden kann. Leichte Ballverluste sollten wir vermeiden und bei gegnerischen Standards müssen wir hellwach sein.

Verrückte Schlussphase bringt VfB einen Punkt

VfB Auerbach – VSG Altglienicke 3:3 (0:1)

 

Wer dachte, am Abend des Champions-League-Schlagers zwischen Bayern München und dem FC Liverpool erst um 21 Uhr das große Spektakel zu erleben, der sah sich getäuscht. Die Engländer kamen letztlich souverän weiter. Einen echten Fußballkrimi sahen die Fans zwei Stunden früher – im Auerbacher VfB-Stadion. Der VfB Auerbach holte in einer dramatischen Schlussphase einen Punkt gegen Altglienicke. “Das Spiel war eigentlich schon gelaufen”, sagte VfB-Coach Sven Köhler. Er konnte es auch nicht so recht fassen, was sich in der Schlussviertelstunde abspielte. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle trifft es.

Auch wenn das Regionalliga-Spiel vom Niveau her nicht mit der Premiumversion in der Champions League mithalten konnte – dafür war allein schon der Rasen im VfB-Stadion nicht in derselben Verfassung wie das Grün in der Münchner Allianz Arena -, so war die Partie im Vogtland aber allemal unterhaltsam. Ein Nervenkrieg. Was allerdings schwer fiel, war eine Bewertung des Spiels. Und wenn man schon den Vergleich mit Bayern – Liverpool bemüht, so war die Rollenverteilung ähnlich wie in München: Auch in Auerbacher zeigte das Heimteam ein durchaus gefälliges Spiel, spielte nach vorn und rief nicht automatisch Unzufriedenheit auf der Tribüne hervor. Doch irgendetwas fehlte. Der letzte Funke, der Esprit. Hingegen machten es die Gäste clever: Sie warteten auf Fehler der Heimelf und nutzen diese dann eiskalt. Der entscheidende Unterschied zwischen Liverpool und Altglienicke: Während die Engländer sich in der Defensive keine Aussetzer leisteten, brachte der Regionalligist aus Berlin den VfB wieder zurück ins Spiel. „Im Fußball passieren manchmal Dinge, die kannst du nicht erklären”, gestand daher auch Gäste-Coach Andreas Zimmermann.

Doch so ist der Sport. Er lebt von Fehlern des Gegners. Den ersten eklatanten leisteten sich der VfB: Nach einem eigenen Standard lief der VfB in einen Konter, ließ einen Eckball zu – und verteidigte anschließend eine hohe Eingabe schlecht. “Dabei haben wir fünf starke Kopfballspieler”, sagte Sven Köhler. Kahlert lauerte und drückte den Ball wenige Minuten vor der Pause direkt ins Netz. Eine Gäste-Führung, die insofern schmeichelhaft war, da Altglienicke weniger vom Spiel hatte und auch keine entscheidenden Chancenvorteile. Doch: Das alles zählt im Fußball letztlich nichts. Das sollten später auch die Gäste erfahren.

Denn zunächst bogen sie auf die Überholspur in Richtung Sieg ein. Obwohl Auerbach erneut besser ins Spiel fand, diesmal zu Beginn der zweiten Halbzeit, traf der Gast. Bei einem Konter fehlte die Zuordnung in der Auerbacher Defensive. Pütts 2:0 – nach allem Ermessen die Vorentscheidung (70.). “Das Spiel war eigentlich weg”, sagte selbst Sven Köhler. “Doch die Jungs haben das Gefühl vermittelt, dass sie sich nie aufgeben würden. Sie haben um den Punkt gekämpft.” Und dann auch mal das nötige Glück verbucht. Glück insofern, weil die beiden Tore zum 2:2-Ausgleich in vielen Spielen nicht fallen. Weder Danny Wilds Heber landet in jedem Spiel im Tor (73.), noch der Ausgleich – durch ein Eigentor von Brehmer (81.) – waren zwingenden Torszenen, die der VfB in jedem Spiel bekommt. “Ich habe nach solchen individuellen Fehlern nur mit dem Kopf geschüttelt”, sagte der Gäste-Coach. Und seine Nackenmuskulatur bekam noch mehr zu tun.

Allerdings zunächst die von Sven Köhler. Statt sich nun mit dem 2:2 zufrieden zu geben, stürmte sein Team kopflos nach vorn. Ganz so, als ob sie unbedingt das Spiel gewinnen müssen. Doch sie waren an diesem Abend nicht wie der FC Bayern an die Auswärtstorregel gebunden, sondern hätten die Katze im Sack nehmen sollen und den Punkt über die Zeit bringen sollen. So gefährdeten sie sogar noch den einen Zähler. Nach einem Freistoß fehlte jede Zuordnung. Der eingewechselte Förster brachte die VSG wieder in Front (87.).

Doch der Fußballgott will anscheinend nicht, dass Spiele zwischen Auerbach und Altglienicke einen Sieger finden. Von bisher drei Vergleichen endeten alle drei mit 1:1. Diesmal gab es ein 3:3. “Wir machen das 3:2 – und dann ist beim ersten langen Ball ist der Stürmer völlig frei”, sagte Gäste-Trainer Zimmermann. Es war sein Namensvetter Marc-Philipp, der in den Strafraum ging – und gefoult wurde. Elfmeter, Marcel Schlosser bewahrt die Nerven, 3:3. Der Wahnsinn!

“Nach dem 2:3 waren wir wieder weg”, sagte Sven Köhler. “Dass wir noch einmal zurückzukommen, ist natürlich glücklich.” Doch mit dem Punkt hat der VfB sein Ziel erreicht und bleibt im Jahr 2019 daheim noch ohne Niederlage.

Am Sonntag soll dann auch die Punktausbeute in der Fremde aufgebessert werden. Dann tritt der VfB beim 1.FC Lokomotive Leipzig an. Anstoß im Bruno-Plache-Stadion ist 13.30 Uhr.

Statistik

Tore: 0:1 Kahlert (43.), 0:2 Pütt (70.), 1:2 Wild (73.), 2:2 Brehmer (81./ET), 2:3 Förster (87.), 3:3 Schlosser (90./FE).

VfB Auerbach: St. Schmidt – Heger, Müller/V, Sieber, Seb. Schmidt – Tarczal (71. Ctvrtnicek) – Wild, Schlosser, Kadric – Stock/V, Zimmermann.

VSG Altglienicke: Twardzik – Preiss, Kahlert (46. Bache), Czyborra, Brehmer – Steinhauer – Lemke, Igli, Pütt – Donner, Uzan (63. Quiring).

Zuschauer: 365.

Schiedsrichter: Ostrin (Eisenach).

 

Pressekonferenz

 

Auf Augenhöhe, aber doch höchst unterschiedlich

VfB Auerbach – VSG Altglienicke

Mittwoch, 13. März, 19 Uhr, VfB-Stadion Auerbach

 

Das gibt es auch nicht oft: Zwei Mannschaft treffen in der Rückrunde aufeinander – und stehen punktgleich in der Tabelle nebeneinander und haben auch noch dieselbe Tordifferenz. Einziger Unterschied: Altglienicke hat mehr Tore geschossen und mehr kassiert, rangiert daher vor dem VfB. Ein Duell zweier Teams auf Augenhöhe also. Auf den ersten Blick.

Der zweite Blick verrät hingegen etwas anderes: Der VfB hat sogar zwei Spiele weniger absolviert, könnte die VSG Altglienicke sogar überholen. Doch das ist nicht einmal der entscheidende Unterschied. Zwischen beiden Vereinen liegen Welten. „Wir sind zwar sportlich auf Augenhöhe, die Vereine habe aber völlig verschiedene Strukturen und Konzepte“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Den Aufstieg der Berliner hat man in Auerbach auch mit Interesse verfolgt.

Während in Auerbach über die vergangenen 30 Jahre ein nachhaltiges Wachstum den Verein sportlich, aber auch strukturell nach oben geführt hat, ging es bei der VSG schneller. Bis zum Sommer 2006 spielte die Volkssport-Gemeinschaft noch in der Kreisliga – dann folgte ein rasanter Aufstieg. Zumindest sportlich. Denn während in Auerbach mittlerweile die dritte Tribüne fast fertig ist, hat Altglienicke noch immer kein eigenes regionalligataugliches Stadion, muss in den Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ausweichen. Der VfB erlebte im Sommer beim 1:1, wie abwegig diese Situation ist: in einem Stadion für 20.000 Zuschauer sitzen knapp 100 auf die Tribüne.

Dafür verfügt Altglienicke aber über ein Profi-Team – mit vielen bekannten Namen. Zudem: Die VSG ist ein Vollprofi-Verein, alle Spieler können sich voll und ganz dem Fußball widmen. Das ist einerseits erfolgreich – wie beim 4:4 beim Chemnitzer FC am Samstag -, andererseits schlägt es sich nicht in Erfolge nieder – siehe der Blick auf die Tabelle. Allerdings dürfte die unterschiedliche Philosophie am Mittwoch durchaus eine Rolle spielen: Während die Auerbacher Spieler noch arbeiten gehen müssen, können die Gäste entspannen. „Sicherlich spielt es eine Rolle“, sagt VfB-Keeper Stefan Schmidt. „Aber wir müssen dagegenhalten mit Kämpfen und Beißen.“ Auerbach will es Altglienicke so schwer wie möglich machen. Trainer Sven Köhlers Ansatz: „Die Mannschaft muss mit dem Gefühl auf den Platz gehen, das Spiel gewinnen zu können.“ Vielleicht ist dann auch etwas gegen Altglienicke drin. Personell gibt es beim VfB keine Änderungen. Es fallen weiterhin Felix Lietz, Albert Löser und Jan Luderer verletzt oder erkrankt aus.

Der Spieldurchführung steht auch nichts im Wege: „Wir wollen und werden spielen“, sagt Volkhardt Kramer. Auch trotz Schneefalls. Kramer ist nach dem 2:1-Sieg gegen Bautzen auch zuversichtlich, dass es ähnlich weitergeht. „Das Konzept der Vereine ist zwar anders. Aber wir werden Herz und Leidenschaft in die Waagschale werfen.“

Kuriosität am Rande: Alle drei Vergleiche beide Klubs endeten bislang 1:1-Unentschieden.

Grünes Licht für weißes VfB-Stadion

Nicht schon wieder! Als die meisten Auerbacher am Montagmorgen wach wurden und nach draußen schauten, sahen sie es: Alles war weiß. Natürlich auch im VfB-Stadion. Mal wieder ist der Winter ins Vogtland zurückgekehrt. Und das zu einem unpassenden Zeitpunkt, denn wenige Tage nach dem ersten Heimspiel soll der Nachholer gegen die VSG Altglienicke stattfinden. Am Mittwoch, 19 Uhr, ist das Spiel angesetzt.

Die entscheidende Frage heißt also: Kann gespielt werden? Es kann! „Alle wollen unbedingt spielen“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Der VfB will nicht noch ein weiteres Nachholspiel, setzte daher alle Hebel in Bewegung, dass am Mittwoch der Anpfiff ertönen kann.

Fast schon kurios: Schon der Vorsaison trafen beide Teams im Frühjahr aufeinander, schon damals schneite es. Das passte den Berlinern nicht so recht. Trotzdem fand das Spiel statt. Auch diesmal ist nicht mit Platzverhältnissen wie in der Bundesliga zu rechnen. Der Platz im VfB-Stadion war bereits am Samstag gegen Bautzen tief. Am Mittwoch wird er nach dem neuerlichen Wintereinbruch nicht trockener. „Die Bedingungen sind den Witterungsbedingungen entsprechend trotzdem gut“, sagt Volkhardt Kramer. Schließlich ist erst Mitte März – und der vogtländische Winter dauert länger als wohl in allen anderen Regionalliga-Stadion in Deutschland. Kalt, schneereich und oftmals mit tiefem Boden – das VfB-Stadion gehört dadurch zu den außergewöhnlichen Spielstätten in Liga 4. Aber immerhin besitzt der VfB eine eigene regionalliga-taugliche Spielstätte, die alle Lizenzauflagen erfüllt.

„Lassen wir ein Spiel ausfallen, passt es keinem“, sagt Kramer mit der Erinnerung der Absagen gegen Erfurt und Chemnitz. „Spielen wir, erhalten wir auch Vorwürfe. Aber diesen Schuh ziehen wir uns nicht mehr an.“ Immerhin ist das Stadion in so guter Verfassung, dass die Zuschauer am Samstag gegen Bautzen ein spannendes und phasenweise gutklassiges Regionalliga-Spiel sahen. Einer Wiederholung am Mittwoch steht nichts im Wege. Gern auch ohne weiteren Schneefall.

Sicher geglaubter Sieg gerät noch in Gefahr

VfB Auerbach – Budissa Bautzen 2:1 (1:0)

Bei der Auswahl des Spieler des Spiel fällt die Entscheidung oftmals leicht: Einer, der an zwei Toren beteiligt ist, gehört schnell zu den Kandidaten. Ein Torhüter, der einen Elfmeter hält auch. Oder auch ein Spieler, der ins Team zurückkehrt und dann mit zwei Aktionen den Spielverlauf entscheidend beeinflusst. Beim Heimspiel des VfB Auerbach gegen Budissa Bautzen gab es alle drei Fälle – und daher auch drei Matchwinner: Thomas Stock, Stefan Schmidt und Marcel Schlosser. Und am Ende war das Trio auch nur ein Bestandteil der Mannschaft, die sich riesig über die drei Punkte nach dem 2:1-Erfolg freute. „Nach den schwierigen Bedingungen im Winter hat uns mich sehr gefreut, dass die Jungs sich belohnt haben“, strahlte auch VfB-Coach Sven Köhler über den erfolgreichen Heimspiel-Auftakt im Jahr 2019.

Dabei war es ein hartes Stück Arbeit, was allerdings kaum überraschte. Bautzen kam mit neuem Trainer und frischem Schwung ins Vogtland. Petrik Sander hatte den Gästen spürbar Selbstvertrauen eingehaucht, auch wenn diese auf dem Platz zunächst nicht deutlich zu sehen war. Auerbach erwischte den deutlich besseren Start – und drängte schnell auf die Führung. Thomas Stock (2.), Marc-Philipp Zimmermann (6.) und Danny Wild (19.) hätten früh für etwas Entspannung sorgen können. Viel wichtiger als die Chancen war allerdings den Eindruck, der mit dem guten Auftakt hängenblieb: “Mir war es wichtig, dass die Mannschaft von Beginn an mit dem Gefühl auf den Platz geht, alles dafür zu tun, das Stadion als Sieger zu verlassen. Wir sind gut ins Spiel gekommen“, sagte Köhler. Allerdings hätte all dies nicht viel genutzt, wenn die Gäste eiskalt mit ihrer dicken Chance zur Führung umgegangen wären.

Als die Partie sich ausgeglichener gestaltete, leistete sich Daniel Tarczal einen unnötiges Foulspiel an der Strafraumkante gegen Bautzens Martin Hoßmang. Elfmeter! „Es war ein Foul, ich stand in der Nähe und Daniel hat ihn getroffen“, wischte Auerbachs Kapitän Marcel Schlosser schnell alle Diskussionen beiseite.

Er hatte auch gut reden, denn Schlosser hatte den Elfer zwar nicht verursacht, aber das Tor verhindert. Wie das? Als Hoßmang kurz vor der Ausführung stand, zeigte der VfB-Kapitän seinem Keeper die richtige Ecke. Stefan Schmidt vertraute ihm – und hielt den Schuss. „Marcel hat mir die Ecke angezeigt“, sagte der VfB-Keeper. „Aber ich wollte ohnehin dorthin springen. Aber umso besser.“ Denn Hoßmangs halbhoher Schuss war zu unplatziert, Schmidt unterstreich ein weiteres Mal seinen Ruf als Elfmeterkiller.

Das Glück im Gepäck legte Auerbach kurz vor der Pause alle Zweifel ab. Thomas Stock ging mit allem Selbstvertrauen, das er hat, in den Strafraum, ließ seinen Gegenspieler stehen und hämmerte den Ball ins Netz. Eine fulminante Einzelaktion. „Er war voller Überzeugung“, sagte auch sein Coach. Und da Stock einen hervorragenden Tag erwischte, stand er auch im Mittelpunkt beim zweiten VfB-Treffer. Bei einer Flacheingabe ging er cleverer zum Ball als sein Gegenspieler, der ihn von den Beinen holte. Wieder Elfmeter, wieder Marcel Schlosser im Fokus – diesmal aber als Schütze. Genauso prophetisch, wie er beim Bautzener Elfer die richtige Ecke ahnte, machte er es auch diesmal. „Ich wollte den Ball so platziert schießen, dass er selbst chancenlos gewesen wäre, wenn er die Ecke geahnt hätte“, sagte der VfB-Kapitän. Christopher Schulze entschied sich für die falsche Ecke, der Ball zappelte im Netz.

War es das also? 2:0 klang komfortabel. Doch das Spiel hatte noch längst nicht alle Kapitel erzählt. Die gesamte Geschichte der Partie hätte womöglich noch einmal völlig umgeschrieben werden müssen, wenn Auerbach nicht am Ende noch ein weiteres Mal Glück gehabt hätte. Unnötig und überraschend einfach geriet der VfB unter Druck. „Wenn du 2:0 führst und dann den Anschluss kassierst, ist es psychologisch schwer“, sagte Sebastian Schmidt. „Du kannst nur noch verlieren, Bautzen konnte nur noch gewinnen.“ Beim 1:2-Anschlusstreffer klaffte in Auerbachs Zentrum ein riesiges Loch (87.), das immerhin danach geschlossen wurde. “Die letzten Minuten haben gezeigt, wie der Fußball eben so ist“, sagte Sven Köhler. “Es war ein unangenehmes Spiel und wir haben uns ins Ziel gerettet.“ Und wie! Mit einem Pfostenschuss von Bautzen (90.). „Wenn wir kurz vor Schluss das 2:2 machen, wäre es auch ein gerechtes Ergebnis gewesen“, sagte Bautzens Coach Petrik Sander.

Doch diesmal gelang dem VfB der Big Point. „Der Anschlusstreffer darf so nicht fallen“, sagte VfB-Keeper Stefan Schmidt. „Das war unnötig, aber zum Glück haben wir den Sieg über die Zeit gebracht. Es war ein wichtiger Sieg gegen einen direkten Konkurrenten.“ Denn damit hat der VfB einen großen Vorteil gegenüber Bautzen, die noch drei Spieler mehr absolviert haben, nun aber drei Punkte hinter dem VfB liegen. „Drei Punkte gegen einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt sind immer extrem wichtig“, sagte auch VfB-Coach Köhler.

Der Herausforderung, aus den Nachholspielen möglichst viele Zähler zu holen, stellt sich sein Team bereits am Mittwoch. Dann kommt die VSG Altgliniecke ins VfB-Stadion (Anstoß: 19 Uhr). Mal sehen, wer dann zum Matchwinner avanciert.

 

 

Statistik

Tore 1:0 Stock (45.), 2:0 Schlosser (67./FE) 2:1 Kasiar (87.).

VfB Auerbach: St. Schmidt – Heger, Müller, Sieber,  Seb. Schmidt – Tarczal, Kadric  (90. Herold) – Wild (90. Sauer), Schlosser (85. Ctvrtnicek), Stock –  Zimmermann/V.

FSV Budissa Bautzen: Schulz – Bär, Wockatz, Hoßmang, Merkel/V (46. Krahl) – Ciapa  (78. Krautschick), Weiß/V – Schlicht/V, Treu (61. Kasiar), Mack –  Bönisch.

Schiedsrichter: Hempel (Großnaundorf).

Zuschauer 405.

Besondere Vorkommnisse: Hoßmang (Budissa) vergibt Foulelfmeter (32.).

Sven Köhler: „Wir müssen unsere Tugenden einbringen“

VfB Auerbach – Budissa Bautzen

Samstag, 9. März, 13.30 Uhr, VfB-Stadion Auerbach

 

Stimme zum Spiel 

Sven Köhler (Trainer VfB Auerbach):

…zum Spiel in Berlin: „Die Analyse fällt geteilt aus: Wir haben über das gesamte Spiel nicht schlecht verteidigt. Wir haben die Räume gut zugemacht. Dass Berlin mal eine Eingabe oder einen Torschuss haben würde, war doch normal. Aber an klaren Chancen haben wir nicht viel zugelassen, nach vorn hat uns aber die Überzeugung gefehlt. Natürlich spielt da eine Rolle, dass der ein oder andere noch Fitnessprobleme hat. Beide Gegentore waren schade, weil wir beide selbst vorbereitet haben. Wie schon im Hinspiel haben sie uns hart bestraft. Nach dem 0:2 haben wir in der Summe mutiger agiert. Eigentlich schon vor dem 0:2 hatten wir mit der lehrbuchmäßigen Eingabe von Marc-Philipp Zimmermann eine dicke Chance. Danny Wild muss nur richtig abschließen. Wir hatte auch danach fünf Aktionen. Daher fällt das Fazit halb-halb aus: Defensiv war es in Ordnung, in der Offensive nur nach dem 0:2.“ 

…was er aus dem Spiel mitnimmt: „Auf jeden Fall dürfen wir uns solche leichten Ballverluste im Spiel nach vorn nicht mehr leisten. Aber auch haben wir gelernt, dass wir mutig nach vorn spielen müssen. Wir müssen zudem immer unsere Tugenden einbringen: also eine hohe Einsatzbereitschaft. Damit müssen wir zum Erfolg kommen – und fußballerisch sieht es auch zum Teil nicht schlecht aus.“ 

…zu Gegner Bautzen und dem dortigen Trainerwechsel: „Wenn ich die Stimmen zum ersten Spiel anhöre, dann haben sie mit viel Leidenschaft gespielt. Ich erwarte einen laufstarken, aggressiv verteidigenden Gegner. Ein Trainerwechsel macht alle immer noch einmal wach. Zu Beginn herrscht meist eine unglaublich engagierte Stimmung. Es wird ein sehr intensives Spiel. Auch die Rahmenbedingungen sprechen dafür: Das Wetter wird nicht überragend, der Platz ist tief, es ist Abstiegskampf. Beide Mannschaften haben zwar auch fußballerische Qualitäten, aber es ist bei beiden Teams nicht die Hauptkomponente im Spiel.“ 

…zur unglücklichen 0:1-Hinspielniederlage: „Es war eine unnötige Gelb-Rote Karte, dann schießen wir ein Tor, das bis heute nicht aufzulösen ist, ob es wirklich Abseits war. Wir haben ein gutes Spiel verloren. Wichtig wird aber trotzdem sein, dass wir ein ordentliches Spiel machen. Natürlich geht es immer um Punkte, aber eine gute Leistung ist dafür eine Basis. Und natürlich wollen wir das Spiel gewinnen.“ 

…zur Personalsituation: „Marcel Schlosser hat die gesamte Woche mittrainiert. Wir müssen aber kurzfristig entscheiden, ob es klappt. Wir hatten ein drei, vier angeschlagene Spieler. Ich hoffe, sie werden alle fit. Bei Daniel Tarczal und Josef Ctvrtnicek kommt die Fitness nur über die Spielpraxis: Josef muss noch etwas abnehmen, Daniel geht es nur über die Spiele, ein halbes Jahr Pause sieht man ihm natürlich an. Aber wir zweifeln zu keinem Prozentpunkt an ihm. Mit seiner Art und Weise wird er uns weiterhelfen.“ 

…zur Abstiegsfrage: „Es beschäftigt uns natürlich schon, dass wir nicht wissen, wie viele Teams absteigen werden. Ich gehe davon aus, dass viele Mannschaften bis zum Schluss zittern werden. Im Moment hat die Tabelle keine große Aussagekraft. Aber wir wissen natürlich: Wir müssen unsere Punkte holen und Abstand nach hinten halten. Es gibt so viele Unbekannte.“

Informationen zum Spiel

Geschätzte Anzahl Gästefans: 15.

Schiedsrichter: Richard Hempel (Großnaundorf).

Schiedsrichter-Assistent: Benjamin Seidl, Johnny Schiefer.

Aufgebot VfB Auerbach: St. Schmidt, Rosenkranz – Heger, Sieber, Müller, Kadric, Trinks, Seb. Schmidt, Hoffmann, Tarczal, Luderer, Sauer, Schlosser, Herold, Löser, Miertschink, Stock, Ctvrtnicek, Wild, Zimmermann. 

Mögliche Ausfälle: Lietz. 

Gesperrt: keiner.   

 

Informationen zum Gegner: Budissa Bautzen  

Es ist schön, auf einen langjährigen Bekannten zu treffen. Denn Budissa Bautzen ist fraglos ein Team, das mittlerweile eine lange Tradition darin pflegt, gegen den VfB Auerbach zu spielen. Seit mittlerweile 16 Jahren duellieren sich beide Teams: in der Landesliga, Oberliga und Regionalliga. Unvergessen bleibt die erste gemeinsame Saison im Spieljahr 2002/03, als Bautzen als Aufsteiger in der Landesliga bereits für Furore sorgte, Auerbach aber den Sachsenmeistertitel einfuhr. Seitdem hat sich viel geändert. Beide spielen seit dem Jahr 2014 gemeinsam in der Regionalliga. Ein ganz anderes Level als noch vor 16 Jahren in der Landesliga. Trotzdem haben die Duelle ihren Reiz behalten. In der Gesamtbilanz hat Auerbach die Nase vorn: In 28 Partien siegte der VfB zehnmal, siebenmal gewann Bautzen – bei elf Unentschieden. 

Gegründet: 1904 

Stadion: Müllerwiese Bautzen 

Zuschauerkapazität: 3.000 

Trainer: Petrik Sander (seit 28.02.2019) 

Internet: www.budissa-bautzen.de