Die Auerbacher Kleinsten feiern ihre Premiere

Die meisten Fußballer werden sich noch genau daran erinnern, wann sie zum ersten Mal als Spieler auf dem Platz standen und ihr erstes Spiel gegen einen Gegner absolvierten. Für die Bambinis des VfB Auerbach ist es am Samstag soweit: Sie spielen erstmals in ihrer noch jungen Spielerkarriere ein Turnier. Ab 10 Uhr treten die jüngsten Kicker des VfB zu einem Turnier gegen Neustadt, Falkenstein und Rebesgrün an. Das Beste daran: Sie spielen im VfB-Stadion – sozusagen als Vorspiel vor dem großen Regionalliga-Spiel des VfB Auerbach gegen Optik Rathenow (Anstoß: 13.30 Uhr).

Das Turnier geht bis 12.30 Uhr – anschließend schauen die jungen Fußballer beim Spiel der Großen zu und laufen zuvor mit den Regionalliga-Spielern gemeinsam auf den Rasen. „Nach einem Jahr Trockentraining ist die Mannschaft heiß auf ihr erstes Spiel“, blickt Uwe Kramer, der zusammen mit Marcel Schlosser das Team trainiert, auf das Turnier voraus. Für Speis und Trank ist für alle Zuschauer gesorgt. Und die jungen Spieler würden sich auch darüber freuen, wenn viele Fans ihr Premiere mitverfolgen würden und sie dabei unterstützen.

Das nächste Spiel für die Geschichtsbücher

Sie sind es mittlerweile fast schon gewohnt: Die B-Junioren des VfB Auerbach schreiben in letzter Zeit öfter Vereinsgeschichte. Der Aufstieg in die zweitklassige Regionalliga im Sommer war der größte Erfolg im Nachwuchsbereich des VfB seit Bestehen des Vereins. Und immerhin ist der VfB mittlerweile auch schon 113 Jahre alt. In all diesen Jahren war es bislang noch nicht zu einem Aufeinandertreffer zwischen dem VfB Auerbach und Hansa Rostock in einem Pflichtspiel gekommen. Die Auerbacher erste Männermannschaft spielte zwar schon gegen die Hanseaten, aber nur in Testspielen. Am Samstag, 10.30 Uhr, schreiben die U17-Junioren Geschichte. Mal wieder.

Sie treten dann beim FC Hansa zum Regionalliga-Punktspiel an. Die Ursache, dass es noch nie zu Punktspielen beider Vereine gekommen ist, liegt nicht nur in der weiten Entfernung begründet, sondern auch in darin, dass der VfB meist sportlich nicht mit Rostock mithalten konnte. Auch bei den B-Junioren ist die sportliche Ausgangslage klar: Rostock ist haushoher Favorit, der VfB hat Außenseiterchancen. „Wir werden alles reinwerfen, um möglichst lang das Spiel offen zu halten“, sagt Stefan Kreß, einer der beiden Trainer des VfB. Denn der VfB hat im Gegensatz zu Rostock (4 Punkte/11:5 Tore) bislang noch keinen Zähler holen können und zweimal deutlich verloren.

Gegen den Spitzenreiter Hertha Zehlendorf war vor zwei Wochen letztlich nichts drin. „Man hat die individuelle Klasse des Gegners gesehen“, sagt Kreß. Zwar kam der VfB gut ins Spiel, kassierte dann aber nach einem Stellungsfehler und einem Konter den Treffer zum 0:1-Rückstand. Ein Doppelschlag entschied die Partie kurz vor der Pause eigentlich schon, obwohl der VfB zuvor einiges entgegensetzen konnte. Auch die Pausenansprache machte es nicht besser: Gleich nach Wiederanpfiff fiel das 0:4. Durch Enders verkürzte der VfB zwar auf 1:4. Aber am Ende fiel noch der fünfte Gegentreffer zum 1:5-Endstand. „Die Mannschaft hat gekämpft“, sagt Kreß. „Man hat die Ansätze gesehen und die Leistung war besser als noch bei Viktoria Berlin. Es war ein Schritt nach vorn.“ Ob er weit genug war, um Rostock zu ärgern, wird sich am Samstag in Rostock zeigen. Für die VfB ist es gleichzeitig die weiteste Auswärtsfahrt. Das Team wird von vielen Eltern begleitet – auch ein Zeichen dafür, dass die Vogtländer über das Kollektiv zum Erfolg kommen wollen.

Mit einem guten Auftritt an der Ostsee wollen sich die Auerbacher Schwung für das wichtige Spiel gegen den Halleschen FC II am 21. September holen. Der HFC befindet sich mit dem VfB auf Augenhöhe. „Da rechnen wir uns etwas aus“, sagt Kreß.

Das Abenteuer Regionalliga kann jetzt richtig beginnen

Die große Reise geht los! Im Frühsommer feierte der VfB Auerbach den größten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte im Nachwuchsbereich mit dem Aufstieg der B-Junioren in die Regionalliga. Seit einer Woche stehen die Auerbacher nun in der Konkurrenz. Das erste Spiel – beim FC Viktoria Berlin – ging mit 1:6 verloren. Eine derbe Klatsche zum Auftakt. „Das Ergebnis trügt über die Leistung hinweg“, sagt Stefan Kreß, der zweite Trainer der U17 neben Lothar Winczek. „Die Niederlage ist um zwei Tore zu hoch ausgefallen. Wir waren zwischenzeitlich auf 1:3 dran – und hatten das 2:3 auf dem Fuß.“ Dann schlug aber der Favorit – die Berliner wollen hoch in die Junioren-Bundesliga – eiskalt zu.

Für den VfB ist aber der Fehlstart kein Beinbruch. Denn die Vogtländer sind schon allein damit überaus glücklich, überhaupt in der Regionalliga zu spielen. „Es ist im Grunde genommen die 2. Bundesliga – das ist eine fantastische Leistung für unseren Verein“, sagte VfB-Präsident Knut Beyse. So hoch hat bislang noch nie ein Auerbacher Juniorenteam gespielt. Damit ist auch klar: Jedes Spiel ist wie ein Champions-League-Spiel für die Auerbacher. Die Gegner sind eine völlig andere Kategorie, die großen Namen gastieren im Vogtland – zu einem Pflichtspiel.

Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch: Die Saison wird nicht einfach. Aus der 14 Mannschaften starken Liga steigen drei Teams direkt ab. „Das ist schon eine harte Konkurrenz“, sagt Kreß. „Gegen uns ist eigentlich jedes Team Favorit. Wir sind immer der Außenseiter.“ Auch am Samstag, 12 Uhr, gegen Hertha Zehlendorf. Der VfB empfängt die Berliner zum ersten Heimspiel (auf dem Sportplatz in Mühlgrün). Zehlendorf ist ein Dauergast in der Regionalliga und verfügt daher über deutlich mehr Erfahrung als der VfB. Das Auerbacher Team hingegen ist ein komplett neues. Aus der Aufstiegsmannschaft sind kaum noch Spieler übrig: Nur drei Spieler aus der B-Jugend spielen noch in der Altersklasse. Ansonsten stiegen C-Junioren in die Mannschaft auf. Hinzu kamen noch zwei Neuzugänge. „Alle kennen sich immerhin gut“, sagt Kreß. Coach Winczek baut daher auch auf den Zusammenhalt des Teams. Nur über das Kollektiv scheint der VfB eine Chance zu haben, in der zweithöchsten Spielklasse in dieser Altersklasse zu bestehen. Co-Trainer Kreß sagt: „An einem guten Tag können wir Spiele gewinnen, aber wir können auch mal unter die Räder kommen. Aber selbst auch gegen gute Teams ist ein Punktgewinn drin, wenn wir es erzwingen.“ Die Spannbreite der zu erwartenden Ergebnisse ist also hoch. Gegen Hertha Zehlendorf wagen die Auerbacher keine Prognose. „Sie sind eine starke Truppe“, sagt Kreß. „Und natürlich gegen uns auch der Favorit. Aber wir wollen natürlich auf unserem heimischen, kleinen Platz in Mühlgrün etwas holen.“

Allgemein steht allerdings der Ausbildungscharakter in dieser Saison im Vordergrund. Die Auerbacher Spieler sollen sich weiterentwickeln – und viele neue Erfahrungen auf ihrem Karriereweg mitnehmen. Allein schon von der Professionalität her sind die Gegner und das Drumherum prägend. „Wir orientieren uns am professionellen Auftreten und präsentieren uns natürlich auch selbst entsprechend“, so Kreß. Das Team freut sich daher auch ganz besonders auf die Spiele gegen Aue – ein echtes Derby. Auch das nächste Auswärtsspiel ist ein besonderer Höhepunkt. Dann tritt der VfB bei FC Hansa Rostock an. Es ist ebenfalls ein historisches Spiel, denn noch nie zuvor bestritt der VfB Auerbach in seiner Vereinsgeschichte ein Pflichtspiel gegen das Team aus dem Norden. Die U17 tritt am 14. September in Rostock an – und bereitet sich bereits jetzt darauf vor. „Wir fahren mit Kleinbussen hin, übernachten aber dort“, erklärt Kreß. Ein besonderer Dank gilt der Unterstützung der Eltern. Viele von ihnen fahren auch mit nach Rostock. Vor der Saison hatten alle gemeinsam entschieden den Weg „Regionalliga-Fußball“ zu gehen – und nun kommt damit auch gleich ein Höhepunkt auf das Team zu. Das Abenteuer kann also beginnen.

Cordial-Cup kommt wieder nach Auerbach

Nach dem großartigen Erfolg des Premierenturniers des Cordial-Cups beim VfB Auerbach zu Ostern im Sommer 2019 haben sich die Verantwortlichen entschieden, den VfB auch für das Jahr 2020 wieder in den Turnierkalender aufzunehmen. In Auerbach wird ein U-11-Qualifikationsturnier für den Internationalen Cordial-Cup ausgerichtet. Termin ist der Ostersamstag, der 11. April 2020. Die Anmeldung ist bereits beendet – denn gleich zur Eröffnung der Anmeldeplattform waren alle Startplätze vergeben. Das allein zeigt schon, wie beliebt das Turnier in Auerbach ist.

Der VfB muss nur kurz zittern

Der VfB Auerbach schlägt in seinen Geschichtsbüchern gleich ein komplett neues Kapitel auf: Die B-Junioren des VfB besiegten am Sonntagmittag die Reinickendorfer Füchse Berlin mit 5:3 im Rückspiel der Aufstiegsrelegation zur Regionalliga. In Addition mit dem 3:0-Sieg aus dem Hinspiel ist klar: Der VfB spielt erstmals in seiner Vereinsgeschichte mit einem Nachwuchsteam in der Regionalliga. Und die ist im Nachwuchs zweitklassig. „Wir sind unglaublich stolz auf das Geleistete“, sagte VfB-Coach Toni Seidel nach dem Spiel in Berlin.

Zusammen mit seinem Co-Trainer Stiev Glaß hatte er die richtigen Worte für sein Team gefunden. Bereits am Samstag war der VfB nach Berlin gereist. Die professionelle Vorbereitung lohnte sich. Denn trotz des 3:0-Vorsprungs aus dem Hinspiel handelt es sich um Juniorenfußball – und in den Relegationsspielen der vergangenen Wochen gab es genau da im Rückspiel riesige Überraschungen: So holte der Chemnitzer FC (U19) einen 1:4-Rückstand noch auf. Eine solche Sensation wollte Auerbach unbedingt vermeiden. Und statt einer Zitterpartie wurde es zwar kein Spaziergang, aber letztlich eine entspannte Angelegenheit. Der Grund heißt Jonas Unger. Schon nach einer Minuten netzte er erstmals ein. Damit waren alle Hoffnungen der Berliner vorerst einmal kaltgestellt. „So ein frühes Tor war für uns natürlich ein super Start“, sagt Jan Max Denschel, der Kapitän und Torhüter. Doch einen ruhigen Tag erlebte er trotzdem nicht. Reinickendorf gab sich nicht geschlagen – selbst nicht nach zwei weiteren Unger-Treffern (23./27.). Ein lupenreiner Hattrick! Nach einer halbe Stunde verkürzten die Füchse. Doch hätten sie noch sechs Treffer nachlegen müssen. Aber danach sah es überhaupt nicht aus, weil Auerbach sich selbst nicht vom 3:3-Ausgleich aus der Ruhe bringen ließ (44./58.) und seine Chancen nutzte. Luca Bodenbinder mit einem Doppelpack (67./69.) brachte den VfB zurück ins sichere Fahrwasser. „Sie hätten dann noch sieben Stück schießen müssen“, sagt Denschel. „Da war uns klar, dass das nicht mehr passiert. Ein geniales Gefühl.“ Und so feierten die Auerbacher Aufstiegshelden im Anschluss an die Partie mit den über 50 mitgereisten VfB-Fans. Der Kapitän lobt indes sein Team: „Es ist geil, was die Mannschaft geleistet hat.“ Eine kleine Feier gab es am Sonntag auch noch. „Aber da am Montag wieder Schule ist, fahren wir natürlich rechtzeitig wieder heim“, so der Kapitän. „Aber die richtige Aufstiegsfeier kommt noch.“

Aufstiegsrelegation: Die Ruhe vor dem Sturm

Fast eine Woche liegt es zurück, doch noch immer sind die Eindrücke frisch: Das Hinspiel der Aufstiegsrelegation zur Regionalliga bei den B-Junioren am Sonntag war ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte des VfB Auerbach. Über 400 Zuschauer waren auf den Waldsportplatz Beerheide gekommen. „So viele Zuschauer – das habe ich in 40 Jahren beim VfB Auerbach bei einem Jugendspiel noch nicht erlebt“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Und noch etwas ist historisch: Durch den 3:0-Sieg der U17 ist der Sprung in die Regionalliga zum Greifen nahe. Am Sonntag, 12 Uhr, steigt in Berlin das Rückspiel. Auerbach könnte sich also sogar eine 0:2-Niederlage leisten und wäre trotzdem in der nächsten Saison zweitklassig. Das gab es beim VfB zuvor noch nie – weder im Männer- noch im Nachwuchsbereich.

Vermutlich deshalb ist die Anspannung vor dem Rückspiel bei den Reinickendorfer Füchsen so groß. Die Mannschaft reist bereits am Samstag an, um eine optimale Vorbereitung zu gewährleisten. Eine Übernachtung vor dem Auswärtsspiel in Berlin – das macht selbst das Regionalliga-Team der Männer nicht. „Wir fahren in aller Ruhe nach Berlin und schauen uns einen Tag vorher schon einmal alles an“, sagt VfB-U17-Coach Toni Seidel. Beim Abendessen wartet dann auf seine Jungs die Vorbesprechung auf die Partie. „Wir sind gut vorbereitet“, sagt er. Zumal sind alle Spieler an Bord. Der Saisonhöhepunkt will keiner verpassen.

Die Ruhe vor dem Sturm ist womöglich auch gar nicht einmal so schlecht. Denn am Sonntag erwartet die Vogtländer sicherlich wieder ein heißer Kampf. Die Emotionen dürfen wieder – wie schon in der Schlussphase des Hinspiels – sieden. „Wir haben diese Woche viel darüber gesprochen“, sagt Seidel. „Es war bei allen Spielern spürbar, dass sie wissen, um was es geht. Es wird ein heißer Tanz.“ Wohl auch sportlich, denn das deutliche 3:0 täuscht etwas über den wahren Spielverlauf hinweg. So klar auseinander waren beide Teams nicht, die Berliner brachen in den Schlussminuten nur auseinander, der VfB nutzte dies eiskalt. Genauso eiskalt muss der VfB auch im Rückspiel bleiben – das ist zumindest die Trainervorgabe. „Dafür gibt uns das Hinspiel viel Kraft. Wir wissen, dass Berlin kommen muss – und wir sind für den einen oder anderen Konter gut“, sagt Seidel. Etwas Steigerungsbedarf gibt es dabei im körperlichen Bereich: Der Berlin-Meister ist den Auerbacher Jungs darin voraus. „Körperlich sind sie uns überlegen“, so Seidel. Seine Jungs müssen wohl über sich hinauswachsen – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber: „Technisch und spielerisch sind wir definitiv nicht schlechter.“ Es scheint also alles vorbereitet.

Auch schon der nächste Schritt? Was passiert, sollte es am Sonntag tatsächlich mit dem Aufstieg klappen? „Eine Feier haben wir noch nicht geplant“, sagt Seidel. „Wir wollen darüber auch gar nicht reden, sondern erst einmal Fußball spielen. Sollten wir es schaffen, finden wir schon eine Idee.“ Rein sportlich wäre der Aufstieg für den VfB Auerbach reizvoll. Und organisatorisch? Ein Kraftakt. Auerbach ist – im Gegensatz zu den meisten möglichen Konkurrenten in der Regionalliga – kein Leistungszentrum. Alles wird ehrenamtlich organisiert. „Toni Seidel als Nachwuchsleiter und Michael Stöhr als Vorstandsmitglied mit dem Aufgabenbereich Nachwuchs leisten schon viel“, sagt Volkhardt Kramer. „Aber auch sie wissen, dass dann noch etwas mehr auf sie zukommt.“ Kramer hofft dann auf noch mehr Unterstützung für den Auerbacher Nachwuchs. Sponsoren sollen dabei helfen, den Mehraufwand abzudecken. Mehr Aufwand gibt es allein schon aufgrund der Lizenzbedingungen – mit Plätzen und Trainerlizenzen. Und der Erfolg der B-Junioren soll schließlich auch keine Eintagsfliege bleiben. „Es macht nur Sinn, wenn wir dies weiterführen – in allen Mannschaften.“ Und dafür bedarf es größerer Unterstützung. Allerdings mit Augenmaß, betont Kramer. „Uns darf nicht dasselbe passieren wie Borea Dresden“, verweist er auf den ehemaligen Konkurrenten aus der Oberliga, der eine hervorragende Nachwuchsarbeit leistete, aber den Erfolg im Männerbereich vernachlässigte. Es folgten Abstieg auf Abstieg – und darunter litt am Ende auch der Nachwuchsfußball. „Sie haben sich am Nachwuchs überhoben“, analysiert Kramer. „Wir müssen weiterhin Rang und Reihenfolge beachten. Das Regionalliga-Team der Männer bleibt das Aushängeschild.“ Auch wenn die B-Junioren dem Köhler-Team an diesem Wochenende womöglich für kurze Zeit den Rang ablaufen. Zumindest für ein paar Tage.

Überraschender Triumph – am Ende stehen die E-Junioren ganz oben

Während es das Regionalliga-Team in Sachen Punktspiele noch etwas ruhiger angehen lässt, ist im Nachwuchsbereich derzeit viel los. Die Saison ist zum Teil zu Ende, bei den B-Junioren steht der VfB vor dem größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Aber nicht nur die älteren Jahrgänge sorgen derzeit für Furore. Die E-Junioren haben sich mit einem sensationellen Ergebnis in die Sommerpause verabschiedet. Bei der privat organisierten Turnierreihe mit den beste Nachwuchsteams der Altersklasse aus Mitteldeutschland hat der VfB eine riesige Überraschung hingelegt. Beim Abschlussturnier der Reihe ging der Pokalsieg beim Heimturnier nach Auerbach. „Ein besseres Drehbuch hätte es nicht geben können“, sagte VfB-Coach Jörg Möckel. „Der Turniersieg ist das i-Tüpfelchen auf die erfolgreiche Saison.“

Denn die überregionale Turnierrunde fand in Auerbach am Samstag ihren End- und Höhepunkt. Im Vorfeld des Turniers hatten die teilnehmenden Teams bereits in Heim- und Auswärtsspielen von August bis Mai gegeneinander gespielt, nun fand zum Abschluss ein gemeinsames Turnier statt – in Auerbach. „Dass wir das Turnier bei uns durchführen konnten, war die großen Hilfe der Stadt und der Unterstützung der Eltern zu verdanken“, sagt Möckel. „Ohne sie hätten wir es nicht geschafft.“

Bei der Endrunde in Auerbach nahmen dann also die Spitzenteams des FC Carl Zeiss Jena, Cordial-Cup-Sieger VfB Fortuna Chemnitz, Lok Leipzig, die SpVgg Bayern Hof und der Reichenbacher FC teil. Der FSV Zwickau und der FC Erzgebirge Aue hatten ihre Teilnahme absagen müssen, weil sie noch in den Punktspielen stehen. Dennoch: „Über das Jahr hinweg hatte sich bereits angedeutet, dass der Modus eine Bereicherung für das Wettkampfjahr ist“, sagt Möckel. Es gab viele knappe Spiele, in denen die Kinder bereits eine hohe fußballerische Qualität auf dem Platz zeigten. Auch bei der Endrunde.

Bei optimalen Bedingungen – es war noch nicht zu heiß auf dem Diesterwegsportplatz – ging der VfB nicht unbedingt als Turnierfavorit ins Rennen. „Wir hatten einige Stammspieler zu ersetzen“, sagt Möckel. „Aber die Mannschaft ist über sich hinausgewachsen.“ Das lag wohl auch daran, weil der VfB gut ins Turnier kam. Gleich das erste Spiel war eins zum Staunen. Gegen Fortuna Chemnitz legten die Auerbacher ein Spiel hin, das das Team selten zuvor gezeigt hatte. „Wir haben Chemnitz nach allen Regeln der Kunst ausgespielt“, so der Coach. Mit Kurzpassspiel und in hohem Tempo besiegten sie die Chemnitzer mit 2:0. Und der Sieg hätte noch deutlich höher ausfallen können. Möckel: „Wenn es überhaupt etwas an diesem Spiel zu kritisieren gibt, dann die Chancenverwertung.“

Das zweite Spiel war dann schon entscheidend: Da sich die Auerbacher vorgenommen hatten, einen Medaillenplatz zu erreichen, musste gegen Hof ein Erfolg her. Nur mit drei Punkten wäre die Chance auf einen der vorderen Plätze noch realistisch gewesen. Und es klappte – mit einem 1:0-Sieg. „Taktisch hat die Mannschaft umgesetzt, was wir geplant hatten. Unser Plan ist wunderbar aufgegangen.“ Mit dem Hofer Nachwuchs hatte sich der VfB bereits öfter die Kräfte gemessen, doch stets endeten die Spiele mit einem Unentschieden. Diesmal sprang mit etwas Glück ein 1:0 heraus.

Anders verlief das dritte Gruppenspiel der Auerbacher: Lok Leipzig beherrschte den VfB und gewann verdient mit 2:0. „Sie waren in diesem Spiel besser als wir“, sagte Möckel. Lok war damit auf dem Weg zum Turniersieg. Der VfB behielt zwar nach einem eindeutigen Spielverlauf gegen den Reichenbacher FC (4:0) alle Trümpfe weiter in der Hand, doch war damit nur der dritte Platz sicher. „Unser Ziel hatten wir damit schon erreicht“, jubelte der VfB-Coach.

Im letzten Gruppenspiel ging es dann noch um den zweiten Platz – zumindest gedanklich, denn Lok schien uneinholbar. Während der VfB gegen den FC Carl Zeiss Jena personell auf der letzten Rille lief, waren die Thüringer mit 16 Spielern angereist und wechselten durch. Doch diesmal begeisterten die Auerbacher durch die Stärke, die sie schon die gesamte Saison lang ausmachen: die mannschaftliche Geschlossenheit. Möckel erklärt: „Jeder Auswechselspieler hat in die Mannschaft gefunden. Es war ein Sieg der Moral und eine starke Mannschaftsleistung. Taktisch hat die Mannschaft für ihr Alter hervorragend gespielt.“ Mit 1:0 hatte der VfB die Nase vorn – und damit zwölf Punkte. Damit hatte der VfB im Spieljahr gegen jedes Leistungszentrum mindestens einmal gewonnen. Und der Sieg gegen Jena bedeutete sogar noch mehr als nur Platz 2: „Womit ich gar nicht gerechnet habe, ist dass wir das gesamte Turnier gewinnen würden“, sagt Möckel. Doch dank der Schützenhilfe der SpVgg Bayern Hof, die Lok Leipzig ein Unentschieden abtrotzten, stand der VfB am Ende ganz oben auf dem Treppchen. Die Freude war riesengroß. Auch beim Trainer: „Es war ein Erfolg, der nur über die geschlossene Mannschaftsleistung zustandekam. Bei uns gibt es keine Stars, sondern die Mannschaft ist der Star. Alle Spieler – von eins bis zehn – sind gleichwertig.“

Und mit diesem Erfolg gehen die jungen VfB-Spieler mit einem guten Gefühl in ihre wohlverdiente Sommerpause.

Gute Ausgangslage für das Rückspiel

VfB Auerbach – Füchse Berlin Reinickendorf 3:0 (1:0)

 

Die B-Junioren des VfB Auerbach stehen unmittelbar vor dem ganz großen Coup. Im Hinspiel der Relegation um den Aufstieg in die zweitklassige Regionalliga haben die Vogtländer mit drei Toren die Nase vorn gehalten. Ein Ergebnis, das für das Rückspiel in einer Woche am Sonntag, 12 Uhr, Hoffnung macht, dass die U17 den größten Nachwuchs-Triumph in der Vereinsgeschichte feiern könnte.

Dabei gilt aber auch das Hinspiel gegen die Reinickendorfer Füchse als Warnung. Denn so viel schwächer waren die Gäste nicht. In einer engen Partie vor deutlich über 400 Zuschauern – unter ihnen auch die lautstarke UnitA-Fangruppierung – lieferten sich beide Seiten einen engen Schlagabtausch. Nach der Pause drehte der VfB auf und kam zu drei Treffern – zwei davon in der Schlussphase, als sie die Gäste unsortiert erwischten. Am Ende war es ein verdienter Erfolg für die Vogtländer.

„Das 3:0 ist eine sehr guten Ausgangsposition“, sagt VfB-Coach Toni Seidel. „Aber ist es noch kein Grund zum Jubeln. Die Jungs werden die Woche hoch konzentriert im Training arbeiten und sich optimal auf das Rückspiel vorbereiten.“ Die Mannschaft reist schon am Samstag nach Berlin, um optimal vorbereitet in das Spiel am Sonntag zu gehen. „Ein ganz großes Dankeschön geht an die vielen Zuschauer, es war ein riesiges Erlebnis für die Jungs“, ergänzte Seidel.

Zudem wird es zum Rückspiel einen Fanbus mit 50 Plätzen nach Berlin geben. Nähere Informationen folgen zu Wochenbeginn. Toni Seidel sagt dazu: „Wir hoffen, dass uns viele Zuschauer mit nach Berlin begleiten, um die Jungs zu unterstützen.“

Statistik

Tore: 1:0 Unger (60.), 2:0 Bodenbinder (80.+2), 3:0 Glaß (80.+4).

Auerbach: Denschel – Leidel, Todt, Voigt, A. Kramer, Glaß, Vogel, Seidel, Unger, V. Kramer (80.+2 Müller), Meinel (79. Bodenbinder).

Schiedsrichter: Wartmann (Großvargula).

Zuschauer: 421.

Das größte Nachwuchsspiel der Vereinsgeschichte

Das bislang größte Nachwuchsspiel in der Vereinsgeschichte des VfB Auerbach findet am Sonntag, 12 Uhr, auf dem Waldsportplatz in Beerheide statt. Die B-Junioren des VfB bestreiten das Relegationsspiel zur Regionalliga gegen die Füchse Berlin Reinickendorf. Im Falle eines Aufstiegs würden die Auerbacher erstmals in ihrer Vereinsgeschichte zweitklassig in einem Nachwuchsjahrgang spielen. Vor dem Hinspiel herrscht beim VfB bereits Vorfreude. „Wir freuen uns“, sagt U17-Trainer Toni Seidel. „Es ist keine negative Anspannung, sondern volle Konzentration.“

Denn die Auerbacher wollen eine Woche nach der Landesmeisterschaft nun noch das i-Tüpfelchen setzen. Eben mit einem historischen Aufstieg. Allerdings ist der Gegner eben keine Laufkundschaft. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die Reinickendorfer Füchse gelten als einer der erfolgreichsten Nachwuchsspieler-Schmieden der Republik. Der Verein hat sich vor allem der Ausbildung junger Spieler verschrieben. Kevin-Prince Boateng oder Thomas Häßler sind nur zwei bekannte Namen, die die Reinickendorfer in ihrer Spielerbiografie stehen haben. Vielleicht ist auch ein Star von morgen im aktuellen U17.

Aber eventuell auch im VfB-Kader. Denn Auerbach hat sich nun auch offiziell zum Ziel gesetzt, die erfolgreiche Nachwuchsarbeit noch stärker im Männerbereich fortzusetzen. Das mittelfristige Ziel: Die Hälfte des Regionalliga-Teams soll aus eigenen Spieler bestehen. „Die gute Arbeit der Nachwuchstrainer in der U17 und U19 macht nur Sinn, wenn sich dies auch in den Männerteams fortsetzt“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer. Die Verpflichtung von Jan Max Denschel, Pascal Sauer und Jan Luderer im Regionalliga-Kader sind ein erster Zeichen. Mit Thomas Stock, Albert Löser und André Herold spielen noch drei weitere Auerbacher im Regionalliga-Team. Nun sollen die nächsten folgen – und sich für diese Aufgabe möglichst schon in den höheren Jugendspielklassen vorbereiten. Daher wäre ein Sprung in die U17-Regionalliga wünschenswert. Allerdings: „Wir brauchen weiter Zuwendungen von Sponsoren“, sagt Kramer. „Nachwuchsleistungssport ist nicht nur durch Einzelaktionen zu finanzieren, sondern eine Regionalliga-Mannschaft braucht deutlich mehr Geld als eine Landesliga-Mannschaft. Das muss auch bei unseren Partnern Anerkennung finden.“

Der VfB hat schon einmal die Lizenz für die Regionalliga beantragt – und auch die Zusage erhalten. Das war nur möglich, weil auch die Stadt Auerbach mit dem Bau des Kunstrasenplatzes an der Diesterwegschule war essentiell. Ohne den Platz hätte der VfB keine Lizenz erhalten, auch wenn der VfB den Waldsportplatz in Beerheide als Rasenplatz als Spielstätte angegeben hat. Sollte es tatsächlich mit dem Aufstieg klappen, werden allerdings auch Spiele im VfB-Stadion stattfinden.

Aber das ist alles noch Zukunftsmusik. Die Aufstiegsspiele sind schwer genug. „Wir haben keinen Druck, denn wir arbeiten konzentriert und ruhig weiter“, sagt Toni Seidel. „Wir sind Landesmeister – das nimmt uns keiner mehr. Was jetzt kommt, ist das i-Tüpfelchen.“ Beim VfB sind alle Spieler an Bord. Seidel: „Sie sind fit und heiß.“ Taktisch will er keine Experimente wagen. „Wir spielen unser Spiel – wie immer.“ Und dann will sich der VfB eine gute Ausgangslage für das Rückspiel erarbeiten. „Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn wäre erst in Berlin gespielt hätten, aber am Ende ist es egal. Wer aufsteigen will, der muss beide Spiele erfolgreich bestreiten.“ Der Eintritt zum Spiel am Sonntag, 12 Uhr, ist frei. Das VfB-Team würde sich über eine breite Unterstützung freuen.

B-Junioren schaffen Historisches – und sind noch nicht satt

Die B-Junioren des VfB Auerbach kamen am Samstag gar nicht aus dem Feiern raus. Denn als sie am Samstagnachmittag die Meisterschaft in der Landesliga feierten, wartete im Anschluss an die kleine Party mit der Übergabe der Sachsenmeisterschale etwas ganz Besonderes: Nach dem 10:1-Sieg beim FC Grimma ging es nach Dresden. Genau gesagt auf die Elbe. Auf einem Dampfer feierte das Team eine phänomenale Saison. Wäre der Kapitän abgesprungen, wahrscheinlich hätten sie auch dieses Schiff noch sicher in den Hafen gebracht.

Denn irgendwie passte bei den Auerbachern in dieser Saison (fast) alles. Sie ließen sich weder von der starken Konkurrenz abschrecken, noch von den üblichen Schwankungen. Und holten erstmals in der Auerbacher Vereinsgeschichte eine Sachsenmeisterschaft im Jugendbereich. „Wir freuen uns riesig über diesen Erfolg“, sagte auch Toni Seidel, der nicht nur Auerbacher Nachwuchsleiter ist, sondern auch die Mannschaft als Trainer betreut. Mit drei Punkten vor dem FSV Zwickau kam der VfB mit 63 Punkten ins Ziel ein. Die Tordifferenz von 104:35-Toren zeigt die Auerbacher Dominanz. Kein Landesligist erzielte so viele Treffer, nur Zwickau kassierte weniger Gegentreffer – und selbst da nur einen weniger. Und so gratulierte der FSV auch dem westsächsischen Konkurrenten gleich nach Spielschluss zur verdienten Meisterschaft.

„Wir konnten das Ziel nur erreichen, weil die Mannschaft hart an sich gearbeitet hat“, sagt Toni Seidel. „Sie hat sich von Anfang an ein klares Ziel gesetzt – und es zielstrebig verfolgt.“ Nach einer Hinrunde mit 29 Zählern steigerten sich die Vogtländer nochmals in der Rückserie (34 Punkte) – und zogen deshalb der Konkurrenz davon. „Das geht nur, weil die Mannschaft enorm gut zusammenhält“, sagt Seidel. „Das gilt aber nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Eltern.“ In Trainingscamp in der Türkei zur Winterpause schärfte womöglich nochmals die Sinne für die entscheidende Saisonphase, sodass das Team am Ende genug Kraft hatte, den Titel zu holen. Auch in Grimma am Samstag bedurfte es einer großen Kraftanstrengung: Es war heiß, aber die Auerbacher verloren nicht die Nerven und spielten gegen das Kellerkind ihre Stärken aus. Zwei schnelle Tore ließen alle Zweifel schnell verschwinden, dass es doch noch einmal eng werden könnte. Die Wahrscheinlichkeit, dass Zwickau den Auerbachern auf der Zielgeraden die Meisterschaft nochmals abknöpfen könnte, lag ohnehin nur im theoretischen Bereich. Deshalb ließen es die Auerbacher aber nicht ruhig angehen – und schossen sich schon mal für die kommenden Aufgaben warm. „Nach dem Spiel waren die Jungs schon ganz schön platt“, sagt Seidel. „Doch wir haben schon am Abend für die Relegation wieder neue Kräfte gesammelt.“ Auf dem Elbe-Dampfer gab es eine entspannte Meisterfeier – ohne allzu überschwänglich zu werden.

Denn die Relegation wird nochmals eine große Herausforderung für den Sachsenmeister. Am Sonntag, 23. Juni, erwarten die Auerbach die Reinickendorfer Füchse aus Berlin zum Hinspiel. Eine Woche später geht es nach Berlin. „Die Füchse sind stark“, sagt Coach Seidel, der die Berliner bereits beobachtet hat. „Sie stehen gut in der Abwehr und haben schnelle Stürmer. Ihr Umschaltspiel ist stark.“ Reinickendorf holte in der Berliner Verbandsliga den Titel mit sechs Punkten Vorsprung auf den Berliner SC. Ihre Meisterschaft feierten sie also bereits eine Woche früher als der VfB, gehen also ausgeruht in die Entscheidungsspiele. Das muss kein Nachteil sein – heißt es in Auerbach. „Sicherlich wird es nicht einfach“, sagt Seidel, „doch der Aufstieg in die Regionalliga ist machbar. Und die Jungs sind heiß darauf, nun noch einen obendrauf zu setzen.“ Aber selbst wenn es nicht klappt, wäre es wohl kein Schiffbruch.