Danny Wilds Treffer führt zum ersehnten Sieg

VfB Auerbach – 1.FC Lok Leipzig 1:0 (0:0)

 

Der VfB Auerbach hat in der Fußball-Regionalliga den erhofften Befreiungsschlag gelandet. Am Samstag gelang den Vogtländer ein denkbar knapper 1:0-Sieg gegen den 1.FC Lokomotive Leipzig. Damit beendeten die Auerbacher die Durststrecke von drei Niederlagen in Serie. Drei Spiele ohne Punkte – aber mit guten Auftritten hatten ihre Spuren hinterlassen. Zumindest in der Tabelle. Auerbach rutschte mit nur fünf Punkten in Richtung Abstiegsplätze ab, drohte schon früh in der Saison unter Druck zu geraten – obwohl natürlich noch längst nicht klar ist, wie viele Teams aus der Regionalliga überhaupt absteigen. Kommt kein ostdeutsches Team aus der 3. Liga runter, gibt es sogar nur einen Absteiger.

Vom Platz ganz unten befand sich Auerbach auch vor dem Spiel gegen Leipzig in guter Distanz. Allerdings: Gegen Lok befand sich Auerbach dennoch unter Druck. Glücklicherweise für den VfB traf dies auch für die Loksche zu. Die Leipziger starteten mit großen Zielen in die Saison, wollten ganz oben angreifen. Daher trafen zwei Teams aufeinander, die sich in einer ähnlichen Situation befanden: Beide sportlich unter Druck, von den Kritiken her schnitten beide aber trotzdem gut ab. Die Misere machte sich aber vor allem bei den Gästen bemerkbar. Die Leipziger erwischten einer katastrophalen Start. Auerbach dominierte das Geschehen nach Belieben, Leipzig bekam keinerlei Zugriff zum Spiel. „Wir haben die Phase total verschlafen“, sagte auch Leipzigs Coach Heiko Scholz. Das Bittere für Auerbach: Die zahlreichen Torchancen wollten einfach nicht ins Netz. Und als Felix Lietz dann das Tor traf, soll vorher ein angebliches Foul am Gäste-Keeper vorgelegen haben. Eine zweifelhafte Entscheidung, die auch zugunsten von Auerbach hätte ausfallen können. Als dann auch noch Marc-Philipp Zimmermann das Kunststück aus der Vorwoche wiederholte, den Torhüter zwar schlagen konnte, aber am Aluminium scheiterte, machten sich bei den Gastgebern schon die Gedanken breit: Läuft es dieses Mal auch wieder wie zuvor? Gutes Spiel, dicke Chancen, keine Punkte. „Wir haben wieder unsere Chancen nicht genutzt“, sagte Auerbachs Coach Sven Köhler mit einem Schuss Verärgerung. Denn ohne Tore bekommt man keine Punkte.

„Zum Glück hatten wir diesmal das Spielglück, dass Leipzig nicht in Führung gegangen ist“, ergänzte Köhler. Denn nach der verschlafenen ersten halben Stunde taute der Favorit auf und hatte durch Steinborn die Riesen-Chance zur Führung. Und so hätte eine bis dahin klare Partie komplett auf den Kopf gestellt werden können. Aber Auerbach hatte Glück und blieb am Ball, ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. Das Glück ereignete sich dann vor dem Tor: Bei einem langen Pass in den Strafraum unmittelbar nach dem Seitenwechsel stand Danny Wild mutterseelenallein. Er behielt die Ruhe, legte den Ball am Keeper vorbei – und machte das 1:0. Unbändiger Jubel.

Das Tor brachte das komplette Selbstvertrauen nach Auerbach zurück. In der Schlussphase fiel den Gästen nicht viel ein, um Auerbach noch einmal in Bedrängnis zu bringen. „In der zweiten Halbzeit bekommen wir das Tor durch eine Unaufmerksamkeit eigentlich selbst. Ich bin schwer enttäuscht, Glückwunsch an Auerbach“, sagte Leipzigs Coach Heiko Scholz, auf den nun schwere Zeiten zukommen. Sein Gegenüber, Sven Köhler, ist hingegen obenauf: „Lok besitzt eine sehr gute Qualität, die heute glücklicherweise nicht ganz zum Tragen kam. Wir haben uns endlich einmal für unseren sehr hohen Aufwand belohnt und ich denke, verdient gewonnen.”

Für den VfB geht es bereits am Freitag weiter: Dann treten die Vogtländer bei Optik Rathenow an. Der Aufsteiger steht hinter den Vogtländer, ist also ein potenzieller Gegner, bei dem die Gelb-Schwarzen die Misserfolgsserie endgültig vergessen machen können.

 

Statistik:

Tor: 1:0 Wild (55.)

Auerbach: St. Schmidt – Löser, Heger, Lietz, Seb. Schmidt – Wild/V (90. Shoshi), P. Müller/V, Kadric/V, Schlosser (80. Mielke) – Stock/V (83. Miertschink), Zimmermann. – Trainer: Köhler.

Leipzig: Hanf – Zickert/V, Wolf, Misch/V (35. Urban/V) – Schulze, Schinke (46. Sindik), Gottschick (72. Adler), Salewski/V – Pfeffer, Steinborn, Atici. – Trainer: Scholz.

Schiedsrichter: Rauschenbach.

Zuschauer: 910.

Rot: Adler (88./Leipzig/grobes Foulspiel).