Marcin Sieber köpft VfB zu verdientem Punktgewinn

VfB Auerbach – Wacker Nordhausen 1:1 (0:1)

 

Der VfB Auerbach hat sich endlich belohnt. Zum dritten Mal in dieser Saison – nach dem Chemnitzer FC und dem Berliner AK – trafen die Vogtländer auf ein Spitzenteam der Liga. Doch statt einer unglücklichen Niederlage – wie in beiden Fälle zuvor – gab es diesmal den große Jubel. Der VfB holte gegen Wacker Nordhausen einen völlig verdienten Punkt. Hochverdient – aber auch etwas glücklich, da der Ausgleich erst zwei Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit fiel. Marcin Sieber hatte nach einem Eckball die Vogtländer zum 1:1 geschossen. “Ich bin überglücklich, dass wir noch den Ausgleich gemacht haben”, sagte VfB-Coach Sven Köhler nach dem Spiel.

Gut möglich, dass er auch glücklich darüber, dass er auf die richtige Karte zum Schluss gesetzt hatte. Aber dazu später mehr. Die Partie hatte über weite Strecken den erwarteten Lauf genommen. Nur wenige Minuten zu Beginn des Duells, das Auerbach so oft (achtmal) als Verlierer verlassen hatte wie gegen kaum ein anderes Team, hielten die Vogtländer ein leidenschaftliches Spiel nach vorn aufrecht. Ein Abseitspfostenkracher von Marc-Philipp Zimmermann und ein überhasteter Abschluss von Danny Wild ließen schon hoffen, dass der VfB gegen Wacker doch einmal die Partie in eine andere Richtung schieben würde. Doch weit gefehlt: Nordhausen übernahm danach. “Wir haben zu spüren bekommen, welche Qualität Nordhausen besitzt”, sagte Köhler. Und diese Qualität beinhaltete ein souveränes Auftreten nach vorn und wenig Aufregungspotenzial nach hinten. Kurzum: Wacker dominiert, hatte einige gute Möglichkeiten und ließ den VfB nicht mehr zum Zuge kommen. Als dann auch noch Pluntke einen Freistoß von Becker und der Kopfballverlängerung von Kammlott im Netz versenkte, fühlte es sich schon fast so an, als ob Nordhausen die Bahn in Richtung Sieg freigelegt hatte.

Doch statt wie auf einer Autobahn ohne Geschwindigkeitsbegrenzung in Richtung drei Punkte zu düsen, drosselte Auerbach nach und nach das Gäste-Tempo. Bis Mitte der zweiten Halbzeit der Sekundenschlaf bei den Gästen einsetzte. Nach bis weit in die zweite Halbzeit hinein trat Nordhausen zwar dominant aus, riss dabei aber keine Bäume aus. Nicht genug, um doch noch die Führung auszubauen. Und dann traf VfB-Coach Sven Köhler die richtige Entscheidung: Er setzte alles auf eine Karte, brachte mit Florian Mielke einen dritten nominellen Stürmer. Dass der Einwechsler mit seiner ersten Aktion den Beinahe-Ausgleich vorbereitete, war schon ein Fingerzeig. Seine Kopfballverlängerung hätte Marc-Philipp Zimmermann mit seinem gefühlvollen Heber fast zum 1:1 genutzt. Doch die VfB-Fans mussten sich noch gedulden.

“Wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt, nachdem wir zuvor schon so viele Chancen wiegengelassen hatten”, sagte Köhler. Also musste – ähnlich wie auf der Gegenseite – ein Standard her. Eckball Marcel Schlosser, im Zentrum lauerte Marcin Sieber, er stieg hoch und köpfte wuchtig in die Maschen ein. Ein völlig verdienter Ausgleichstreffer, der das hohe Engagement der Heimelf belohnte. Das sah auch Gäste-Coach Volkan Uluc nicht anders: “In der zweiten Halbzeit war es nicht unsere Idee, das 1:0 zu verwalten, sondern nachzusetzen. Die Mannschaft hat in der letzten Viertelstunde um den Ausgleich gebettelt. Auerbach ist in der Endphase verdient zum Ausgleich gekommen.”

 

Statistik:

Tore: 0:1 Pluntke (29.), 1:1 Sieber (88.).

Auerbach: St. Schmidt – Heger, Sieber, Lietz, Seb. Schmidt – P. Müller – Wild (70. Mielke), Schlosser, Kadric (90. Herold) – Stock, Zimmermann. – Trainer: Köhler.

Nordhausen: Glinker – Kovac, Propheter, Esdorf, Göbel – Becker, Pluntke – Pichinot/V, Sobotta (79. F. Müller), Kammlott (82. Merkel) – Beil (75. Genausch). – Trainer: Uluc.

Schiedsrichter: Hösel (Magdeburg).

Zuschauer: 610.