Cottbus ist eine Nummer zu groß

Geschrieben von Marcus Schädlich am 20.08.17 um 22:58 Uhr • Artikel lesen

Kategorie: Regionalliga

VfB Auerbach - FC Energie Cottbus 0:4 (0:3)

 

Die Lage beim VfB Auerbach fasste Trainer Michael Hiemisch ganz treffend zusammen: „In den ersten drei Spielen haben wir Punkte verloren, die wir jetzt benötigen würden.“ Der Satz birgt durchaus Kritik in sich, denn was der Auerbacher Trainer vorher erleben musste, war ein Spiel, auf das er wohl sehr gut hätte verzichten können. Gegen den FC Energie Cottbus unterlagen die Auerbacher mit 0:4. Sang- und klanglos letztlich, denn gegen den großen Liga-Favoriten waren die Vogtländer so weit vom ersten Saisonsieg entfernt wie nie zuvor in der laufenden Saison. Aufgrund der zweiten Saisonniederlage befinden sich die Auerbacher nun dort, wo so nach vier Spielen nicht sein wollten: am Ende der Tabelle.

 

Dabei spiegelte die Partie gegen die Lausitzer diese Tabellensituation durchaus wider. Auerbach hielt nur in der ersten halben Stunde einigermaßen gegen starke Cottbuser mit. Die Gäste, gestärkt durch ihren guten Auftritt im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart, behielten von Anfang an die Ruhe in einem oftmals hektischen und unruhigen Spiel. Im Gegensatz zum Auerbacher Defensivverbund, der seine Nervosität der ersten Spieltage nach wie vor nicht ablegen konnte.

 

Und so war es erneut Marcin Sieber, der mit einem Foul im Strafraum für eine richtungsweisende Szene der Partie sorgte. Viteritti verwandelte den Elfmeter sicher, Auerbachs Matchplan war damit dahin. Denn im Anschluss daran machte Cottbus genau das, was die Katze mit der Maus macht: Sie spielt mit ihr – und gewinnt am Ende den Kampf aufgrund ihrer Überlegenheit.

 

Auerbach fand sich allerdings auch gut in der Maus-Rolle ein: Die einzigen beiden Chancen der Vogtländer vergab Torjäger Marc-Philipp Zimmermann ungewohntermaßen: Eine Schuss aus der zweiten Reihe ging ebenso am Tor vorbei wie eine Direktabnahme. Danach kam es für den VfB so richtig dick: Statt eben den Ausgleich zu erzielen, liefen die Gelb-Schwarzen in einen klassischen Energie-Konter. Ziegenbein spielte seine gesamte Erfahrung aus und traf sogar aus spitzem Winkel zum 2:0. Das Tor kam einer Vorentscheidung gleich – auch weil Auerbach danach nicht mehr so wirkte, als glaubte das Team noch an eine Aufholjagd. Das Gegenteil war der Fall: Die Auerbacher wirkten immer fahriger, machten mehr Fehler als nötig und kamen nur selten konsequent vor das Cottbuser Tor.

 

„Bis zum Elfmeter haben wir ganz gut mitgespielt. Nach dem 0:2 haben wir die Linie verloren und sind von unseren Möglichkeiten abgekommen“, kritisierte VfB-Coach Hiemisch. Sein Team kassierte sogar noch den dritten Gegentreffer vor der Pause, als Lietz im Vorwärtsgang den Ball völlig unnötig verlor, Sieber gegen Mamba nicht auf dem Posten war und ihn ziehen ließ. Der Cottbuser Torjäger staubte eiskalt ab.

 

Hätte er auch im zweiten Abschnitt diese Kaltschnäuzigkeit an den Tag gelegt, es wäre wohl ein ganz bitterer Nachmittag für Auerbach geworden. Denn nur noch ein weiteres Mal – vier Minuten vor Schluss – verlängerte er den Ball ins Netz. Dabei hatte er noch etliche weitere gute Möglichkeiten auf dem Fuß oder Kopf. Das lag in erster Linie wohl daran, dass Auerbach die defensive Stabilität fehlte – und zudem eine halbe Stunde lang in Unterzahl spielen musste. Schlosser sah nach einem völlig unnötigen Foulspiel in der gegnerischen Hälfte Gelb-Rot. 

 

VfB-Trainer Michael Hiemisch hat nach der 0:4-Pleite einen Haufen Arbeit vor sich. „Wir haben die Qualität, um da unten rauszukommen, aber jeder muss da seine Leistung bringen“, sagt er. Und das sollten die Auerbacher Spieler bereits am kommenden Sonntag tun, wenn sie bei Budissa Bautzen antreten. Bautzen dürfte wohl ein Gegner sein, der schon eher mit den Vogtländern auf Augenhöhe ist als Cottbus.

 

Für Energie geht es hingegen in eine völlig andere Richtung. Wer kann die Lausitzer stoppen? „Uns kann jeder stoppen“, will sich Trainer Claus-Dieter Wollitz nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. „Auch Auerbach hat es heute mit seinen Mitteln versucht. Mit diesem Sieg sind wir auf einem guten Weg. Wir freuen uns über drei Punkte und der Art des Sieges.“

 

Statistik:

Tore: 0:1 Viteritti (FE/29.), 0:2 Ziegenbein (33.), 0:3 Mamba (45.).

Auerbach: St. Schmidt - Heger/V, Sieber, Mattern, Lietz - Novy, Kötzsch (46. Shoshi) - Wild (67. Kunert), Schlosser/V, Seb. Schmidt/V - Zimmermann. - Trainer: Hiemisch.

Cottbus: Meyer-Schade - Startsev, Stein/V, Karbstein/V, Schlüter - Kruse (81. Gehrmann) - Ziegenbein (65. Zimmer), De Freitas Costa, Weidlich, Viteritti (75. Geisler) - Mamba. - Trainer: Wollitz.

Schiedsrichter: Prager (Gera).

Gelb-Rot: Schlosser (61./Auerbach).

Zuschauer: 1280.

« Ein typisches Pokalspiel
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  • FSV Wacker Nordhausen : VfB Auerbach 1906

    24.11.2017 - Beginn: 20:00 Uhr

  • Spiele

    Siege

    Unent.

    Nied.

    Punkte

  • 1

    Cottbus

    15

    13

    2

    0

    41

    2

    BFC-Dynamo

    15

    9

    2

    4

    29

    3

    F-Walde

    15

    8

    3

    4

    27

    4

    Nordhausen

    15

    6

    7

    2

    25

    5

    Lokomotive

    15

    6

    6

    3

    24

    6

    BAK

    15

    6

    4

    5

    22

    7

    Viktoria

    15

    6

    3

    6

    21

    8

    Babelsberg

    15

    4

    9

    2

    21

    9

    Meuselwitz

    14

    5

    5

    4

    20

    10

    Neugersdorf

    15

    5

    5

    5

    20

    11

    Altglienicke

    15

    4

    6

    5

    18

    12

    Halberstadt

    15

    4

    6

    5

    18

    13

    Hertha

    15

    5

    3

    7

    18

    14

    Bautzen

    15

    4

    6

    5

    18

    15

    Auerbach

    15

    2

    8

    5

    14

    16

    Chemie

    16

    3

    4

    9

    13

    17

    Neustrelitz

    15

    3

    1

    11

    10

    18

    Luckenwalde

    15

    1

    2

    12

    5