Westsächsisches Duell mit ungewöhnlichen Vorzeichen

Der VfB Auerbach beendet am Samstag seine erneute Zwangspause mit einem heißen Duell: Die Vogtländer treten beim westsächsischen Rivalen Chemnitzer FC an. Ein Duell der Gegensätze – aber auch ein wichtiges Spiel für den VfB. „Wenn man so eine schlechte Bilanz gegen die Teams aus dem unteren Drittel hat, dann muss man auch mal eine Sensation schaffen“, sagt VfB-Coach Sven Köhler vor dem Spiel beim Regionalliga-Neunten.

Was allerdings die Vorbereitung auf die Partie gestört hat, war das Hin und Her um die Torhüter. Dem VfB waren schlicht die Keeper ausgegangen, nachdem Stefan Schmidt am Auge erkrankt ist und noch bis in den Dezember hinein ausfällt. Die beiden spielberechtigten Ersatzkeeper wurden durch das Corona-Virus gestoppt: einer durch eine Infektion, der andere durch einen fehlenden Impfungschutz – und der Folge-Quarantäne. Zumindest theoretisch. So durfte Maximilian Schlosser sich frei testen, hätte aber letztlich ohnehin nicht in häusliche Absonderung gemusst, weil die Gesundheitsämter mittlerweile zu einer anderen Regelung der Kontaktpersonen übergangen sind.

Sei‘s drum. Der VfB hatte sich in der Zwischenzeit um Alternativen bemüht: Da aber der Torhüter der zweiten Mannschaft ebenfalls vom Corona-Virus betroffen ist und der andere im Urlaub in Mexiko, fiel diese Option weg. Eine andere Option hatten die Regularien der Fußball-Verbände verschlossen: Lukas Tilgner, Keeper der U19, erhält laut den Regeln keine Spielgenehmigung, weil er noch zum jungen A-Junioren-Jahrgang zählt und Auerbach kein Nachwuchsleistungszentrum ist. Kurios: Bis zu seiner Rückkehr nach Auerbach hätte er bei seinem früheren Verein, Chemnitzer FC, bis zum 31. Juli, noch in der Regionalliga spielen dürfen. Seit 1. August als VfB-Spieler nicht mehr. „Der Ball liegt beim Verband“, sagt VfB-Manager Volkhardt Kramer, der diese unsinnige Regelung seit Jahren bekämpft. Bislang ohne Erfolg.

Aber zurück zum Sportlichen: Der VfB wird am Samstag wohl spielen können. Mit einem Torhüter. Und genügend Feldspielern. Nur Aleksandrs Guzlajevs, Thomas Stock und Philipp Müller fallen wohl aus – plus möglicher Quarantäne-Fälle. „Wir verfügen aber über genügend spielberechtigte Feldspieler“, sagt Kramer. VfB-Coach Sven Köhler baut vor allem auf defensive Stabilität, die sein Team in dieser Saison nur zu selten zeigte. „Chemnitz wird natürlich darauf bauen, uns dort zu treffen“, verweist er auf die vielen Gegentore – so viele wie fast kein anderer Regionalligist. Die Spieler müssten die gefährlichen Aktionen besser antizipieren, sagt er. Dann sei womöglich auch ein (Teil-)Erfolg beim Favoriten drin.

Wie wichtig das werden könnte, zeigen die Entscheidungen der sächsischen Landespolitik vom Freitag. Höchstwahrscheinlich drohen der Regionalliga wieder Geisterspiele – falls diese überhaupt stattfinden. Gerade in einer so unklaren Lage zählt wohl jeder Punkt.