Der Rückkehrer Marcus Dölz

Für ihn war es ein altbekanntes Gefühl: Wieder mit dem Trikot des VfB Auerbach aufzulaufen. Wieder Regionalliga. Marcus Dölz war am Samstag wieder zu seinen Wurzeln zurückgekehrt. Zu seinem Heimatverein VfB Auerbach. Aufgrund der prekären Situation auf der Torhüter-Position sprang „Schlacker“ – wie ihn alle beim VfB nur nennen – wieder ein. Dafür gilt ihm an dieser Stelle auch aller Dank. Denn Marcus Dölz saß bei der bitteren 1:5-Niederlage beim Chemnitzer FC auf der Bank in der Regionalliga. Dabei wollte der 32-Jährige im Sommer nach seiner Rückkehr an alte Wirkungsstätte nur noch ein paar Spiele in der zweiten und dritten Mannschaft bestreiten. Aber die prekäre Lage auf der Torhüter-Position in der Ersten machte es nötig, dass die sportliche Leitung nochmals beim VfB-Keeper, der von 2008 bis 2015 zwischen den Pfosten des Auerbacher Aushängeschilds stand, anklopfte. Und Marcus Dölz sagte zu, ist nun auch in Jena wieder der zweite Torhüter.

An seinen Fähigkeiten gibt es unterdessen auch keine Zweifel. Lang genug glänzte er in Oberliga und Regionalliga im VfB-Tor. „Es ist aller Ehren wert, dass Marcus dies macht“, sagt auch VfB-Manager Volkhardt Kramer. „Wir freuen uns sehr über sein Engagement.“ Denn Marcus Dölz ist ein fester Teil der VfB-Familie – und hilft eben in schwierigen Zeit gern aus.

Trotzdem steckt dahinter auch ein ernstes Problem: Schon seit Jahren beißt sich der VfB die Zähne an der Regelung aus, nach der Auerbacher A-Junioren des jüngeren Jahrgangs nicht im Männerbereich spielen dürfen. Bei beinahe allen anderen Regionalligisten dürfen sie dies, weil die Clubs über Nachwuchsleistungszentren verfügen. Nur eben nicht für den VfB Auerbach. Und so verfügt Lukas Tilgner über keine Spielgenehmigung, obwohl der VfB mehrfach darum gebeten hat. Aber: Es gibt anscheinend keinen Weg aus Sicht des Sächsischen Fußball-Verbands (SFV). „Für mich hat sich der Verband mit dieser Entscheidung disqualifiziert“, sagt Kramer deutlich. Zumal hinzukommt, dass in Tilgners Fall die Sachlage klar für eine Spielgenehmigung spricht: Er war jahrelang Auswahlspieler und an der Sportschule. „Man muss nur die Paragraphen vernünftig auslegen“, sagt Kramer.

Solange keine Chance dazu besteht, muss eben weiterhin Marcus Dölz ran. Selbst dann, wenn er direkt aus dem Urlaub in Mexiko nach Deutschland kommt – und sofort danach zum Regionalliga-Spiel muss. Daran erkennt man: Auch nach Jahren ohne Einsatz in der ersten Mannschaft brennt er noch für den Verein. Danke, Marcus!