Oberliga-Team startet mit großem Schwung – und vielen neuen Spielern

„Wer ist das?“ – „Und der?“ Die Fragen der Kiebitze beim Trainingsauftakt des VfB Auerbach am Montag waren weitgehen dieselben wie jedes Jahr. Nur diesmal war es gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Denn zum Start in die neue Oberliga-Saison hat sich beim VfB viel getan. Ganz klar, der Abstieg aus der Regionalliga hat weitreichende personelle Änderungen zur Folge. „Der Umbruch ist genauso groß, wie ich ihn erwartet habe“, sagt VfB-Coach Sven Köhler über den Schnitt, den er nach der misslungenen Vorsaison unbedingt einleiten musste. Angesichts des über weite Strecken der Saison schwachen Auftretens war klar, dass sich in der Mannschaft etwas tun muss.

Das Ziel für das neue Jahr ist deshalb klar: Der VfB möchte eine Mannschaft aufbauen, die wieder die Auerbacher Tugenden ausstrahlt – mit Leidenschaft punkten. Und so erhält das Oberliga-Team ein komplett neues Gesicht. Einen ersten Blick auf das Team, das künftig in der Oberliga oben mitspielen soll, bekamen die Fans zum Start des Trainings. 19 Spieler – darunter drei Torhüter – standen auf dem Feld. Der Großteil der Spieler ist neu. Und beim genaueren Hinsehen wird auch deutlich: Das VfB-Team ist jünger geworden. Der VfB setzt von nun an vor allem auf junge, hungrige Spieler – aus der erweiterten Region. Und dafür war das Trainerteam um Chefcoach Sven Köhler in den letzten Wochen viel unterwegs, beobachtete Spiele und Spieler – und wird auch in den nächsten Wochen zahlreiche Probespieler zu Gast haben. Auch zum Start trainierten einige Testspieler mit.

Die entscheidende Frage für die Fans ist aber: Wer bleibt? Wer geht? Wer sind die Neuen? Klar ist, dass der VfB zahlreiche Spieler verabschiedet hat, andere ihren Wechsel angekündigt haben. So stehen zehn Abgänge aus dem Regionalliga-Kader der abgelaufenen Saison bereits fest (Johann Weiß, Niclas Kubitz, Sempastiano Giaouplari, Mohand Almansori, Eric Stiller, Maximilian Schmidt, Di Mateo Lovric, Michail Fragkos, Aleksandrs Guzlajevs und Tomas Kepl). Doch die Suche nach neuen Spielern läuft – und die sportliche Leitung wird im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten eine Mannschaft zusammenstellen, die viel stärker die Auerbacher Identität widerspiegelt als das Abstiegsteam. Und so sind die Verantwortlichen glücklich, bereits sechs neue Spieler begrüßen zu können, die diesen Weg mitgehen werden, wie sie allesamt zum Trainingsstart bereits zeigten.

  • Neu im Team ist Cedric Graf, der vom FC Lößnitz aus der Sachsenliga zum VfB stürmt: Der 22-Jährige ist den VfB-Scouts aufgefallen, auch weil in der laufenden Saison bereits elf Tore in 16 Spielen erzielt hat. „Er ist ein guter Fußballer“, sagt Uwe Kramer, Mitglied der sportlichen Leitung der ersten Mannschaft. „Er wird uns weiterbringen.“ Zudem ist er die passende Ergänzung für die Offensive mit Marc-Philipp Zimmermann und Lucas Seidel.
  • Zwei Spieler hat der VfB aus der A-Jugend des FSV Zwickau unter Vertrag genommen. Der bekannteste Name ist dabei für die eingefleischten Auerbach-Fans mit Sicherheit Marlon Leidel. Der Außenbahnspieler kehrt damit zu seinem Heimatverein zurück – und trägt den Namen Leidel weiter im Verein. Urgroßvater Siegfried Leidel hatte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts das Tor des VfB über Jahre hinweg gehütet und war bis ins hohe Alter stets mit bei allen VfB-Spielen dabei.
  • Ebenfalls zum VfB aus Zwickau stößt Pascal Degel. Der gelernte Innenverteidiger spielte in der Zwickauer A-Jugend auch ganz vorn – ist also ein Allrounder. Und Pascal Degel hat auch schon Erfahrung im Zwickauer Drittliga-Kader gesammelt, als er im vergangenen Sommer einen Teil der Vorbereitung im Kader von Trainer Joe Enochs mit absolviert hat. Beim VfB kann er jetzt den Sprung in die fünfte Liga schaffen.
  • Ein echtes Juwel – wie Uwe Kramer ihn bezeichnet – hat der VfB aus Tschechien unter Vertrag genommen: Besir Baftijar kommt von Sokol Brozany (3. Liga), hat aber eine beeindruckende Vita: Der 20-Jährige war bis kürzlich noch U19-Nationalspieler Nordmazedoniens, stammt aber aus Usti nad Labem. Er soll das VfB-Zentrum verstärken, kann auf der 8er- oder 6er-Position spielen.
  • Aus dem Nachwuchsbereich des Chemnitzer FC wechselt Jonas Dittrich nach Auerbach. Der Abwehrspieler der CFC-U19 wurde in den vergangenen Woche von VfB-Coach Sven Köhler intensiv beobachtet – und überzeugte den Oberliga-Coach. Der Defensivallrounder will nun also den Übergang von der A-Junioren-Bundesliga in die Männer-Oberliga schaffen.
  • Aus dem eigenen Nachwuchs stößt Niklas Döhler zum Oberliga-Team. Der Kapitän der VfB-U19 hat in den letzten Wochen eine so überzeugende Leistung im Nachwuchs gezeigt, dass er den VfB-Trainern aufgefallen ist und gleich für den Oberliga-Kader nominiert wurde.

Fünf der sechs Spieler – außer Niklas Döhler – waren am Montag mit beim Training im 19-Mann-Kader dabei – und ließen ihre Stärken bereits aufblitzen. Zu den 19 Spielern, die auf dem Trainingsplatz standen, kommen aber noch weitere Spieler hinzu: Marc-Philipp Zimmermann fehlte arbeitsbedingt. Zudem wird Thomas Stock aus seiner Verletzungspause zum Team stoßen. Weiterhin gehören ebenfalls noch Philipp Müller, Sarwar Osse und Nico Donner zum Kader. Während Müller mit einem Karriere-Ende liebäugelt, hat Osse seinen Wechselwunsch hinterlegt, hat aber noch einen gültigen Vertrag. Ebenfalls noch unter Vertrag ist Nico Donner. Allerdings hat der Verein ihm einen Wechsel ans Herz gelegt. Mit auf dem Trainingsplatz stand mit Marius Kuhl ein dritter Torhüter, allerdings plant der VfB nur mit zwei Torhüter, weshalb er derzeit auf der Suche nach einem neuen Verein ist.

Dazustoßen werden ebenfalls noch Routiniers, wie Marcel Dressel, die nochmals ihr Leistungsvermögen austesten wollen. Zudem will das Trainerteam A-Jugendliche ins Team einbinden. Und natürlich ist der Kader auch noch nicht vollständig in Sachen externer Neuer. „Weitere Spieler kommen natürlich noch hinzu“, sagt Uwe Kramer und verweist auf die vielen Testspieler. „Dass wir auch noch zwei, drei gestandene Spieler holen müssen, ist uns doch völlig klar. Und das ist auch der Plan“, sagt Uwer Kramer, der mit dem Trainerteam weiter am neuen Kader bastelt.

VfB-Coach Sven Köhler ist schon einmal optimistisch gestimmt – auch weil er seine Achse behalten hat: „Für mich war es sehr wichtig, dass wir mit Stefan Schmidt, Marcin Sieber, Ondrej Brejcha und Marc-Philipp Zimmermann Fixpunkte im Team haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass sie ihre Zusage gegeben haben.“ Und mit dem Führungsquartett als Rückgrat des Teams und den bereits regionalliga-erfahrenen jungen Spielern (Lucas Seidel, Moritz Seidel, Veit Kramer, Fabien Bochmann, Lennart Dietrich und Maximilian Schlosser) kann die Vorbereitung auf eine interessante Saison beginnen.