Torfestival in Meuselwitz lässt viel Raum für Rückschlüsse

Wenige Tage sind es noch bis zum heißen Start in die Oberliga – und der VfB hat sein vorletztes Testspiel mit 3:6 verloren. Beim Regionalligisten ZFC Meuselwitz war für die Vogtländer nichts zu holen, außer wichtigen Erkenntnissen für den Liga-Start am 7. August in Sandersdorf (14 Uhr). Das letzte Testspiel bestreitet der VfB am Samstag, 15 Uhr, in Kraslice gegen den FC Chomutov. Wir blicken kurz aber auf die wichtigsten Fakten zum Spiel in Meuselwitz.

Das Team

VfB-Trainer Sven Köhler musste erneut umstellen: Lucas Seidel fällt nach einem Verkehrsunfall länger aus, Marc-Philipp Zimmermann war beruflich verhindert, Jonas Dittrich noch erkrankt. Auch hatte einige Spieler in den letzten Tagen aussetzen müssen. Da Cedric Graf weiterhin verletzt ausfällt, war die VfB-Offensive stark ausgedünnt. Das machte sich vor allem im ersten Abschnitt bemerkbar, als Auerbach keine echte Offensivaktion hatte. Es fehlte der Mut. „Wir sind eine junge Mannschaft und dürfen ruhig mutig sein“, kritisierte deshalb auch VfB-Coach Sven Köhler, der allerdings auch taktisch umstellte und dies im Nachhinein als nicht unbedingt optimale Lösung empfand: „Das nehme ich auf meine Kappe. Wir haben das System erst im Training am Vortag probiert. Es war alles etwas neu.“ Immerhin war eine gute Nachricht die Rückkehr von Ondrej Brejcha. Der Mittelfeldspieler kehrt nach seiner Verletzung allmählich wieder in Wettbewerbsform zurück. Es begannen: St. Schmidt – Kramer, Dybala, Sieber, Schardt, M. Seidel, Brejcha, Bochmann, Degel, Baftijar, Cermus.

Zur Pause reagierte Sven Köhler auf die etwas ernüchternden 45 Minute und brachte mit Ilja Sevcuks und Pierre Maurice Scheunert zwei neue Spieler. Im Laufe der zweiten Halbzeit kamen dann auch noch Marlon Leidel, Marvin Todt, Lennart Dietrich und Niklas Döhler zum Einsatz.

 

Die Tore

Erfreulich waren natürlich die drei Treffer, die allesamt aus Standards resultierten. Marcin Sieber war nach einem Eckball zur Stelle (14./59.), zweimal aus beinahe identischer Position traf Ondrej Brejcha per Freistoß (2:4/63. und 3:6/74.). In der zweiten Halbzeit hatte der VfB noch weitere Chancen zu Toren, stellte sich dabei im Offensivspiel deutlich erfrischender an als in der eher schwerfälligen ersten Hälfte.

Die Gegentore

Drei der sechs Gegentore waren – recht einfach – zu verteidigen und damit zu verhindern. Allerdings machte sich bemerkbar, dass die Defensive in der Dreierkette noch nicht eingespielt ist und die Automatismen in der Defensive noch nicht wie in einem eingespielten Team greifen. „Uns fehlt auch noch ein Spieler im zentralen Mittelfeld, der Ruhe ins Spiel bringt. Einer, der die jungen Wilden defensiv an die Hand nimmt“, sagt VfB-Coach Sven Köhler. Da es allerdings keinen klassischen Sechser im Team gibt, schaut sich Auerbacher einerseits nach Spielern um, andererseits baut das Trainerteam auf die Stärke des Kaders: „Es wird die Mannschaft richten müssen“, sagt Köhler. „Wir müssen das jetzt sacken lassen. Jeder muss in sich gehen und nun die richtigen Schlüsse ziehen.“ Lernen die jungen Spieler aus den Fehlern, dann hat die Demonstration der Schwächen in der Vorbereitung auch ihr Gutes.

Das Positive

Trotz der zahlreichen Gegentore steckte das VfB-Team nie auf – und ging gleich mehrfach auf Aufholjagd. Das zeigt: Der Charakter stimmt. „Wir haben immer wieder versucht, ranzukommen“, sagt auch Sven Köhler. Auch gefielen der nimmermüde Vojtech Cermus oder eine Halbzeit lang Besir Baftijar und Ondrej Brejcha oder Pascal Schardt. Die Einwechslungen nach der Pause zeigten, dass der Konkurrenzkampf lebt.