Zwei Spieltage vor Saisonende: VfB feiert Klassenerhalt

Wie oft ist es im Fußball passiert, dass ein Team nach einem Abstieg den Trend nicht umkehren kann und in der nachfolgenden Saison erneut eine Klasse tiefer muss. Der VfB Auerbach stand in dieser Oberliga-Saison vor derselben Herausforderung. Trainer Sven Köhler musste nach dem Abstieg aus der Regionalliga den Trend stoppen – und das unter erschwerten Vorzeichen. „Eilenburg hat seine Regionalliga-Mannschaft komplett gehalten und steht jetzt ganz oben. Wir haben im Grunde genommen alles verändert“, blickt Köhler zurück. Und er blickt nicht ohne eine gewisse Portion Zufriedenheit zurück, denn mit dem 3:1-Auswärtserfolg beim SV Westerhausen am Samstag hat er die Trendwende auch schwarz auf weiß: Die Vogtländer haben dank der drei Punkte den Klassenerhalt sicher. „Natürlich ist das eine gewisse Erleichterung“, gesteht der VfB-Coach.

Denn so einfach war der Weg zum Liga-Verbleib nicht unbedingt: Die überaus harte Abstiegsregelung in dieser Saison sowie der radikale Umbruch im Team hatte Spuren hinterlassen – und Auerbach immer mal wieder bedrohlich nah an die Abstiegsränge kommen lassen. „Wir haben von Anfang an gewusst, dass es schwer wird. Nach der Niederlage gegen Rudolstadt im Frühjahr ist es schon unruhig geworden“, erinnert sich Köhler an die Saisonphase, als eine Fortsetzung des Abstiegstrends drohte. Aber das junge VfB-Team zeigte nach und nach sein Potenzial. Mit zwei Siegen in Serie haben die Auerbacher nun wohl endgültig ihre Liga-Tauglichkeit unter Beweis gestellt – auch für künftige Aufgaben. „Zum Ende der Saison hin hat man die Entwicklung der Mannschaft deutlich gesehen“, sagt Köhler.

Auch das Spiel in Westerhausen gilt als Beispiel dafür: Mal wieder musste Auerbach mit einem Rumpfkader antreten. Nur 13 Feldspieler waren im Vorharz mit dabei – darunter fehlten die Namen Marc-Philipp Zimmermann und Ondrej Brejcha, die beide gesperrt fehlten. Aber auch ohne die Stützen fand der VfB nach einer schwierigen Anfangsphase, in der Westerhausen deutlich machte, dass das Team nach dem letzten Strohhalm zum Klassenerhalt greifen würde, die Bodenhaftung. „Wir haben uns ins Spiel reingebissen“, berichtet Köhler, denn nach einer Viertelstunde den VfB im Aufwind sah: Mehr Spielanteile und Chancen als die Gastgeber – und nach der Pause fielen dann auch die Tore. Pascal Schardt machte die Tür zum Sieg mit einem Freistoßtreffer auf, Marvin Todt legte per Kopfball nach, ehe Marcin Sieber vom Elfmeterpunkt traf. Der Gegentreffer der Gastgeber hatte nur statistischen Charakter. Auerbach feierte den Klassenerhalt. „Natürlich haben wir uns gefreut“, berichtet Köhler. Eine große Party habe es aber nicht gegeben.

Wohl auch zurecht, denn mit dem Klassenerhalt sei nur das „Minimalziel“ – so Köhler – erreicht. Die letzten beiden Spiele wolle er mit seinem Team noch gewinnen – und dann den Blick nach vorn werfen. „Natürlich müssen wir einige Dinge analysieren, denn nicht alles ist rund gelaufen“, sagt er, der als Trainer in Auerbach weiterarbeiten möchte. Sein Arbeitsvertrag läuft ohnehin über die Saison hinaus weiter, Köhler sagt aber: „Wir setzen uns zusammen und stellen unsere Standpunkte dar.“ Nochmals Abstiegskampf – das wäre auch für ihn kein Ziel: „Unser Anspruch muss schon sein, dass wir im gesicherten Mittelfeld stehen und  eher Ambitionen nach oben haben.“ Die vergangenen Spiele sprechen zumindest dafür, dass der Weg für dieses Ziel bereits eingeschlagen wurde.