Was für ein Abend im Vogtland! Der VfB Auerbach 1906 hat sich im Flutlichtspiel gegen den Tabellendritten VfB Germania Halberstadt mit 3:2 durchgesetzt und damit den nächsten wichtigen Dreier eingefahren.
Vor heimischer Kulisse zeigte die Mannschaft von Trainer Sven Köhler eine leidenschaftliche und spielerisch überzeugende Leistung – allen voran Charlie Spranger, der mit zwei Treffern und einer Vorlage zum Matchwinner avancierte.
Früher Rückstand ohne Wirkung
Der VfB startete druckvoll in die Partie. Bereits in der 4. Minute kam Tim Kaiser aus zentraler Position zum Abschluss, doch der Gästetorwart konnte parieren. Nur wenig später dann der erste Rückschlag: In der 7. Minute nutzten die Gäste einen Konter über die Außenbahn. Die Hereingabe wurde im Strafraum stark verarbeitet, ehe der Abschluss aus rund 14 Metern unhaltbar im Winkel einschlug – 0:1.
Doch der frühe Rückstand brachte den VfB keineswegs aus dem Konzept. Im Gegenteil: Auerbach blieb am Drücker, spielte vor allem über die linke Seite immer wieder gefährlich nach vorn und setzte Halberstadt früh unter Druck.
Spranger dreht die Partie vor der Pause
Der verdiente Ausgleich fiel in der 29. Minute. Nach einer Flanke von Aleksandrs Guzlajevs stieg Charlie Spranger im Strafraum hoch und köpfte den Ball aus rund acht Metern sehenswert zum 1:1 ins Netz. Nur drei Minuten später folgte die perfekte Kopie: Wieder kam die Hereingabe von der Seite – erneut war es Charlie Spranger, der sich im Strafraum durchsetzte und per Kopf zur 2:1-Führung (32.) traf.
Mit dieser Führung ging der VfB auch in die Halbzeitpause – ein Ergebnis, das den Spielverlauf widerspiegelte. Auerbach war wacher, aggressiver in den Zweikämpfen und insgesamt die tonangebende Mannschaft.
Kaiser stellt auf 3:1
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der VfB aktiv. In der 52. Minute prüfte Amer Kadric den Gästetorhüter mit einem direkten Freistoß aus halblinker Position, wenig später hatte Guzlajevs nach einer kurzen Ecke eine weitere gute Gelegenheit. In der 62. Minute belohnte sich Auerbach erneut für den Aufwand: Nach einer Flanke von Guzlajevs legte Charlie Spranger im Strafraum klug ab, sodass Tim Kaiser aus kurzer Distanz zum 3:1 einschieben konnte.
Spannung in der Schlussphase
In der Folge wurde der VfB etwas passiver, ließ defensiv jedoch weiterhin wenig zu. Halberstadt kam in der 70. Minute zu einem Abschluss, stellte Stanley Birke aber vor keine großen Probleme. Nach der Auswechslung von Charlie Spranger in der 74. Minute, der unter großem Applaus den Platz verließ, kamen die Gäste noch einmal zurück ins Spiel. In der 75. Minute verkürzte Halberstadt nach einer Ecke auf 3:2 – der Torschütze stand dabei zu frei. Die Schlussphase blieb intensiv. Der VfB verteidigte mit viel Leidenschaft, während Halberstadt vermehrt den Weg nach vorn suchte.
Birke hält den Sieg fest
In der Nachspielzeit wurde es noch einmal brenzlig: In der 91. Minute tauchte ein Gästespieler frei vor dem Tor auf, doch Stanley Birke reagierte glänzend und bewahrte den VfB mit einer starken Parade vor dem Ausgleich. Auf der anderen Seite hatte Tim Kaiser in der 93. Minute noch die Chance zur Entscheidung, sein Abschluss aus 16 Metern ging jedoch knapp rechts am Tor vorbei.
Hochverdienter Heimsieg
Kurz darauf war Schluss – und der Jubel groß. Der VfB Auerbach 1906 sichert sich einen hochverdienten 3:2-Heimsieg gegen den Tabellendritten und bestätigt damit eindrucksvoll seine starke Form der letzten Wochen. 🖤💛
Ein intensives Spiel, eine geschlossene Mannschaftsleistung und ein überragender Charlie Spranger machen diesen Abend zu einem weiteren Highlight der Saison.
Nächste Aufgabe: Heimspiel gegen Stendal
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem VfB Auerbach 1906 nicht. Bereits am kommenden Samstag um 14 Uhr steht das nächste Heimspiel an – dann empfängt der VfB den 1. FC Lok Stendal im heimischen Stadion.
Auch wenn die Gäste aktuell das Tabellenende zieren, ist die Partie für Auerbach alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Zu präsent ist noch das Hinspiel im September, als der VfB in Stendal eine überraschend deutliche 1:4-Niederlage hinnehmen musste. Entsprechend geht die Mannschaft mit zusätzlicher Motivation in dieses Spiel. Ziel ist es, die offene Rechnung zu begleichen und die zuletzt starke Form auch im Heimspiel zu bestätigen.
Weitere Fotos folgen.
Beim VfB Auerbach wird zum Ende der laufenden Saison 2025/26 eine wichtige personelle Veränderung erfolgen: Der Verein und Cheftrainer Sven Köhler haben sich bereits im Januar in gemeinsamen Gesprächen darauf verständigt, die Zusammenarbeit im Sommer zu beenden. Damit geht beim VfB eine lange und prägende Trainerära zu Ende.
Sven Köhler steht seit 2018 an der Seitenlinie des VfB Auerbach und hat den Verein in dieser Zeit durch unterschiedliche sportliche Phasen begleitet. Für den VfB war und ist diese Zusammenarbeit von großem gegenseitigem Vertrauen und Respekt geprägt.
„Wir haben acht Jahre eine sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit gehabt“, erklärt VfB-Geschäftsstellenleiter Michael Stöhr-Gäbler. „Sven Köhler hat unsere Mannschaft und unseren Verein über einen langen Zeitraum geprägt. Für seine Arbeit, seine Leidenschaft und sein Engagement sind wir ihm sehr dankbar.“
Besonders hoch rechnen die Verantwortlichen dem erfahrenen Fußballfachmann an, dass er den Verein auch nach dem Regionalliga-Abstieg im Jahr 2022 weiterhin begleitet hat. Trotz anderer Optionen entschied sich Köhler damals bewusst dafür, den gemeinsamen Weg in der Oberliga fortzusetzen.
„Dass Sven nach dem Abstieg bei uns geblieben ist und den Weg in der Oberliga mitgegangen ist, war alles andere als selbstverständlich. Das zeigt seine Verbundenheit mit dem VfB und dafür zollen wir ihm großen Respekt“, so Stöhr-Gäbler.
Sportlich konnte sich der VfB Auerbach in der Oberliga unter seiner Leitung stabilisieren. In den vergangenen beiden Spielzeiten belegte die Mannschaft jeweils den fünften Tabellenplatz. Auch in der aktuellen Saison befindet sich das Team trotz mehrerer Nachholspiele weiterhin in Schlagdistanz zu den vorderen Tabellenplätzen und konnte zuletzt drei Siege in Folge feiern.
Die Entscheidung, die Zusammenarbeit im Sommer zu beenden, ist daher nicht auf kurzfristige sportliche Entwicklungen zurückzuführen. Vielmehr steht sie im Zusammenhang mit einer strategischen und strukturellen Weiterentwicklung des Vereins.
„Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Stöhr-Gäbler. „Aber wir müssen als Verein neue Wege gehen, weil sich die Rahmenbedingungen in der Oberliga verändert haben. Die Liga bewegt sich strukturell genau zwischen Amateurfußball und Halbprofi- beziehungsweise Profibereich.“
Vor diesem Hintergrund plant der VfB Auerbach, die Trainerposition künftig – wie bei vielen anderen Oberligisten ebenfalls üblich – im Nebenamt zu besetzen.
„Auch wirtschaftliche Faktoren spielen bei solchen Überlegungen eine Rolle. Unser Ziel ist es, den Verein langfristig stabil und zukunftsfähig aufzustellen“, erklärt Stöhr-Gäbler.
Parallel zu diesen Überlegungen hat sich der Verein in den vergangenen Wochen intensiv mit der Suche nach einem Nachfolger beschäftigt. Diese Gespräche sind inzwischen weit fortgeschritten.
„Wir haben einen Trainer gefunden, von dem wir überzeugt sind und der sehr gut zu unserer zukünftigen Ausrichtung passt“, sagt Stöhr-Gäbler. „Es ist ein junger Trainer aus der Region mit viel Potenzial.“
Die offizielle Vorstellung des neuen Cheftrainers ist für die kommende Woche geplant.
Bis dahin gilt der volle Fokus weiterhin der laufenden Saison. Mannschaft, Trainerteam und Verein arbeiten gemeinsam daran, die verbleibenden Spiele erfolgreich zu gestalten.
Unabhängig von der Entscheidung für den Sommer bleibt der Dank des Vereins an Sven Köhler bereits jetzt groß.
„Sven hat über viele Jahre hinweg hervorragende Arbeit für unseren Verein geleistet. Die Zeit beim VfB Auerbach wird immer ein wichtiger Teil unserer Vereinsgeschichte bleiben“, betont Stöhr-Gäbler. „Bis zum Saisonende ziehen wir weiterhin gemeinsam an einem Strang.“
Der VfB Auerbach 1906 hat auch das Auswärtsspiel beim Bischofswerdaer FV 08 erfolgreich gestaltet. In der Volksbank Arena Bischofswerda setzte sich die Mannschaft von Trainer Sven Köhler mit 2:0 durch und bestätigte damit ihre starke Form der vergangenen Wochen. 🖤💛
Über weite Strecken war der VfB die aktivere Mannschaft und erspielte sich zahlreiche Chancen, sodass der Erfolg am Ende insgesamt verdient ausfiel.
Früher Druck und viele Chancen
Die Auerbacher starteten sehr engagiert in die Partie und setzten die Gastgeber von Beginn an unter Druck. Bereits nach vier Minuten bot sich die erste große Gelegenheit: Nach einer Flanke von der linken Seite kam Max Roscher zentral zum Abschluss, konnte den Ball aus kurzer Distanz jedoch nicht über die Linie bringen.
Der VfB blieb weiterhin gefährlich. Auch Aleksandrs Guzlajevs hatte eine große Möglichkeit, während Charlie Spranger sogar zwei hochkarätige Chancen liegen ließ. In dieser Phase hätte Auerbach die Führung bereits früher erzielen können.
Freistoß bringt die verdiente Führung
In der 29. Minute war es schließlich soweit. Nach einem Freistoß aus halbrechter Position übernahm Aleksandrs Guzlajevs die Verantwortung und traf sehenswert – der Ball prallte vom Innenpfosten ins Tor zur verdienten 1:0-Führung für den VfB.
Kurz darauf hätte sich das Spiel beinahe gedreht. Nach einem Ballverlust der Auerbacher kam Bischofswerda zu einer gefährlichen Aktion, bei der der Ball an die Latte ging. Es blieb jedoch beim knappen Vorsprung für die Gäste.
Chancen auf beiden Seiten
Auch nach der Pause blieb der VfB die aktivere Mannschaft und kam zu weiteren Möglichkeiten. Charlie Spranger sowie Ben-Colin Weigel hatten gute Chancen, die Führung auszubauen.
Die Gastgeber versuchten dagegen vor allem über Standardsituationen und weite Einwürfe gefährlich zu werden. Die Auerbacher Defensive zeigte sich in diesen Situationen jedoch aufmerksam und ließ keine klaren Torchancen zu.
Rote Karte in der Schlussphase
In der 83. Minute wurde es noch einmal hektisch. Nach einem Zweikampf mit einem Bischofswerdaer Spieler lagen beide Spieler am Boden. Beim anschließenden Aufstehen hinderte Ondřej Brecha seinen Gegenspieler kurzzeitig daran, aufzustehen. Der Schiedsrichter wertete die Szene als unsportliches Verhalten und zeigte dem Auerbacher die rote Karte – aus Sicht des VfB eine sehr harte Entscheidung.
In Überzahl versuchte Bischofswerda anschließend mit vielen hohen Bällen noch einmal Druck aufzubauen.
Cermus entscheidet das Spiel
Die endgültige Entscheidung fiel jedoch auf der anderen Seite. In der 90. Minute setzte der VfB einen Konter. Nach einem Pressschlag am Strafraum zwischen Vojtěch Cermus und einem Gegenspieler segelte der Ball über den Torhüter hinweg ins Tor zum 2:0-Endstand.
Trainer Sven Köhler zeigte sich nach der Partie zufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft:
„Egal ob das 2:0 glücklich aussah – ich freue mich für Vojtěch und hoffe, dass er daraus zusätzlich Selbstbewusstsein für die nächsten Spiele zieht. Insgesamt war es aber kein glücklicher Sieg, sondern ein verdienter Sieg.“
VfB klettert weiter nach oben
Mit diesem Erfolg verbessert sich der VfB Auerbach 1906 in der Tabelle auf Platz sieben und steht nun bei 26 Punkten. Dabei haben wir weiterhin noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand.
Nächstes Spiel unter Flutlicht
Bereits am Mittwoch um 19 Uhr geht es für den VfB weiter: Dann empfängt Auerbach den Tabellendritten VfB Germania Halberstadt im heimischen Stadion zum Flutlichtspiel. 🖤💛